<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581</id><updated>2012-01-26T20:42:44.912+01:00</updated><category term='Abendwind'/><category term='Kulm'/><category term='Gedankenspiel'/><category term='Grenzgebiet'/><category term='Beiläufiges'/><category term='Mauerritt'/><category term='Schill'/><category term='Holl'/><title type='text'>Lothar-Merten-Blog</title><subtitle type='html'>Auf dem Weg zu Menschengeschichten - Das Blog zum "Sturmfeld"</subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>46</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-3083335589779127988</id><published>2010-06-21T13:50:00.002+02:00</published><updated>2010-12-20T16:54:37.231+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kulm'/><title type='text'>Wellengeflüster</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Drei Monate nichts eingetragen. Ich hatte drei Monate nicht ein Mal daran gedacht zu schreiben: Stattdessen war ich zum ausdauernden Genießer geworden. Hier ist so vieles, das das Leben zum Genuss macht, das die Vergangenheit verdrängt, gar auszulöschen scheint.&lt;br /&gt;Wo ich bin? Nein, das erfahren Sie nicht. Ich bin nicht kreuz und quer um die Erde gefahren, geflogen und geschippert, um nun auszuplaudern, wo ich genieße. Schließlich bin ich eines Mordes verdächtig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich war am Meer, lag am Strand, den Kopf in die Hände gestützt, den Blick aufs Wasser gerichtet. Das Blut sammelte sich, überfüllte die Adern im Gehirn, weil der Strand sich dem Wasser zuneigt. Früher hätte ich vermutet, es läge an der Blutfülle, dass ich die winzigen Wellchen miteinander sprechen hörte. Jetzt weiß ich, dass ruhiges Genießen Unhörbares hörbar macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die winzigen Wellchen tuschelten miteinander: "Schschondaaaä."&lt;br /&gt;Die Antworten kamen von links und rechts, mitunter von beiden Seiten zugleich: "Schscht-stilllll", als forderten sie, diese Strandveränderer, die kleine Angeberin auf, die Ruhe am Strand nicht zu stören. Sie fallen einander ins Wort. Manche Welle übertönt die andere. Andere rauschen halblaut an den Strand, als fürchteten sie, von den großsprecherischen ob ihrer Lautstärke beschimpft zu werden. Manche erreichen so vorsichtig den Strand, als wollten sie vor dem Ufer still stehen um nicht durch ihr Murmeln aufzufallen. Die Verspielten plätschern ans Ufer, hemmungslos, aber auch fast rauschlos.&lt;br /&gt;Doch es geht auch anders. Weht ein starker Wind vom Wasser, rauscht das Meer. Es klingt, als führe ein endloser Schnellzug in einiger Entfernung. Es scheint dann, als wolle das Meer das Ufer erobern, und die Wellen brüllen der Küste ihre Angrifsslust entgegen. Auch wenn Soldaten gegen den Feind geschickt werden und sich also schicken lassen, brüllen sie, und es ist keine einzelne Stimme herauszuhören.&lt;br /&gt;Drei Tage und zwei Nächte hatte das Meer gegen die Küste gebrüllt, als wollte es sich Platz schaffen, um dem Sturm zu entgehen, der es peitschte. Es hatte vergeblich versucht, vor der stürmischen Pein zu flüchten. Das Meer hatte die Kraft, in seiner Not Land zu rauben, konnte dem Sturm jedoch entgegensetzen. Das Meer ist dem Wind schutzlos ausgeliefert, wie ein Tier im Käfig seinem Peiniger. Nicht das Wasser ist schuld am überschwemmenden&lt;br /&gt;Hochwasser.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ruhe vor den Urlaubern am Strand auf Usedom? Nachts vielleicht! Und sonst, in der Sommersaison? Wie oft wurde ich gestört, wenn vormittags die ersten Urlauber den Strand heimsuchten?! Die Schlimmsten waren jene, die ihre Strandtaschen in den Sand warfen, die Arme ausbreiteten und riefen: "Ist das nicht schön? Genau wie im letzten Jahr", womit sie nicht das letzte, sondern das vorige Jahr meinten. Denn wäre das vorige das letzte Jahr gewesen, gäbe es das Jahr mit dem Wie-immer-Ausruf nicht. Doch das nur nebenbei. Wie sollte ich wohl bei dem Gerufe und dem sich anschließenden Dauergequatsche die winzigen Vormittagswellen belauschen?&lt;br /&gt;Natürlich schien den Urlaubern der Strand unverändert, wie im vorigen Jahr. Doch nur wenig war wie im Jahr zuvor. Sonst hätten die Usedom-Süchtigen auch jedes Sandkorn am alten Platz gefunden. Doch Wind und die winzigen, erst recht die großen Wellen hatten in dem einen Jahr eine großes Sandkorndurcheinander angerichtet. Auch das Wasser war nicht dasselbe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es tauchen stets dieselben Urlaubertypen auf. Kam ein Paar aus dem Wasser, während hinter ihm ein Schlauchboot der Wasserwacht auf seiner Fahrt nach Südosten hinter dem Streckelsberg verschwand. Dem Paar eilte ein Mann, Mitte 40, entgegen. Die Frau fragte ihn: "Gehen Sie baden? Das Wasser ist gar nicht kalt."&lt;br /&gt;Der Mann: "Nein, ich hörte das Boot und sah dann, dass es schneller fährt als sonst bei einer Kontrollfahrt. Ich wollte sehen, was los ist."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damals machte mich eine Wut ganz schlapp, die Wut darüber, im Sommer nirgendwo an der See meine Ruhe finden zu können. Wenn es doch wenigstens ein Meer wäre, bittersalzig, klar und tief, das die Urlauber zu Freudenausbrüchen verführte! Doch die braune Brackbrühe der Pommerschen Bucht? Ich kann mir nicht erklären, dass in jedem Jahr mehr Urlauber in der braunen Bracke planschen, stehen, schwimmen, schreiten, wenn sie es doch in richtigen Meeren tun könnten, statt in der Oder-durchwässerten Pommerschen Bucht. Geht es den Strandbesuchern auf Usedom gar nicht um das Wasser, sondern um den Strand? Finden sie es angenehm, wenn sich Strandsand in alle Körperritzen und -spalten verirrt, in Taschen Tücher, und Sachen aller Art rieselt, auf der Haut kratzt, schabt und kitzelt? Warum finden immer mehr Urlauber das gut?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum fragte sie niemand danach? Fragte ich danach, als ich noch die Inselrundschau spaltenweise mit Urlaubergeschichten füllte? Warum ließen wir, ließ ich, lassen sie heute noch Urlauber und Einheimische das Wunder des Strandes bejubeln? Mir fällt nur ein Grund ein: Es ist verkaufsfördernd.&lt;br /&gt;Und jene Leute, denen der Sand zuwider ist, das Wasser undurchschaubar? Merken sie nicht, was es anrichtet, dennoch zwischen Tausenden zu liegen, stehen, hocken, knien, deren gemischte Gerüche, deren Lärm zu ertragen. Sie wissen schon am ersten Strandtag, dass die Hand im Wasser amutiert scheint, tauchen sie den Arm bis über den Ellbogen in die Bracke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles lag so weit hinter mir, dass es mir erst wieder bewusst wurde, als nach fast einem halben Jahr Brigitte (&lt;i&gt;Ihr wisst schon, meine Freundin aus dem "Sturmfeld"&lt;/i&gt;) hier ankam. Das rührte alles wieder auf. Übrigens waren Brigitte und ich vor drei Monaten am selben Tag auf dem Pekinger Flugplatz gewesen, ohne es auch nur zu ahnen. Erst vor einem Monat ließ ich sie über den treuen und verschwiegenen Schill wissen, wo ich bin. Auch sie hatte eine Odyssee hinter sich, musste in der Welt umherkreuzen, damit niemand auf meine Spur gelangt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-3083335589779127988?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/3083335589779127988/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=3083335589779127988' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3083335589779127988'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3083335589779127988'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2010/06/wellengefluster.html' title='Wellengeflüster'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1973963622617595170</id><published>2010-03-10T18:34:00.001+01:00</published><updated>2010-03-10T18:34:16.193+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Kulm'/><title type='text'>Der Anschein von Gold</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Aus vier Dutzend Metern Höhe sind die Kräuselwellen so winzig, dass die sich spiegelnde Sonne auf der Meeresoberfläche ein goldgleißendes Dreieck vor mir ausbreitet. Ein Fischerboot, das gerade das Dreieck kreuzt, erzeugt einen Wellenkeil, der das goldene Dreieck durchfurcht. So vergänglich kann Gold sein? So vergänglich kann der Anschein von Gold sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Richtig, während Sie in Deutschland noch immer mit Schnee und Frost zu tun haben, sitze ich im Baumschatten auf der Terrasse hoch über dem Meer. Ein warmer Wind weht an der Küste entlang, und ich überlege überhaupt nicht mehr, wie und wann ich nach Deutschland zurückkehre. Wochenlang habe ich mich gequält herauszufinden, wie ich es anstelle, wieder einzureisen, ohne sofort wieder unter Beobachtung zu sein, ohne vielleicht sogar festgesetzt zu werden. Vorbei! So vergänglich können quälende Gedanken sein.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es ist, als könnte ich Sie aufatmen hören und Ihre Gedanken lesen: &lt;i&gt;Aha, deshalb hat er sich nicht mehr gemeldet.&lt;/i&gt; Ich hatte Spuren zu verwischen. Spuren sind nicht so vergänglich wie ein goldener Schein auf Millionen Kräuselwellen. Sie zu tilgen, macht Arbeit. Mit einem Mal Drüberfahren ist es nicht getan.&lt;br/&gt;Es begann damit, meiner Freundin Brigitte den geplanten Weggang zu verheimlichen. Vielleicht kann ich sie bald nachkommen lassen. Nur muss sie - wie ich es tat - ihre Spuren verwischen, die Schnüffler auf meine Fährte führen könnten. Brigitte hat nach den vielen Wochen das Schlimmste überstanden. &lt;br/&gt;Thomas Schill weiß inzwischen auch, dass ich nicht unter die Räder gekommen bin. Hat der am Telefon gewettert: "Wie kannst du das tun?! Du machst dich völlig unnötig verdächtig!" Das war natürlich nicht alles: "Unsere ganze Mühe ist im Eimer! Hast du eine Ahnung, wie ich jetzt dastehe?! Alle Welt glotzt mich an! Das geht ja noch. Aber die halbe Welt geht mir aus dem Weg - weil du dich abgeseilt hast! Ich werde dir sagen, wie sie mich angucken, wie jemanden, der einem Mörder geholfen hat abzuhauen." Doch das ist nur dem Anschein nach richtig.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=233bd2f0-a60d-8fe3-a2e3-d4e2298c7880' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1973963622617595170?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1973963622617595170/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1973963622617595170' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1973963622617595170'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1973963622617595170'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2010/03/der-anschein-von-gold.html' title='Der Anschein von Gold'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4708826266330500240</id><published>2010-02-02T19:14:00.001+01:00</published><updated>2010-02-02T19:14:16.286+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Es wintert gar sehr</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Bevor ich demnächst verrate, wo ich nicht bin, hat mir die Insel-Rundschau, die ich auch hier verfolgen kann - welch ein Amüsement zuweilen, wenn ich meine Situation bedenke - diesen kleinen Dialog eingeben:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mausi: Karl, Kaharl!&lt;br/&gt;Karl: Mausi, schrei mich doch nicht an!&lt;br/&gt;Mausi: Tu nicht immer so, als hörst du mich nicht.&lt;br/&gt;Karl: Ich höre dich sehr gut. Schrei mich nicht an, Mausi! &lt;br/&gt;Mausi: Karl, in der Rundschau steht, dass es gestern und vorgestern geschneit hat und dass nun überall Schneewehen herumliegen.&lt;br/&gt;Karl: Is nich wahr!&lt;br/&gt;Mausi: Doch, steht hier.&lt;br/&gt;Karl: Und ich dachte schon, dass es nur hier in Heringsdorf geschneit und geweht hat. Siehst du, Mausi, gut dass wir die Rundschau haben. Jetzt wissen wir, dass es in Wolgst und in Greifswald und in Anklam und in ...&lt;br/&gt;Mausi: Nu is man gut, Karl. Es hat überall geschneit.&lt;br/&gt;Karl: In Swinemünde auch?&lt;br/&gt;Mausi: Davon steht nichts in der Zeitung.&lt;br/&gt;Karl: Dann werden die Polen wohl drum rum gekommen sein, Mausi.&lt;br/&gt;Mausi: Kann ich mir nicht denken. Warum sollte der Schnee an der Grenze aufhören?&lt;br/&gt;Karl: Keine Ahnung. Aber wenn nichts davon in der Rundschau steht, wird es in Swinemünde wohl nicht geschneit haben.&lt;br/&gt;Mausi: Das is wohl so.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Karl schaut sich die Zeitung an, kratzt sich den Hinterkopf, wie immer, wenn er über etwas mächtig nachdenkt, was ihm nicht recht ist: Mausi? Sag mal, ob wir für die Zeitung am Monatsende Geld zurückkriegen?&lt;br/&gt;Mausi: Wieso denn das?&lt;br/&gt;Karl: Mausi, ist dir aufgefallen, wie viel Schnee auf den Fotos zu sehen ist?&lt;br/&gt;Mausi: Ja, mächtig viel Schnee, drei Seiten voll.&lt;br/&gt;Karl: Na dann pass mal auf, dass er nicht taut. Das gibt sonst eine Schweinerei in der Stube.&lt;br/&gt;Mausi: Karl, du bist ein Knallkopp.&lt;br/&gt;Karl: Musst nicht alles gleich ernst nehmen. Aber zurück zum Geld. Die sparen doch ne Menge Druckerschwärze, wenn sie viele Schneebilder drucken.&lt;br/&gt;Mausi: Du meinst, die machen das wegen der Farbe?&lt;br/&gt;Karl: Warum sonst? Du weißt, wie Schnee aussieht, ich auch. Wir brauchen ja nur aus dem Fenster zu gucken, dann wissen wir Bescheid.&lt;br/&gt;Mausi: Ja Karl, aber wenn nun der Schnee in Wolgast ganz anders aussieht. Stimmt, is Quatsch.&lt;br/&gt;Karl: Siehst du, warum also die vielen Fotos. Die wollen Farbe sparen. Schließlich ist das Papier doch schon weiß. Darauf Schneebilder zu drucken - alles klar jetzt?&lt;br/&gt;Mausi: Und schreiben brauchen die auch weniger. Da kann glatt einer mehr Urlaub machen.&lt;br/&gt;Karl: Und das bezahlen wir trotzdem alles? Wollen wir uns das Geld nicht zurückholen?&lt;br/&gt;Mausi: Und wie viel is das?&lt;br/&gt;Karl: Verdammt, schlaue Frage. Ich glaube, die haben uns am Schlafittchen. Wie soll ich das ausrechnen? Hoffentlich kommen die nicht auf Idee, demnächst weiße Schrift einzuführen.&lt;br/&gt;Mausi: Ach du wieder.&lt;br/&gt;Karl: Neenee, das haben die drauf. Wer die Zeitung seitenweise mit Schneebildern bedruckt, will unser Geld und dafür weniger tun. Mausi, alles klar! Deshalb schreiben die auch nichts über die Verpackungen in den Geschäften, in denen immer mehr Luft ist, lassen das die Fernsehleute machen. Könnte ja einer wie ich auf die Idee kommen, dass die Rundschauleute es genauso machen.&lt;br/&gt;Mausi: Du bist doch auch so drauf gekommen.&lt;br/&gt;Karl: Ja, aber nur, weil ich wohl zu den wenigen gehöre, denen niemand zu zeigen braucht, wie Schnee aussieht.&lt;br/&gt;Mausi: Ach Karl, die machen ja doch, was sie wollen.&lt;br/&gt;Karl: Genau wie die Politiker ...&lt;br/&gt;Mausi: Nun is aber gut, Karl. Bleibt alles, wie es is.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=c2267510-a100-8a2a-9768-79420d5d6596' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4708826266330500240?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4708826266330500240/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4708826266330500240' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4708826266330500240'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4708826266330500240'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2010/02/es-wintert-gar-sehr.html' title='Es wintert gar sehr'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6449209059132115174</id><published>2009-11-22T18:42:00.001+01:00</published><updated>2009-11-22T18:58:08.075+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schill'/><title type='text'>Nicht geimpft und trotzdem krank</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Sachen passieren: Thomas Schill wollte sich gegen die neue Grippe impfen lassen, &lt;a href="http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/10/arroganz-und-ahnungslosigkeit.html" target="_blank"&gt;berichtete&lt;/a&gt; ich vor drei Wochen. Doch daraus wurde nichts. Ich hatte ihn angerufen: "Na, Thomas, rennst du jetzt mit einem dicken Oberarm herum?"&lt;br /&gt;"Hörauf", rief er ins Telefon, "Ich war der Achte, der sich impfen lassen wollte. Da aber keine zehn Leute zusammenkamen, wurden wir wieder nach Hause geschickt. Ihr könnt mich mal, dachte ich und blieb zu Hause."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein paar Tage später rief mich Schill an: "Wär ich doch bloß noch einmal hingegangen wegen der Impfung!" Husten, ein Krächzen. Ich rufe in den Hörer: "Na da hat sich doch wohl ein Mithörer eingeschaltet. Was hast du denn Falsches gesagt?"&lt;br /&gt;"Mach du dich noch lustig über mich. Mich hat die Schweinegrippe erwischt."&lt;br /&gt;"Und? Musst du nun sterben? Und woher willst du wissen, dass es die Schweingerippe ist? Und was hätte wohl die Impfung ausgerichtet?"&lt;br /&gt;Schill hörte sich beleidigt an: "Was sollte es sonst sein? Was sollen die blöden Fragen?"&lt;br /&gt;"Vielleicht sind die Fragen gar nicht so blöd. Kannst du eine davon beantworten?"&lt;br /&gt;"Welche?"&lt;br /&gt;"Ob du nun sterben musst!"&lt;br /&gt;"Wohl kaum. Anderthalb Tage Fieber, Kratzen im Hals und eine dicke Nase habe ich noch immer. Nee keine Todesgefahr, Lothar."&lt;br /&gt;"Gut, dass du durchkommst, Alter. Also die zweite Frage: Woher weißt du, dass du die Schweinegrippe hast? Bist du getestet worden?"&lt;br /&gt;Jetzt war Thomas Schill empört, zumindest hörte es sich so an: "Ich renne doch wegen des bisschen Fiebers und einiger Unannehmlichkeiten nicht noch mal zum Doktor. Außerdem würde ich mit Krankenschein in der Zeit aus der Arbeitslosenstatistik fallen. Den Gefallen tue ich den Heinis nicht." Kurze Pause und dann: "Was sollte es denn sonst sein?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt war ich obenauf: "Siehste. Es kann alles Mögliche sein, z.B. eine schnöde Erkältung. &lt;a href="http://www.impfkritik.de/pressespiegel/2009112202.htm" target="_blank"&gt;Sollen auch Viren sein&lt;/a&gt;, die das hinbekommen, aber eben andere. In einer Woche ist alles vorbei. Ich meine, dann bist du nicht tot, sondern gesund. Selbst wenn du getestet worden wärst und das Schweinevirus nachgewiesen worden wäre, können ebenso gut, ich meine ebenso schlecht, andere Erreger schuld sein an deiner Krankheit. Prüft bloß keiner. In all dieser bekloppten Hysterie, du weist schon, Usedom-Rundschau und andere Angstmacher, kommt kaum noch jemand darauf, dass du wegen etwas anderem krank wurdest."&lt;br /&gt;Schill redete dazwischen: "Willst du mir einen Vortrag halten?"&lt;br /&gt;"Ja, tut Not, merk ich doch."&lt;br /&gt;"Oh komm, mir brummt der Schädel", sagte Schill.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Nimm eine Tablette und hör mir zu. Der Knüller kommt nämlich noch. Wie viele Tage lagen zwischen dem Arztbesuch ohne Impfung und deiner Erkältung oder was das ist?"&lt;br /&gt;"Drei oder vier Tage. Und nun?"&lt;br /&gt;"Schihill! Rechne mal mit: Die erste Impfung wirkt ungefähr nach einer knappen Woche. Erst mit zwei Impfungen sollst du so richtig immun gegen die Schweinegrippe sein. Das heißt doch wohl, dass du trotz Impfung krank geworden wärest, wenn wir mal annehmen, es ist die Schweinegrippe."&lt;br /&gt;"Stimmt Lothar."&lt;br /&gt;"Also zu guter Letzt: Du kommst durch, mit und ohne Schweinegrippe und bist jetzt gegen sie immun, falls du doch daran krank wurdest."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schill wollte nicht fröhlich werden, trotz seiner günstig stehenden Überlebenschancen. Also musste ich ihn noch ein wenig ermuntern: " Übrigens, wenn du doch geimpft worden wärest und dir danach etwas passiert wäre, was dann?"&lt;br /&gt;"Was soll da schon passieren, ein dicker Arm, bisschen Jucken um den Einstich herum."&lt;br /&gt;"Thomas, du solltest mal was anderes lesen als die Rundschau. Dann wüsstest du, dass in &lt;a href="http://www.rheinpfalz.de/cgi-bin/cms2/cms.pl?cmd=showMsg&amp;amp;tpl=rhpMsg_thickbox.html&amp;amp;path=/rhp/lokal/lud&amp;amp;id=RON_1258612743924" target="_blank"&gt;Rheinland-Pfalz&lt;/a&gt; ein Mensch nach der Impfung lebensbedrohlich erkrankte und einer danach starb. Und das sind noch nicht alle."&lt;br /&gt;"Dann war es wohl doch ganz gut, dass ich ich dachte, die können mich mal."&lt;br /&gt;"Keine Ahnung Thomas, schlau sind wir meist erst hinterher. Achso, wer hat dich denn angesteckt?"&lt;br /&gt;"Du hast eine blöde Art von Humor, Lothar. Woher soll ich das wissen?"&lt;br /&gt;"Kleiner Tipp: Kauf dir Desinfektonsspray oder -tücher. Damit wische ich mir nach jedem Einkauf die Hände ab. Wer weiß, was an der Lenkstange vom Einkaufswagen alles klebt und wer mit welchen Keimen Tüten und Flaschen aus den Regalen nahm und dann doch nicht kaufte. Und das Wechselgeld nicht zu vergessen. So ein Tuch danach kann Wunder wirken. Aber du kannst dich natürlich auch impfen lassen, so im Nachhinein. Ist schon gut Schill, war nur ein Witz."&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6449209059132115174?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6449209059132115174/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6449209059132115174' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6449209059132115174'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6449209059132115174'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/11/nicht-geimpft-und-trotzdem-krank.html' title='Nicht geimpft und trotzdem krank'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-161612813080809370</id><published>2009-10-23T18:36:00.001+02:00</published><updated>2009-10-23T18:36:27.259+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Arroganz und Ahnungslosigkeit</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Erinnern Sie sich bitte an den Ausbruch der &lt;a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Vogelgrippe#Gesicherte_Erkrankungs-_und_Todesf.C3.A4lle' target='_blank'&gt;Vogelgrippe&lt;/a&gt;, an die jammernden Touristiker auf Rügen, an die dem Tamiflu hinterher Hechelnden, vor allem aber an die hilfreich der Pharmaindustrie zur Seite stehenden, weil die Angst schürenden, Medien.&lt;br/&gt;Das alles macht unruhig und vermindert somit die Denkleistung. Was für ein Mist wurde nicht alles in die Welt gesetzt, auch von der Usedom-Rundschau! Wenigstens hatte ich mich an der Blödsinn-Schreiberei nicht beteiligt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn ich sehe, wie jetzt wieder wegen der neuen Grippe die Welt in Angst versetzt wurde und wird, fällt mir ein, was wohl gewesen wäre, wenn rechtzeitig ein Impfstoff gegen die Vogelgrippe entwickelt worden wäre. Wie jetzt wären Abermillionen Menschen geimpft worden. Und siehe, die Vogelgrippe hätte nur wenige Menschen weltweit zu Tode gebracht. Ich fürchte, das wäre der Impfindustrie und den Bonzen ein willkommener Anlass gewesen zu behaupten: &lt;i&gt;Der Impfstoff hat seine Schuldigkeit getan.&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was um alles in der Welt schützt uns vor solchen Behauptungen, wenn die neue Grippe ähnlich mit uns verfährt wie es die Vogelgrippe tat? Doch nicht etwa die Medien?!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das nur zum Nutzen von Medien, das zu jenen, die meinen, aus der Zeitung ... zu erfahren, was in der Welt los sei.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ach, Thomas Schill will sich gegen die neue Grippe impfen lassen. Er wollte mir nicht verraten, was ihn dazu vor allem bewog, die Angstschürerei per Text oder die idiotischen Spritzen- oder Nadel-im-Oberarm-Bilder, die überall verwendet werden, als wüssten weder Schill noch ich, noch Sie, wie eine Spritze aussieht und wie geimpft wird.&lt;br/&gt; &lt;br/&gt;Immer wieder Beispiele, die belegen, für wie blöd uns Medienvertreter aller Art halten. Eine gefährliche Mischung: Arroganz und Ahnungslosigkeit, deren Ergebnisse einige von Ihnen täglich kaufen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=a12334a2-8028-8349-91c4-81f8b2a9b6e2' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-161612813080809370?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/161612813080809370/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=161612813080809370' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/161612813080809370'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/161612813080809370'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/10/arroganz-und-ahnungslosigkeit.html' title='Arroganz und Ahnungslosigkeit'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4587038685022212857</id><published>2009-10-11T14:25:00.001+02:00</published><updated>2009-10-11T14:25:08.110+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Gut und Böse über Kreuz</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;i&gt;Ein Lieblingsspruch der LINKEN stammt von John Steinbeck. Er geht so: »Menschliche Eigenschaften wie Güte, Großzügigkeit, Offenheit, Ehrlichkeit, Verständnis und Gefühl sind in unserer Gesellschaft Symptome des Versagens. Dagegen sind Gerissenheit, Habgier, Gewinnsucht, Gemeinheit und Egoismus Merkmale des Erfolges.« Er hat recht.&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;&lt;/blockquote&gt;Ich hatte es &lt;a href='http://szmstat.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/30837/3/1#texttitel' target='_blank'&gt;hier&lt;/a&gt; gefunden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wäre das eine Idee für eine Geschichte?:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Gerissener, Gemeiner, Egoistischer macht Gewinn, weil er einen Ehrlichen, Verständnisvollen für seine Geschäfte missbraucht. Es gelingt dem Gerissenen, weil er eine Kinderfreundschaft wieder aufleben lässt. &lt;br/&gt;Der Gerissene lässt den Ehrlichen andere Ehrliche ausnehmen, bis er merkt, dass der Gerissene ihn ausnutzt. Er kann sich aber nicht wehren, bis er darauf kommt, einen anderen Gerissenen anzustellen, der den ersten Gerissenen übers Ohr haut.&lt;br/&gt;Doch dieses Wehren ist nicht so einfach, denn der Ehrliche ist ja auch gütig und verständnisvoll; Skrupel hemmen ihn anfangs noch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=c889b647-ffd3-89ba-8538-7d389eeed4ad' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4587038685022212857?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4587038685022212857/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4587038685022212857' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4587038685022212857'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4587038685022212857'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/10/gut-und-bose-uber-kreuz.html' title='Gut und Böse über Kreuz'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6146624228132969906</id><published>2009-10-03T13:38:00.001+02:00</published><updated>2009-10-03T13:38:04.086+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Nachdenken über den 9. Oktober</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Warum wurde ausgerechnet der 3. Oktober zum sog. Tag der deutschen Einheit, warum nicht der 9. Oktober?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Welcher 9. Oktober? Sehen Sie, Sie hatten schon vergessen, dass an dem Montag im Jahr 1989 in Leipzig 70000 Menschen den Altstadtring umrundeten, beäugt von 15000 Bewaffneten. Es war die bis dahin größte, nichtangemeldete Demonstration in der DDR, während der nicht einmal eine Fensterscheibe zu Bruch ging (War es der Gedanke an das Volkseigentum?), geschweige denn, Menschen zu Schaden kamen. Diese Demonstration löste eine Flut weiterer in der gesamten DDR aus, mit denen erzwungen werden sollte, das DDR-System zu reformiern, und es wurde doch Auslöser des Umsturzes.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;An solch einen Tag sollte mit einem Feiertag erinnert werden? Niemals!&lt;br/&gt;Die Gründe liegen auf der Hand. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es war kein Regierender aus Ost und schon gar nicht aus West dabei. &lt;br/&gt;Es bedurfte keines Regierenden, 70000 Menschen in Bewegung zu setzen; sie schafften das von sich aus. &lt;br/&gt;Es bedurfte keines Regierenden, Zerstörung, Mord und Totschlag zu verhindern. Die Leute schafften das ganz allein. &lt;br/&gt;Die Massen organisierten sich friedvoll fast von selbst, ein einmaliger Vorgang - leider.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vor lauter Unzufriedenheit und Demonstriererei kamen die meisten monatelang gar nicht auf den Gedanken zu überlegen, was denn noch alles ohne Regierende möglich wäre. Außerdem war plötzlich die Grenze offen und alles Volk strömte - 100 Westmark abzuholen. Die große Chance zur Selbstbestimmung war vertan.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der zweite Grund, den Tag zu keinem Feiertag zu erheben, ist ebenso einfach zu erkennen. Die untergehende DDR wurde nicht mit dem Westen vereint; sie wurde vom Westen kolonisiert. Waren es vor Hunderten Jahren die Mönche, die den Glauben unters Volk brachten, so die Gesellschaften zerstörten und die Kolonisierung leicht machten, waren es vor 19 Jahren die Versicherungsvertreter und die der Bausparkassen, die den DDR-Bürgern den Geldregen vom Himmel versprachen. Schon der erste geschenkte Hunderter hatte gläubig, gefügig und vor allem unterwürfig gemacht. Die von Händlern unters mauloffene Volk geworfene Bananen, Zeitschriften und Kugelschreiber wirkten wie die bunten Perlen der den Mönchen vor Hunderten Jahren nachrückenden Händler.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Den Blick auf die bunten Perlen gelenkt, merkten viele Leute nicht, wie ihnen die DDR unterm Hintern weggezogen wurde (Regierende verwandelten per Dekret Volkseigentum in Staatseigentum, um es verhökern zu können, und wir ließen uns das gefallen.) und sie mit Brosamen abgespeist wurden, viele von ihnen bis heute, die den Lügen, Verheißungen genannt, der neuen Regierenden im Osten und der alten Regierenden im Westen, glaubten und immer noch glauben. Nur sind es nicht mehr so viele. Die neuen Regierenden im Osten verschenkten die DDR, schnellstmöglich. Sie wollten sie unbedingt loswerden, denn sie hatten keine Herrschaft mehr über das Volk und die Kolinisten drängelten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Herrschaft des Geldes bendete diesen Zustand des Nichtregiertwerdens, den kein Regierender oder Regierungswilliger der Welt lange duldet, auch nicht, wenn es nicht sein Volk ist, das er beherrscht, sondern Nachbarn. (Herrschende denken: &lt;i&gt;mein Volk&lt;/i&gt;, sagen aber: &lt;i&gt;die Menschen&lt;/i&gt; und wagten vor ein paar Jahren noch zu sagen: &lt;i&gt;die Menschen draußen&lt;/i&gt;, tun es nicht mehr, denken es nur noch, ganz schön schlau.) Gewöhnlich lässt er Soldaten oder Geld einmarschieren, um im unbeherrschten Nachbarland die Ordnung der Herrschenden wieder herzustellen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dass die DDR kolonisiert wurde, steht außer Frage. Nehmen Sie die Nationalhymne. Daran erinnerte mich heute ein Gespräch mit &lt;a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Christian_F%C3%BChrer'&gt;Christian Führer&lt;/a&gt;, das ich im Radion gehört hatte. Dass die von den Nazis malträtierte &lt;a href='http://www.deutschlandlied.de/'&gt;Nationalhymne&lt;/a&gt; nun die aller Deutschen ist, illustriert das Bild von der Kolonisierung und zeugt zugleich von der Unfähigkeit und dem mangelnden Willen, etwas Neues zu schaffen. Wer kolonisiert, braucht nichts Neues zu schaffen. Er ist damit beschäftigt, neuen Profit schaffen zu lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wäre der Osten nicht kolonisiert worden, sondern mit dem Westen geeint, wäre eine neue Nationalhymne vonnöten gewesen. Es wäre auch der Text der &lt;a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Auferstanden_aus_Ruinen'&gt;DDR-Nationalhymne&lt;/a&gt; annehmbar gewesen, denn er kommt ohne Maas und Memel aus. Es ist mit Ausnahme weniger Zeilen ein guter Text, viel besser als der Überalles-Text. Besonders gefällt mir:&lt;br/&gt;&lt;dl&gt;&lt;dd&gt;&lt;i&gt;Laßt das Licht des Friedens scheinen,&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;&lt;/dd&gt;&lt;dd&gt;&lt;i&gt;Daß nie eine Mutter mehr&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;&lt;/dd&gt;&lt;dd&gt;&lt;i&gt;Ihren Sohn beweint.&lt;/i&gt;&lt;/dd&gt;&lt;/dl&gt;Das geht natürlich in Einigdeutschland nicht. Wo kämen wir da hin? Muttertränen hin oder her; schließlich muss Einigdeutschland auch am Hindkusch verteidigt werden und wer weiß, wo demnächst noch.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir haben vor 20 Jahren eine einzigartige Chance verpasst und ich befürchte, welches Volk auch immer wird weiterhin ähnliche Möglichkeiten ungenutzt lassen, weil es stets zu viele Leute gibt, die sich allzu gern regieren lassen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=d4e9a70f-df2c-86cb-b393-b447160754d3' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6146624228132969906?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6146624228132969906/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6146624228132969906' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6146624228132969906'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6146624228132969906'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/10/nachdenken-uber-den-9-oktober.html' title='Nachdenken über den 9. Oktober'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-7638117916617635694</id><published>2009-09-13T15:12:00.001+02:00</published><updated>2009-09-13T15:12:10.952+02:00</updated><title type='text'>Vorweihnachtszeit beginnt - im Handel</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Gestern schreckte mich Thomas Schill dauerklingelnd aus dem Mittagsschlaf. Er hastete schnaufend seinen Großbauch die Treppen hinauf.&lt;br/&gt;"Lothar, beinahe hättest du es verpasst. Die Vorweihnachtszeit ist ausgebrochen", und schon schnaufte Schill weiter.&lt;br/&gt;"Thomas, heute ist der 12. September, nicht Dezember. Also beruhige dich, wir verpassen nichts."&lt;br/&gt;"Mann, weiß ich doch. Trotzdem ist jetzt Vorweihnachten."&lt;br/&gt;Ich zog zwei Mal kurz an meiner Nasenspitze und sagte: "Meinst du Vorweihnachten oder vor Weihnachten. Vor Weihnachten ist ja wohl immer, wenn das Weihnachtsfest vorüber ist. Unter Vorweihnacht stelle ich mir immer noch die Adventszeit vor. Die beginnt in diesem Jahr ..." Ich flitzte zum Kalender und ergänzte: "... am 29. November."&lt;br/&gt;Schill schaute mich triumphierend an und rief aus: "Jaha, so denkst du! Du hinkst der Zeit um Jahre hinterher. Warum kannst du oller Traditionalist dich nicht ein wenig der modernen Geschwindigkeit anpassen."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jetzt schnaufte zur Abwechslung ich und erwiderte: "Kann eine Geschwindigkeit modern sein?"&lt;br/&gt;"Sei nicht immer so spitzfindig. Ich meine nur, du musst schneller werden."&lt;br/&gt;"Das glaube ich nicht. Ich verstehe das so, dass ich einfach mehr Ausdauer, den sogenannten längeren Atem, haben muss, jetzt schon Anlauf nehmen soll, um Weihnachten pünktlich zu erreichen. Was ist das alles für ein Quatsch?"&lt;br/&gt;Schill schürzte die Unterlippe, zog aus der Hosentasche einen bunten Prospekt, entknitterte ihn, legte ihn auf den Tisch, klatsche mit der Hand darauf und sagte: "Hier ist der Beweis, dass Vorweihnachten beginnt, undzwar genau am Montag."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hier die erste Seite von vieren, gefüllt mit Abbildungen von Glühwein (das Etikett zeigt einen verschneiten Kirchplatz mit Sternenhimmel), Lebkuchenherzen und -sternen, auf den Innenseiten Stollenkonfekt, Spekulatius, Dominosteine und Baumkuchen, auf der Rückseite Marzipanbrote und - der Höhepunkt - Gelee-Baumbehang.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;img width='402' height='575' src='http://lh3.ggpht.com/_YlZEuRkPfCA/SqzqAmYMDOI/AAAAAAAAABo/Doqvish5x4Q/%5BUNSET%5D.jpg?imgmax=800' style='max-width: 800px;'/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Gerade hatte ich gehört, dass Heinrich Böll einmal geäußert hatte, in Westdeutschland sei nichts schlimmer, als wenn jemand dazu beitrage, den Umsatz zu verringern. Das sagte ich Schill und fügte hinzu, dass sich daran seit der Zeit gleich nach Weltkrieg Nummer zwei nichts geändert habe und: "Du kannst dich ja eindecken mit Lebkuchen und Baumbehang, dir Glühwein erhitzen, dich mit dem Glas Glühwein wie ein Hamster vor den Berg Süßkram setzen und zweieinhalb Monate auf die Adventszeit warten."&lt;br/&gt;"Glaubst du etwa, ich kann so lange warten?"&lt;br/&gt;Ich schaute demonstrativ auf seinen Großbauch, dann Schill ins Gesicht. "Genau das ist doch der Trick. So wie du können viele andere auch nicht warten, bis zum 29. November, allein schon, weil zumeist Anfang November die ersten Fröste über uns kommen. Und spätestens dann schlürfen sie Glühwein und naschen dazu vom Marzipanbrot. Und? Na? Sie kaufen nach, damit sie die Adventszeit würdig begehen können. Die Läden jetzt mit Baumkuchen und Glühwein zu bestücken, steigert den Umsatz. Darum, um nichts anderes, geht es in dieser Gesellschaft. Böll hat Recht behalten."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schill fragte mich: "Und du? Kriege ich den ersten Glühwein erst am 29. November?"&lt;br/&gt;"Nein, natürlich nicht. Ich werde den Umsatz auch steigern und kaufe den ersten Glühwein, wenn der erste Frost droht."&lt;br/&gt;"Vorher nicht?"&lt;br/&gt;"Vorher nicht."&lt;br/&gt;"Naja, bist ja doch nicht solch ein Traditionalist. Bist ja doch ein Anpasser."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=e0c9ab6e-4f91-810c-9c3f-78ea04358af2' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-7638117916617635694?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/7638117916617635694/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=7638117916617635694' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7638117916617635694'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7638117916617635694'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/09/vorweihnachtszeit-beginnt-im-handel.html' title='Vorweihnachtszeit beginnt - im Handel'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://lh3.ggpht.com/_YlZEuRkPfCA/SqzqAmYMDOI/AAAAAAAAABo/Doqvish5x4Q/s72-c/%5BUNSET%5D.jpg?imgmax=800' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4248347393655459322</id><published>2009-08-13T16:49:00.001+02:00</published><updated>2009-08-13T16:49:07.667+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Drei Kaiser</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Das Zitat über die Regierenden, die uns an der Nase herumführen wollen und sich dazu ergebener Medien bedienen, stammt aus Erwin Strittmatter "Der Wundertäter, 3. Band", steht fast am Ende des 14. Kapitels. Der dritte Band erschien im Jahr 1980 in der DDR und ich fand in ihm, im 31. Kapitel, noch ein passrechtes Zitat, dieses Mal über eine Person, die er so schildert:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;i&gt;... es war MEHRLESENS überheblicher Ton, mit dem er über die Wirklichkeit sprach, die er nicht kannte; es war die dumm-dreiste Art, mit der er sich "Die Leser" konstruierte, mit der sich anmaßte, zu erklären, was Leser sich wünschten, die besser als er wussten, was war und was nicht war; was es schon gab und was es noch nicht gab. ...&lt;br/&gt;&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;Aber darüber wollte ich nichts weiter schreiben. Ich erinnerte mich nur an die sog. Kaisertage, zu denen alle Jahre wieder besonders viele Urlauber nach Heringsdorf gelockt werden, um hier möglichst viel Geld auszugeben. Ich habe keinen anderen Grund für die Anhäufung von Veranstaltungen und Verkaufsständen für angehäufte Urlauber finden können, auch nicht vor zwei Wochen. &lt;br/&gt;Dass das Ganze für Urlauber veranstaltet wird, ist schon daran zu merken, dass sich am Ablauf so gut wie nichts ändert, sogar das Feuerwerk kam mir sehr bekannt vor, und die meisten Verkaufsstände standen an fast den selben Stellen wie im Vorjahr. Die Bratwürste waren wohl nicht die vom Vorjahr.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Warum tagelang eines Kaisers gedacht werden muss, kann ich bis heute nicht verstehen, der war ja schließlich nicht nur in Berlin und in Heringsdorf. Stellen Sie sich vor, überall, wo der Kaiser, welcher auch immer, irgendwann einmal gewesen ist, würden Kaisertage begangen!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Außerdem kommt Deutschland nun schon seit über 90 Jahren ohne Kaiser aus; das heißt, die Heringsdorfer offensichtlich nicht. Würden einige Heringsdorfer sonst die Gemeinde am liebsten Kaiserbäder nennen - beinahe hätte die Gemeinde, als sie sich aus dreien bildete, so geheißen, Dreikaiserbäder - und würden sie sonst auch alljährlich die Kaisertage feiern?&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es kann die Kaisertage-Feierei auch nicht mit Dankbarkeit zum Kaiser begründet werden. Ohne seine zeitweilige Anwesenheit wären die Dörfer dennoch zu recht ungeordneten Ansammlungen von Hotels, Pensionen, Fremdenzimmern und ein paar Villen herangewachsen. Die Dörfer waren ja schon dabei, sich zu entwickeln, ehe der Kaiser Notiz davon nahm.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Also warum dann Kaisertage? Was hat der Kaiser der Gemeinde Gutes getan, dass seiner Majestät jährlich mit tagelangen Festen gedacht werden muss?&lt;br/&gt;Letztlich geht es doch nur darum Urlauber anzulocken. Sie kämen auch dann, würde die Urlauberverlockung anders heißen. Sie kommen, weil sie auch sonst zu allen möglichen sog. Volksfesten gehen, nur dass sie nun einmal Ende Juli im Ort oder in dessen Nähe sind.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Einzig interessant könnte die sog. Dankeschön-Veranstaltung Anfang Oktober werden. Dann ist die Saison vorbei und es versammeln sich die Organisatoren, um zu feiern, dass wieder einmal alles so abgelaufen ist, wie sonst. Das Interessante an der Veranstaltung sind die Beobachtungen, wer wie mit wem dort debattiert und wer mit wem von dort verschwindet.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=e792edeb-c7f5-88df-8e7b-92baaccfb6f8' alt='' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4248347393655459322?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4248347393655459322/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4248347393655459322' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4248347393655459322'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4248347393655459322'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/08/drei-kaiser.html' title='Drei Kaiser'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-2341751958144802413</id><published>2009-07-26T14:30:00.001+02:00</published><updated>2009-07-26T14:33:40.936+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schill'/><title type='text'>Rätsel über Regierende</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Als Thomas Schill heute mit mir&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt; sprach, nannte er mich &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;gegen seine Gewohnheit Gülle-Lothar. &lt;i&gt;("Sturmfeld"-Leser wissen, wie ich zu dem Spitznamen kam.)&lt;/i&gt; Mir riss schließlich der Geduldsfaden und ich fragte ihn: "Warum sprichst du mich heute ständig &lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;mit meinem Spitznamen an?"&lt;/span&gt;&lt;span style="font-family:sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;br /&gt;"Also gut, meinetwegen nur Lothar. Ich kam auf die Gülle, weil ich etwas über Regierende las."&lt;br /&gt;"Liest du doch jeden Tag, deren blöde Parolen."&lt;br /&gt;Haben Sies gemerkt? Wir sind per du; ist vor einer Woche passiert. Wir haben mächtig einen getrunken und ich nutze den Sonntag, um mich davon zu erholen.&lt;br /&gt;"Die sind gar nicht so blöd. Aber sie versuchen, uns zu verblöden."&lt;br /&gt;Ich wurde ungeduldig. "Was ist das denn nun mit den Regierenden?"&lt;br /&gt;Schill kratzte sich hinter dem rechten Ohr, schaute mich seitlich und von unten an, als wäre er ein Händler, der mich gerade übers Ohr hauen will und sagte: "Ich lese es dir vor, und du darfst raten oder wissen, wer es aufschrieb."&lt;br /&gt;"Und wenn ich es nicht herausfinde?"&lt;br /&gt;"Geht die Welt nicht unter. Dann habe ich bloß bewiesen, dass ich Sachen weiß, die du nicht weißt."&lt;br /&gt;"Und was heißt das?"&lt;br /&gt;"Nichts weiter, als dass wir uns ergänzen."&lt;br /&gt;"Dann wäre es besser für unseren Zusammenhalt, ich wüsste es nicht?"&lt;br /&gt;"Das kannst du halten wie du willst."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schill zog einen Zettel aus der Brusttasche seines Hemdes, entfaltete ihn und las: "Ich kenne keine Regierung, die nicht darauf bedacht wäre, den Regierten zu erklären, wie gut sie es hätten und wie schwierig das Geschäft des Regierens wäre. Niemand hat die Regierenden in den Beruf hineingedrängt, aber alle möchten nachher für Leute gelten, die sich aufopferten, möchten, dass ihr Beruf als der wichtigste der Welt gelte."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Thomas, ich habe keine Ahnung."&lt;br /&gt;"Lother, das macht nichts. Kleine Hilfestellung, das Zitat ist 29 Jahre alt."&lt;br /&gt;"Gilt aber immer noch."&lt;br /&gt;"Wird auch immer gelten, jedenfalls so lange es Regierende gibt. Also, weißt du wer es schrieb?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte keine Lust zu raten; ich fand und finde das Raten albern. Schill gab mir eine Woche Bedenkzeit. Doch die Woche will ich mit Anderem ausfüllen, habe ich mir jedenfalls vorgenommen.&lt;br /&gt;Deshalb eine kleiner Aufruf: Wer ohne lange nachzulesen weiß, wers schrieb, kann es mir im Kommentar mitteilen, auch wenn Schill dann leise zweifeln könnte, dass wir uns immer und überall ergänzen und deshalb unzertrennlich sein müssten.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-2341751958144802413?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/2341751958144802413/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=2341751958144802413' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/2341751958144802413'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/2341751958144802413'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/07/ratsel-uber-regeirende.html' title='Rätsel über Regierende'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6633871137075627461</id><published>2009-07-12T16:10:00.001+02:00</published><updated>2009-07-12T16:10:00.613+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schill'/><title type='text'>Steilküsten-Abfahrtslauf</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Schill hat als Vorruheständler nicht nur Zeit, auf der Promenade Urlaubern zuzuhören. Er hat auch Zeit, sich auszudenken, wie er zu Geld kommen könnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vor ein paar Tagen klingelte er Sturm.&lt;br/&gt;"Merten, ich hab eine Idee, wie ich mich selbständig machen könnte und ich bekomme keinen roten Heller Kredit dafür von der Spaßkasse." &lt;br/&gt;"Nagut, ich höre es mir an."&lt;br/&gt;Schill war schnell die Treppen hinaufgestiegen. Er atmete fauchend vor Anstrengung und weil er so aufgeregt war wegen seines abgelehnten Einfalls.&lt;br/&gt;"Wie wärs mit ner Cola?"&lt;br/&gt;"Cola trink ich nur mit Wodka", antwortete er. &lt;br/&gt;"Wodka? Aber nicht nachmittags um drei."&lt;br/&gt;Ich brachte ihm ein Glas Leitungswasser. Doch er war auch damit nicht zufrieden:&lt;br/&gt;"Kohlensäure gibt es nachmittags um drei auch nicht? Ab wann darf denn Wasser bei Ihnen sprudeln?"&lt;br/&gt;"Ich habe sonst nichts im Haus. Also, was ist Ihnen eingefallen?"&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;"Merten, das ist eine Bombenidee. Haben Sie Lust zum Skilaufen?"&lt;br/&gt;"Was? Jetzt im Juli?"&lt;br/&gt;"Klar. Warum nicht? Hauptsache es ist Vollmond. Heute ist Vollmond."&lt;br/&gt;"So richtig mit Skiern?"&lt;br/&gt;"Ja, die Steilküste runter. Wenn die in Oman die Dünen runterrutschen, können wir das hier erst recht. Aufregender ist es sowieso, weil es schärfer bergab geht."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mir schien, ich müsste verbindlicher werden.&lt;br/&gt;"Thomas Schill, das kann nicht funktionieren."&lt;br/&gt;"Kann es doch. Was spricht dagegen?"&lt;br/&gt;"Alle Steilküsten sind geschützt. Die Hänge dürfen nicht betreten werden. Mit Skiern wären die Hänge ruckzuck ramponiert. Und wer sollten denn wohl die Kunden werden, die dort runterbretterten. Warum sollten es überhaupt Kunden werden, wenn sie schon so verrückt wären, im Sommer mit ihren eignenen Skiern die Steilküsten runterfahren könnten?"&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schill reckte seinen gewaltigen Brustkorb und sagte beim Ausatmen: "Hab ich alles bedacht." Und dann: "Zuerst müsste ich ein Stück Küste kaufen und präparieren, sozusagen eine Piste anlegen. Genau dafür brauchte ich das meiste Geld."&lt;br/&gt;"Wer soll Ihnen denn ein Stück Steilküste verkaufen? Ist das nicht alles Landeseigentum?"&lt;br/&gt;"Das ist es ja gerade. Ich weiß es nicht. Bin noch nicht dazu gekommen, das herauszufinden."&lt;br/&gt;"Gesetzt den Fall, das Land verkaufte Ihnen etwas Steilküste. Warum sollten die Landeslandverwalter es nicht tun, wenn die Regierung unbedingt die Gegend mit einem Kohlekraftwerk vergiften will wegen ein paar Arbeitsplätzen? Was wäre dagegen schon ein Stück Steilküste. Am besten die, unter der die Bernsteinlagerstätte liegt. Da würden die Skiläufer gleich den Abbaus betreiben und Sie hätten ein Zusatzeinkommen. Wenn die Ölbohrer den ltzten Tropfen aus dem Untergrund zutschen wollen, können Sie Skiläufer nebenbei Bernstein abbauen lassen, ohne dass die es merken. Zum Feierabend gehen Sie dann sieben und sammeln."&lt;br/&gt;Schill triumphierte: "Siehste?"&lt;br/&gt;"Und wer soll da herunterfahren?"&lt;br/&gt;Schill blies die Wangen auf, als wollte er Trompete spielen und pustete mir seinen Atem entgegen. "Ist doch sonnenklar, wer meine Kunden werden, diese nordischen Geher mit ihren Skistöcken, die immer so aussehen, als würden sie verzweifelt und in höchster Eile ihre Skier suchen. Und die habe ich, natürlich nicht ihre, aber welche zum Verleihen. Mein Argument: Skilaufen ohne Skier, du meine Güte! Sie bringen die Stöcke mit, ich habe die Skier und ab gehts in die Tiefe."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich kratzte abwechselnd meine Ohren. "Gesetzt den Fall, das alles könnte klappen - wobei ich mir nicht vorstellen kann, dass die nordischen Skiläufer ohne Skier ausgerechnet Ihre Bretter anschnallen würden, um 30 oder 40 Meter tief die Steilküste hinabzurutschen - also gesetzt den Fall, sie oder wer auch immer täten es doch, warum bei Vollmond?"&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schill rollte mit den Augen, Verzweiflung vortäuschend. "Das ist natürlich nur ein Verkaufstrick. Nachts, Vollmond, Fackeln zu beiden Seiten der Piste, Lagerfeuer am Strand. Dafür kann ich einen Extrapreis verlangen." &lt;br/&gt;Dann sackte er plötzlich etwas in sich zusammen und sagte: "Tja, wenn ich eine Wellnes-Oase eröffnen würde oder wie die Zimmer heißen, in denen Leute sich mit ich weiß nicht was einschmieren lassen, bekäme ich bestimmt einen Kredit. Aber ich kann nicht andere Leute einschmieren, hört sich auch so nach anschmieren an, und ich will auch nicht anbieten, was so viele andere Leuten schon anbieten."&lt;br/&gt;Ich empfahl ihm: "Dann bleiben Sie doch einfach Ruheständler. Helfen Sie Ihrer Frau beim Abwasch und beobachten Sie Urlauber auf der Promenade und die Leute mit den Skistöcken, die ihre Skier suchen. Was Sie da erleben, erzählen Sie mir. Wenn Sie das tun, verspreche ich Ihnen, Sie nach den Kaisertagen zur Dankeschön-Veranstaltung für die Organisatoren mitzunehmen. Essen und Trinken frei und dazu noch Hein mit sien Schifferklavier."&lt;br/&gt;"Ach, Sie sind Organisator?"&lt;br/&gt;"Nein, ich mache nur jede Menge Fotos und etwas Text dazu für die Kurverwaltung. Was die damit machen, weiß ich nicht, interessiert mich auch nicht. Ist wohl fürs Internet und Kataloge. Ein bisschen muss auch ich für die Gemeinde machen, wenn ich schon hier wohne."&lt;br/&gt;"Ich könnte mich beherrschen."&lt;br/&gt;"Ist in Ordnung, Schill. Jeder nach seiner Fasson. Sehen wir uns in einer Woche?"&lt;br/&gt;"Abgemacht."&lt;br/&gt;"Aber ohne Skier."&lt;br/&gt;"Das muss ich mir noch überlegen."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich brauchte &lt;i&gt;nicht&lt;/i&gt; zu überlegen. Skilaufen im Sommer, die Steilküste hinab, ob im Sonnenschein oder im Mondlicht. Niemals würde ich mich auf Skier stellen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6633871137075627461?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6633871137075627461/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6633871137075627461' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6633871137075627461'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6633871137075627461'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/07/steilkusten-abfahrtslauf.html' title='Steilküsten-Abfahrtslauf'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-7006986560478926506</id><published>2009-07-01T20:13:00.000+02:00</published><updated>2009-07-01T20:13:01.585+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Kolonnisten</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Es können nicht alle Autofahrer Auto&lt;span style='font-style: italic;'&gt;besitzer&lt;/span&gt; gewesen sein, die heute vormittag auf der Bundesstraße durch Heringsdorf fuhren. Auf der Straße zockelten so viele Autos auf beiden Fahrbahnen, dass ich davon ausgehe, etliche Leute hatten sich Autos &lt;span style='font-style: italic;'&gt;geborgt&lt;/span&gt;, um mitzumachen, die Straße zu füllen, und nicht nur das, sie fuhren, um die Autos auch zu nutzen, mehrfach zwischen Bansin und Ahlbeck hin und her, wohl auch gleich nach Swinemünde zum Tanken.&lt;br/&gt;So voll war die Straße!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den nächsten Jahren werden weitere Übernachtungsmöglichkeiten gebaut, so das 30 Meter hohe Hotel, das schon heute den Tarnnamen "Teil des Ortszentrums Heringsdorf" trägt, aber den Namen "&lt;a href='http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2009/06/wie-ein-koloss-optisch-verkleinert.html'&gt;Koloss von Heringsdorf&lt;/a&gt;" verdient hat.&lt;br/&gt;Ich hoffe, dann werden die Leute mit den geborgten Autos, diese Kolonnisten, aussortiert, damit die Autos auf der Ortsdurchfahrt nicht übereinander gestapelt werden müssen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-7006986560478926506?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/7006986560478926506/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=7006986560478926506' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7006986560478926506'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7006986560478926506'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/07/kolonnisten.html' title='Kolonnisten'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6216464925799682515</id><published>2009-06-14T17:12:00.001+02:00</published><updated>2009-06-14T17:12:35.874+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schill'/><title type='text'>Schills Geschichte lesenswert?</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Gestern war Thomas Schill wieder da, sich eine Antwort abzuholen. Er musste sich zwar nicht bücken, um in die Wohnung zu gelangen, doch füllte er fast die Türöffnung aus.&lt;br/&gt;Ich habe ihm dringend abgeraten, so etwas wie ein Internet-Bürgerzeitung zu beginnen. Sie wird kaum gelesen werden und macht vor allem unglaublich viel Arbeit - und das für nichts und wieder nichts.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;"Was dann?", wollte er wissen.&lt;br/&gt;"Weiß ich auch nicht. Mehr Leser hätte eine Klatschseite, doch dann hätten wir auch mehr mit Anwälten und vor Gericht zu tun. Warum wollen Sie überhaupt etwas schreiben?"&lt;br/&gt;Er schaute mich herablassend an und antwortete: "Warum wohl? Weil ich eine Menge weiß."&lt;br/&gt;"Zum Beispiel?"&lt;br/&gt;"Wie Urlauber rumlaufen."&lt;br/&gt;"Wen interessiert das?"&lt;br/&gt;Schill lachte leise. "Mich. Setzen Sie sich mal eine halbe Stunde auf eine der Promenadenbänke und schauen Sie dem Treiben zu."&lt;br/&gt;"Und das ist ein Grund? Schreiben Sie es doch für sich auf und behelligen Sie nicht die Menge, wobei sich fragt, wie klein die Menge sein wird."&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Unvermittelt, als hätte er die Bettelei satt, fragte er mich: "Ist Journalist ein Traumberuf?"&lt;br/&gt;"Nee, für mich nicht. Sonst würde ich es noch heute und weiterhin machen. Statt Nerven zerfetzenden Themen in aller Welt nachzujagen, schaffte ich es Lokalredakteur in die Wärmestube des Arbeitslosenverbandes. Das ist zwar fast, wie auf die Seychellen zu reisen, aber nur fast."&lt;br/&gt;"Das kann doch interessant sein, wenn man die Augen aufmacht."&lt;br/&gt;"Dann berichten Sie doch von dort im Winter. Auf der Insel gibt es doch gar keine Wärmestube."&lt;br/&gt;Schill nickte. "Werde ich mir merken. Gute Idee, das mit der Wärmestube. Dann fahre ich eben nach Wolgast."&lt;br/&gt;"Ihnen ist kein Weg zu weit für eine Geschichte, die niemanden interessiert?"&lt;br/&gt;Schill neigte den Kopf ein wenig zur Seite und zugleich nach vorn. "Mmhhmm, bin ich niemand?"&lt;br/&gt;Ich war ein wenig ungehalten. "So kommen wir nicht voran. Erzählen Sie mal, wie Urlauber rumlaufen.&lt;br/&gt;Schill schaute zur Zimmerdecke, schlug mit der rechten Faust in seine linke Hand und sagte: "Ich habe eine", holte tief Luft, atmete kräftig aus und fing endlich an:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;"Auf der Promenade schlenderte eine Frau in braunen Fellstiefeln, ein mattes Hellbraun, das der Stiefel, sehr vornehm, passend zum Fell ihres Hundes. Dennoch beging sie einen Stilbruch, denn das Halsband und die Leine waren aus glattem, schwarzem Leder.&lt;br/&gt;Ein Mann in silberfarbener Bundjacke und schwarzer Hose ging auf sie zu. Offensichtlich waren sie einander schön öfter begegnet.&lt;br/&gt;Er zu Ihr: Und wie gehts?&lt;br/&gt;Sie: Gut.&lt;br/&gt;Er: Und sonst so?&lt;br/&gt;Sie: Sonst gehts gut.&lt;br/&gt;Er: Und überhaupt?&lt;br/&gt;Sie: Wie, überhaupt?&lt;br/&gt;Er: Na, so generell.&lt;br/&gt;Sie: Achso, ja, generell gut.&lt;br/&gt;Er: Und wollen Sie nicht wissen, wie es mir so im Detail geht?&lt;br/&gt;Sie: Bitte?&lt;br/&gt;Er: Na, im Speziellen.&lt;br/&gt;Sie: Oja, Wie gehts im Detail?&lt;br/&gt;Er: Meinen Details geht es sehr unterschiedlich.&lt;br/&gt;Sie: Welchen Details geht es denn besonders gut?&lt;br/&gt;Er: Meinen Zähnen, besonders meinen Schneidezähnen. Keine Plombe, keine Karies. Vielleicht haben sie im Urlaub etwas zu viel Farbe abbekommen; war ja tolles Wetter. Aber sonst bestens."&lt;br/&gt;Schill grinste mich an und fragte: "Können Sie sich vorstellen, dass was wurde aus den Beiden?"&lt;br/&gt;"Generell oder im Detail?"&lt;br/&gt;"Na, überhaupt."&lt;br/&gt;"Ich glaube, im Detail mag es was geworden sein, weil beide unter Langeweile litten, generell wohl überhaupt nicht.&lt;br/&gt;Aber nun mal im Ernst, wer soll denn so etwas gut finden und deshalb lesen wollen?"&lt;br/&gt;Er zog die blassblonden Augenbrauen zugleich mit den Schultern hoch. "Meinen Sie nicht?"&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;"Ich werde meine Blogleser fragen", was ich hiermit getan habe.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6216464925799682515?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6216464925799682515/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6216464925799682515' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6216464925799682515'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6216464925799682515'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/06/schills-geschichte-lesenswert.html' title='Schills Geschichte lesenswert?'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-804756916571503795</id><published>2009-06-08T18:11:00.001+02:00</published><updated>2009-06-08T18:17:14.626+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Schill'/><title type='text'>Schill will Zeitung machen</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;&lt;style type="text/css"&gt;&lt;br/&gt; &lt;/style&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Bei mir hat sich ein Heringsdorfer Vorruheständler gemeldet, klingelte und stand dann vor der Tür, 59, riesig, blond, großbäuchig.&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt; Er möchte von mir schreiben lernen, schließlich hätte ich ja lange für die Inselrundschau gearbeitet; witzig, zweifle ich doch an jedem Tag an mir selbst. Doch er ließ sich nicht abweisen. Er wolle unbedingt ein Bürgerblatt gründen, nur im Internet, weil es nichts kosten dürfe und wohl auch nichts einbringen werde. Er wollte wissen, wie er einen Text beginnen und wie er ihn enden lassen muss. Ich fragte, ob er denn wisse, woher er Themen erhalte, bevor er sich über Anfang und Ende den Kopf zerbreche. Er winkte ab, davon habe er "reichlich im Koppe".&lt;/p&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;"Nur mit dem Schreiben hapert es", ergänzte er. Ich schlug ihm ein Treffen in einer Woche vor. Bis dahin würde ich es mir überlegen.&lt;br /&gt;So, und nun sitze ich da und überlege, mit der reizvollen Aussicht auf Schreibarbeit und mit der reizlosen Aussicht, regelmäßig etwas abzuliefern, ohne etwas daran zu verdienen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn ich bedenke, mit welchem Wenig bis Nichts Leute Geld verdienen, ist die Idee&lt;br /&gt;abschreckend. Andererseits hätte ich zusätzliches Tun, denn meine Schreibseminare sind schlecht besucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was mache ich? Folge ich dem Vorschlag Thomas Schills? So heißt er und ich fragte und es&lt;br /&gt;sollte witzig sein: "Ist vielleicht &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_von_Schill"&gt;Ferdinand von Schill&lt;/a&gt; Verwandschaft?"&lt;br /&gt;"Ich bin kein Von und weiß auch nicht, dass der von Schill Kinder gehabt hätte. Da isser wohl nicht zu gekommen."&lt;br /&gt;Peng, das saß, und das ist der Grund, warum ich noch überlege und ihn nicht einfach seine&lt;br /&gt;Webzeitung allein machen lasse.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-804756916571503795?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/804756916571503795/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=804756916571503795' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/804756916571503795'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/804756916571503795'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/06/schill-will-zeitung-machen.html' title='Schill will Zeitung machen'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1470011699341327689</id><published>2009-05-24T14:33:00.001+02:00</published><updated>2009-05-24T14:33:03.943+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Keinen Cent wert</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Habe im Aldi an zwei Tagen dieser Woche in der Insel-Rundschau geblättert und fand bestätigt, was ich schon lange weiß: Die Leser kaufen zumeist Belangloses, Texte, die ihnen keinerlei Nutzen bringen und dann noch schlecht geschrieben sind. Seitenfüllung mit Höchstgeschwindigkeit, um den heiligen Feierabend zu&lt;br /&gt;sichern, scheint den Redakteuren besonders wichtig zu sein. Was da&lt;br /&gt;steht, ist nicht so wichtig.&lt;br/&gt;Es wird immer schlimmer, seit ich die Rundschau verließ, hat aber natürlich nichts mit mir zu tun. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So sollte für die Leser wichtig sein, dass der Oberpräsident gewählt wird. Wichtig ist das doch nur für jene, die auf Posten und Pöstchen rund um den Präsidenten aus sind. Den Lesern auf Usedom ist es egal, wer ihre Steuergelder erhält, da kaum jemand von ihnen die Möglichkeit hat, eines der &lt;a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Bundespr%C3%A4sidialamt'&gt;150 Pöstchen&lt;/a&gt; zu bekommen. Erinnert sich noch jemand an die vorletzte Rede der gerade vergangenen Amtszeit? Ich erinnere mich nur an das wichtige Gesicht, den lehrerhaften Ton des Oberpräsidenten, was ihn lächerlich machte. Der Mann ist mit Amt und Maus überflüssig, kostet nur Geld. Dennoch wird alles um ihn hochgespielt, nur um die Seiten schnell zu füllen, denn Agenturen liefern massig Material, das auch sie sehr einfach beschaffen; es wird ihnen förmlich in die Hand gedrückt. &lt;br/&gt;Noch einfacher ist es, vor der Wahl zu spekulieren, wer denn nun welche Chance auf das Amt hat - auch das völlig bedeutungslos und zeitraubend für die Leser, denn selbst Wahlgierige dürfen den Oberpräsidenten nicht wählen. Wozu auch, hat er doch nichts zu verrichten, außer vorhanden zu sein.&lt;br/&gt;Morgen wird die Rundschau etliche Spalten füllen mit dem Ergebnis der Wahl, mit Volksverblödung per Stellungnahmen von Oberbonzen zum Wahlergebnis.&lt;br/&gt;Ebenso wurde und wird die Rundschau mit dem Langweiler Grundgesetz gefüllt und der Mitteilung, dass wegen des Grundgesetzgeburtstages ein Bürgerfest in Berlin mit Bratwurst und Broschüren stattfand.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Völlig vergessen wird dabei, dass statt der Kolonialisierung der DDR die Chance bestanden hatte, endlich eine Verfassung für einen neuen deutschen Staat zu schaffen. Darüber las ich kein Wort. Stattdessen erfuhren die Leser, wer bereits Oberpräsident war, was jeder im Internet nachlesen kann, ohne einen Cent dafür auszugeben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wenn schon Historisches, dann z.B. auch die Geschichte der sozialen Marktwirtschaft, die &lt;a href='http://www.spiegelfechter.com/wordpress/540/die-geburtswehen-der-sozialen-marktwirtschaft' target='_blank'&gt;hier&lt;/a&gt; in aller Kürze nachzulesen ist und zeigt, welche Möglichkeiten sich das deutsche Volk entgehen ließ, oder welche ihm genommen wurden:&lt;br/&gt;&lt;blockquote&gt;Wer weiß heute noch, dass in Hessen 1946 die Sozialisierung von&lt;br /&gt;Schlüsselindustrien, Großbanken und Versicherungen per Volksentscheid&lt;br /&gt;beschlossen wurde? Wer weiß noch, dass die Briten im gleichen Jahr die&lt;br /&gt;Schwer- und Montanindustrie in Nordrhein-Westfalen verstaatlichen&lt;br /&gt;wollten? Und wer erinnert sich eigentlich noch an das Ahlener Programm&lt;br /&gt;der CDU, in dem 1947 ein christlicher Sozialismus anstelle einer&lt;br /&gt;kapitalistischen Wirtschaftsordnung gefordert wurde?&lt;br/&gt;&lt;/blockquote&gt;Stattdessen erfuhren die Leser auf einer ganzen Seite, dass ein Sturm in einem mecklenburgischen Dorf Teile von ein paar Dächern abdeckte und ein paar Bäume umwarf. Das mag eine schlimme Abwechslung im Alltag der Dorfbewohner gewesen sein, von denen alle unversehrt blieben. Im Grunde genommen ist sie für alle &lt;i&gt;anderen&lt;/i&gt; Zeitungsleser unerheblich.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dagegen ist von außerordentlichem Belang, &lt;i&gt;wie&lt;/i&gt; die ein halbes Dutzend Männer in aller Stille fast eine halbe Billion Euro an Banken verteilen. Davon erfahren die Rundschau-Leser nichts. Das können sie auch nicht, weil ohne kommentarischen Widerspruch der meisten Medien und durch Abnicken des Stimmviehs im Bundestag die Regierung einen Geheimbund gründete, der über die Verwendung des Geldes der Steuerzahler entscheidet. Den Steuerzahlern wurde mit Hilfe der Rundschau und vieler anderer Medien die Abwrackprämie schmackhaft gemacht, damit die Zahlenden die Mäuler auch aufmachen, wenn sie mit ihrem eigenen Geld gestopft werden (das nur wenige von ihnen erhalten, um es an die Autokonzerne abzuliefern) und mit dem Geld ihnen auch noch die Augen zugekleistert werden. Sie werden nicht aufmucken und sie werden auch nicht sehen, wie sie hinters Licht geführt werden. Sie werden auch nicht mitbekommen, dass sich die Insel-Rundschau dem Dasein als Kuli der Regierenden hingibt und sich dafür von den Lesern bezahlen lässt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das erinnert mich an das mediale Gebrüll nach der Wende, jetzt müssten die DDR-Bürger ohne DDR aber gründlich ihre Vergangenheit bewältigen. Die Altdeutschen hatten keine Vergangenheit und haben auch 20 Jahre später keine, denn es galt zu raffen. Während sich die Medien bildlich die Mäuler zerfetzten über Stasispione und deren Helfer, eigneten sich Altdeutschländler große Teile der DDR an, nachdem sie das Volkseigentumm zu Staatseigentum erklärten, eines Staates, den es nicht mehr gab und dessen Eigentum nun wohlfeil zu haben war - für jene, die das Kapital und die Beziehungen hatten. Einige ließen sich nicht nur beschenken, sondern erhielten sogar noch Geld, Steuergeld, damit sie DDR-Stücke abnahmen. Das war der potenzierte Irrsinn: Die neuen Steuerzahler, die ihren Staat vernichtet hatten, zahlten nun dafür, dass sie enteignet wurden, merkten aber nichts, weil sie mit der Bewältigung ihrer Vergangenheit zu tun hatten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun passiert dasselbe. Den DDR-Ehemaligen wird erklärt, dass sie in einem Unrechtsstaat lebten, andere meinen, das sei nicht so gewesen und wie vor 2000 Jahren wird die Masse mit Brot und Spielen - das Gequassel um den Unrechtsstaat, die Wahl des Oberpräsidenten, das Bürgerfest, der Schauder über abgedeckte Dächer, alles nichts als Brot und Spiele - und währenddessen tut der Geheimbund gerade Gleiches wie damals die DDR-Aufkäufer. Er verscherbelt Steuergeld in unbegreiflicher Höhe und niemand erfährt, wer wie viel davon bekommt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;An beiden Tagen war die Insel-Rundschau keinen Cent wert.&lt;br/&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1470011699341327689?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1470011699341327689/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1470011699341327689' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1470011699341327689'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1470011699341327689'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/05/keinen-cent-wert.html' title='Keinen Cent wert'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-8748535394575172631</id><published>2009-05-17T13:24:00.000+02:00</published><updated>2009-05-17T13:25:04.825+02:00</updated><title type='text'>Kommentarfunktion erweitert</title><content type='html'>Sie können jetzt auch anonym kommentieren.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-8748535394575172631?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/8748535394575172631/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=8748535394575172631' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/8748535394575172631'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/8748535394575172631'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/05/kommentarfunktion-erweitert.html' title='Kommentarfunktion erweitert'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-443127971990914428</id><published>2009-05-17T13:12:00.000+02:00</published><updated>2009-05-17T13:23:53.554+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Holls einfacher Weg zum Teemischer</title><content type='html'>Sturmfeld-Leser wissen, wie der Rentner Uwe Holl seinen Tee im Sommer mischte. Er hatte noch andere Tee-Tipps, die Sie vielleicht schon kennen. Eine kleine Wissensauffrischung kann aber nicht schaden und es wird auch bald Sommer sein.&lt;br /&gt;Noch eins: Hier wird nie und nimmer über Tee in Beuteln geschrieben. Sie sollten sich nicht von Teeabpackern Ihre Teemenge pro Tasse vorschreiben lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;span style="font-weight: bold;font-size:130%;" &gt;Der einfache Weg zum Teemischer&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Experimentieren bringt Erfinder-Freude und Aroma-Schub&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oft wird Ihnen versprochen, Tee schmecke dann und nur dann nach Tee, wenn sich sein Geschmack im ko­chenden Wasser frei entfalten kann. Er quillt nicht im Tee-Ei, wo die Teeblätter nur eine kleine Chance bekommen, ihre Aromastoffe an das Wasser abzugeben. Die Teeblätter pressen sich einfach zu sehr an­einander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Das wissen Sie schon lange, ebenso, dass nur frisch sprudelndes Wasser und eine vorgewärmte Kanne dabei hel­fen, viele Aromastoffe aus dem Tee hervorzulocken. Doch geht Ihnen die Bequemlichkeit über alles. Lieber ver­zichten Sie auf das volle Aroma. Außerdem sind Sie als hart trainierter Single niemand, der eine ganze Kanne Tee benötigt. Eine große Tasse reicht Ihnen? Wie wäre es aber, wenn Sie ab heute die Bequemlichkeit des Tee-Eis mit dem vollen Aroma-Schub verbinden könnten?  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zu Ihrer vorgewärmten Tasse benötigen Sie ein feines Sieb. Verzichten Sie auf einen Porzellaneinsatz. Er hat zu wenige Öffnungen. In das Sieb geben Sie den Tee. Jetzt gießen Sie das frisch sprudelnde Wasser durch das Sieb. Richtig voll muss die Tasse werden, denn der Tee saugt eine ganze Menge Wasser auf. Die Teeblätter schwimmen nicht in Ihrer Tasse umher. Dennoch presst sich kein Teeblatt an das andere.  Die Aromastoffe ge­hen ungehindert in das Wasser über.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Nun kommt es ganz darauf an, ob Ihr Tee Sie anregen oder beruhigen soll. Sind Sie auf eine Aufmunterung aus, erreicht die Methode das, was Sie unschlagbar macht. Sie können nämlich das siedende Wasser durch das Sieb gießen und diesen Sud trinken, der sich in Sekunden-Bruchteilen des Teekontaktes gebildet hat. Sie haben sich dann den vollkom­menen Muntermacher gekocht, denn die Teeblätter können während dieses blitzartigen Aromen-Entzugs keine Gerbstoffe abgeben. Diese Stoffe sind es nämlich, die das anregende Teein nicht wirken lassen und Sie sich nicht zum hohen C der Munterkeit hinauftrinken können. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre neue Kochmethode für Singles hat einen weiteren Vorteil. Sie können den Kampf gegen die Bevormundung durch die Teeindustrie aufnehmen, die Sie mit aromatisierten Tees und Standard-Mischungen in vorgefertigte Geschmacksrichtungen zwingen will. Lassen sie sich nicht zwingen. Experimentieren Sie mit Mischungen aus grünem und schwarzen Tee, wenn der Tee ein wenig bitter schmecken soll. Oder mischen Sie Pfefferminze mit  schwarzem Tee, um einen Wachmacher und Durstlöscher zugleich zu trinken. So tun es die findigen Geor­gier. Merken Sie es? Vanille- oder Mango-Aromen im Tee sind noch lange nicht das Ende der Tee-Kochideen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genießen Sie es, Ihre eigenen Mischungen zu finden und zu verfeinern. Werden Sie Erfinder. Und schließlich, lassen Sie sich Ihre Mischungen schmecken und der doppelte Genuss stellt sich ein. Riechen und schlürfen Sie den Tee. Versuchen Sie, dabei nichts anderes zu tun. Während des Trinkens zu fragen: „Was tue ich danach?“ würde nur Ihre Fähigkeit verringern, den Augenblick und damit den Tee zu genießen.&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-443127971990914428?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/443127971990914428/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=443127971990914428' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/443127971990914428'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/443127971990914428'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/05/holls-einfacher-weg-zum-teemischer.html' title='Holls einfacher Weg zum Teemischer'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-2967682402589400348</id><published>2009-05-11T17:14:00.000+02:00</published><updated>2009-05-17T13:26:40.329+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Usedomer bekommen keine Schweinegrippe</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Erinnern Sie sich noch an die Krankheit, die aus Mexiko über uns gekommen sein, durch Viren ausgelöst sein und mit Schweinen zu tun haben soll?&lt;br /&gt;Möglicherweise stimmt keine der Annahmen. Doch das ist schon nebensächlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hauptsächlich ist, dass ich auf einem Sammelplatz ein altes Elekrogerät  abgab. Denn hätte ich das nicht getan, wüsste ich noch immer nicht, warum uns auf der Insel die sog. Schweinegrippe nichts anhaben kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als ich das Gerät aus dem Auto hob, musste ich husten. Ein Mann, wenige Meter neben mir, fürchtete um mich und das abzugebende Gerät, als er sah, wie ich hustete und schwankte und nahe daran war, mit dem Gerät zu stürzen. Der Mann bewahrte mich, indem er das Gerät auffing und ich so mein Gleichgewicht wiedergewann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sah mich bemüßigt, außer einem Dankeschön noch etwas zu ihm zu sagen und verfiel auf diese Idee: "Der Husten wird doch wohl nicht ein Anzeichen von Schweinegrippe sein?"&lt;br /&gt;Er zögerte keine Sekunde mit einer Antwort: "Hier auf der Insel gibt es keine Schweinegrippe."&lt;br /&gt;"Und es wird hier auch keine geben?"&lt;br /&gt;"Genau."&lt;br /&gt;"Und warum?"&lt;br /&gt;Er sagte in nur ganz wenig vorwurfsvollen Ton, also einem vorwurfsarmen Ton, als müsste ich den Grund kennen: "Das ist die Lage am Meer. Daher kommt die jodhaltige Luft. Und Jod können die Viren nicht ab."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seitdem beruhige ich mich, dass mir die Schweinegrippe nichts anhaben kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Oder kann sie doch? Wie viel Jod ist in dem Brackwasser und wie viel davon gelangt in die Luft? Was ist, wenn tagelang der Wind still steht?&lt;br /&gt;Und wenn jemand eine Wunde mit Jodtinktur desinfiziert, soll das dasselbe sein, als atmete ich gering jodhaltige Luft? Jod ist doch nicht gleich Jod!&lt;br /&gt;Seitdem bin ich wieder unruhig.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-2967682402589400348?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/2967682402589400348/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=2967682402589400348' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/2967682402589400348'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/2967682402589400348'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/05/usedomer-bekommen-keine-schweinegrippe.html' title='Usedomer bekommen keine Schweinegrippe'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-5188754525530645003</id><published>2009-05-01T13:30:00.001+02:00</published><updated>2009-05-17T13:25:55.007+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Vom "Hände hoch!"</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;&lt;big&gt;"Hände hoch!"&lt;/big&gt;&lt;strike&gt;&lt;br /&gt;&lt;/strike&gt;&lt;br /&gt;Wer einem Menschen das Heben der Hände befiehlt, hat ihn bereits in seiner Gewalt. Meist ist der Gewaltausübende im Besitz einer Waffe, mit der er seinen Gegenüber zwingt, die Hände zu heben. Es - das Heben der Hände - dient also dazu, sich der Untätigkeit oder des Brechens einer vermeintlichen Gegengewalt zu versichern. So kann geschlussfolgert werden: Der Mächtigere bekennt mit dieser Aufforderung andererseits einen Rest an Mangel von Macht, die - so glaubt der Auffordernde - der andere besitzt.&lt;br /&gt;Durch das "Hände hoch!" geht also dieser Machtrest an den Sieger über und macht demnach das Opfer im wahrsten Sinne des Wortes machtlos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganz und gar ist die Gebärde des Händehebens eine mit anderen Gebärden nicht vergleichbare. Das Beugen des Knies und des Nackens, die dieser am nächsten kommen, drücken doch anderes aus. Das Heben der Hände hat nicht die Unterwürfigkeit der anderen Gesten. Der Unterlegene reckt, streckt den Körper. Es ist das Sich-Ergeben gegenüber dem Unterwerfer, dem kein Kampf oder dessen Vorbereitung oder Drohung vorausgegangen sein muss; es ist eine besondere Art der Entblößung. Wer sich in Gefahr befindlich zusammenkrümmt, will seine verletzlichere Körperseite schützen, ist Verteidigung. Wer die Hände hebt, entledigt sich der letzten Möglichkeit, sich zu schützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Gebärde ist, obwohl millionenfach ausgeführt, einzigartig. Es ist nicht die bittende oder fordernde Geste der vorgereckten Hände eines Kindes zum Beispiel. Sie ist grundverschieden von der Geste des Hebens &lt;u&gt;einer&lt;/u&gt; Hand, dass das Aufmerksammachen auf sich beinhaltet und geradezu entgegensetzt dem Heben der Faust.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Hände im Nacken verschränken lassen, ist eine andere Form des Händehebens. Sie wird angewendet, wenn der Hebende die Hände nicht hoch genug hebt oder anders bekundet, einen Rest von Widerstand entgegensetzen zu wollen. Schließlich zeigt es doch nichts anderes als die Unsicherheit des Machtbesitzenden oder gar seine Angst vor seinem Gegner.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt ist dieses "Hände hoch!" eine Geste, die es im Tierreich nicht gibt, typisch menschlich also, weil die Hände sowohl für die Arbeit da sind, als auch unentbehrlich für die Zerstörung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ach, der Mensch, was treibt ihn nur, so viel Kraft aufzuwenden, andere unter sich zu pressen, ihnen seinen Willen aufzuzwingen? Und wie grausam ist es, von Menschen gezwungen zu werden, anderer Menschen Willen zu brechen, nicht für sich, sondern für jene, die zuvor unseren Willen brachen.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-5188754525530645003?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/5188754525530645003/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=5188754525530645003' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5188754525530645003'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5188754525530645003'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/05/vom-hoch_01.html' title='Vom &quot;Hände hoch!&quot;'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-9220935449033643831</id><published>2009-04-05T17:03:00.001+02:00</published><updated>2009-05-17T13:27:06.564+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Über das Begrüßen</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Heute Vormittag hörte ich beim Rasieren im Radio, der tschechische Präsident habe Obama &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Empfang_mit_milit%C3%A4rischen_Ehren"&gt;mit militärischen Ehren&lt;/a&gt; empfangen. Das ist natürlich keine Meldung, sondern ein Langweiler, denn es ist Tradition, wenn auch eine blödsinnige, Staatsoberhäupter so zu empfangen. Hätte der Ober-Tscheche den USA-Oberbonzen Obama mit einem Strauß Blumen und ohne alles militärische Getöse begrüßt, wäre das eine Spitzenmeldung gewesen, weil der Ober-Tscheche gegen das diplomatische Protokoll verstoßen hätte. Verkehrte Welt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine Stunde später hörte ich im Radio die Übertragung eines Gottesdienstes als dem Greifswalder Dom. Der Dompfarrer erzählte, dass seine Mutter Besuchern zur Begrüßung stets einen Blumenstrauß ins Gästezimmer brachte. Ich stellte mir vor, was passiert wäre, hätte die Mutter sich ans diplomatische Protokoll gehalten. In Ermangelung von Soldaten hätte sie ihre Söhne nebeneinander vor den Hauseingang gereiht, den größeren mit einem Luftgewehr, den jüngeren mit einem Katapult in den Händen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das seit Wochen trainierte Handhaben der Waffen während des Gästeempfanges hätte fehlerfrei geklappt. Mit versteinerten Gesichtern hätten die Jungen dagestanden. Und die Gäste? Sie hätten möglicherweise gedacht, in einem Irrenhaus gelandet zu sein oder die Gastgeber machten sich einen bösen Scherz. Andere hätten darüber hinweggesehen oder wären sogar mir einer Grußerweisung - ausgestreckte Finger tippen an die Schläfe, nicht an die Stirn - vorübergeschritten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nunja, das ist nie passiert, der Junge wollte später Schwerter zu Pflugscharen schmieden; hat er zwar nie gemacht, aber er fand die Idee gut. Dazu sagte der Pfarrer leider nichts, auch nicht dazu, dass niemand anderer sich solcher Art als Schmied betätigt hätte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ist aber nicht auch der Empfang von Gästen in Hotels durch mitunter absurd Uniformierte ähnlich dem staatsmännischen Ritual?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum würde jemand als nicht ganz normal angesehen, der als Privatperson seine Gäste mit irgendwelchen militärischen Ehren empfänge und ein Staatsmann ebenfalls als nicht ganz zurechnungsfähig, der eine Staatsoberhaupt mit einem Blumenstrauß begrüßte. Ganz einfach, es ist der Sinn, der hinter dem &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Empfang_mit_milit%C3%A4rischen_Ehren"&gt;militärischen Zeremoniell&lt;/a&gt; steckt:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;&lt;i&gt;Die symbolträchtigen Absichten eines Empfangs mit militärischen Ehren sind vor allem:&lt;/i&gt;&lt;/p&gt; &lt;ul&gt;&lt;li&gt;&lt;i&gt;Repräsentation der staatlichen Souveränität gegenüber dem Gast (Aufzeigen staatlicher Handlungsfreiheit und -fähigkeit),&lt;/i&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;i&gt;das Präsentieren der Waffen während des Abschreitens der Front ist eine Mischung aus Demonstration (ich bin bewaffnet) und Vorbringen der Waffe zur Überprüfung auf Munition (ich habe nicht geladen).&lt;/i&gt;&lt;/li&gt;&lt;li&gt;&lt;i&gt;Erzielung eines guten Eindrucks beim Gast von der &lt;a title="Gehorsam" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gehorsam"&gt;Disziplin&lt;/a&gt; und dem Ausbildungsstand der eigenen Streitkräfte (&lt;a title="Wachregiment" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wachregiment"&gt;Protokolleinheiten&lt;/a&gt; werden daher meist besonderem &lt;a title="Drill" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Drill"&gt;Drill&lt;/a&gt; und harter Exerzierausbildung unterworfen)&lt;/i&gt;&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;Bleibt die Frage, warum dieser Quatsch weitergeführt wird, denn es wird auf der Welt eine Menge Geld ausgegeben, um militärische Einheiten zu keinem anderen Zweck als der Repräsentation zu unterhalten. Warum lassen sich die Völker das gefallen und warum finden so viele Menschen Gefallen an der steifbeinigen Herumsteherei und dem albernen Herumhantieren mit Gewehren? Ich weiß es nicht, ahne aber, dass es Glanz, Glitter und Pomp jeglicher Art sind, die die Massen beeindrucken, auch wenn unter den gewaltigen goldfarbenen Schulterstücken der Oberoffiziere schmale Schultern in den ordenbehangenen Uniformjacken stecken und unter den überladenen Mützen schwitzende Glatzen und darunter Gehirne, die auf Krieg sinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wünsche mir und allen Steuerzahlern dieser Welt, dass endlich diese alberne Schau des überflüssigen Brustherauskehrens, dieser sinnentleerten Gockelei, ein Ende hätte und Staatsoberhäupter ihresgleichen und jedermann mit bunten Blumensträußen begrüßten. Es müssten nicht die Blütenketten sein, die Hawaiianer ihren Gästen zur Begrüßung um den Hals legen, aber schön wäre es doch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass wir das nicht erleben werden, zeigt, dass die Welt alles Mögliche ist, nur nicht friedlich und dass die einander empfangenen Staatsbonzen keineswegs Frieden im Sinn haben. Sie haben Krieg im Sinn - welcher Art auch immer - und sie wollen dies mit überflüssigem Pomp verdecken, tun damit aber das Gegenteil: Indem sie versuchen zu imponieren, weisen sie überdeutlich auf ihre Absichten hin.&lt;br /&gt;&lt;div class="zemanta-pixie"&gt;&lt;img src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=6a13d60e-fb77-8893-93f6-0171afa4e32c" class="zemanta-pixie-img" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-9220935449033643831?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/9220935449033643831/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=9220935449033643831' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/9220935449033643831'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/9220935449033643831'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/04/uber-das-begruen.html' title='Über das Begrüßen'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4081198872780619956</id><published>2009-03-29T16:45:00.001+02:00</published><updated>2009-05-17T13:31:20.728+02:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Salon der Dichter</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Dass die Inselrundschau nichts über &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Poetry_slam"&gt;Poetry Slam&lt;/a&gt; berichtet, wird daran liegen, dass es auf der Insel keine Dichter gibt, die sich einem Wettstreit stellen wollen, die es auch nicht können, weil niemand zu solch einem Wettstreit aufrief.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Redakteure der Inselrundschau haben schwer zu kämpfen, ihr Blatt zu füllen. Doch niemand kam bisher auf die Idee, im Sommer junge Dichter anzulocken, indem sie mit interessierten Kurverwaltungen (Oje! &lt;i&gt;Verwaltungen&lt;/i&gt;, ob das etwas werden kann?) zusammen solche Wettbewerbe vorbereitet und in der Rundschau publik macht.&lt;br /&gt;Das würde vielleicht in der Nebensaison besser funktionieren, wenn Greifswalds dichterische Studenten auf solch einen Wettstreit aufmerksam gemacht werden könnten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dass solche Veranstaltungen, von Jungpoeten organisiert, in Großstädten seit Jahren Zulauf haben, kann ich belegen. Ob auf der Insel Ähnliches möglich ist, müsste einfach probiert werden. Die Inselrundschau könnte ohne viel Aufwand etwas für junge Poeten tun und darüber berichten und siehe, schon hätte sie ein paar junge Leser mehr und hätte für sich auch etwas getan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier ein Beispiel, wie solch ein Wettbewerb abläuft:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;style type="text/css"&gt;    &lt;/style&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;&lt;span style="font-size:6;"&gt;&lt;small&gt;Salon der Dichter&lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;&lt;span style="font-size: 16pt;font-size:130%;" &gt;&lt;small&gt;Literaturszene im &lt;a href="http://www.z-bau.info/html/home/index.php"&gt;Kulturzentrum Z-Bau&lt;/a&gt; &lt;/small&gt;&lt;/span&gt; &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Die Augen müssen sich erst an das Schummerlicht im Roten Salon des Z-Baus gewöhnen. Die Frankenstraße ist am Freitagabend heller. Auf dem Podium, beleuchtet von einer Schreibtischlampe, ordnen vier junge Männer Papierblätter. Es sind die Poeten, die heute Abend aus ihren Arbeiten lesen werden.  &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Vor ihnen warten 30 Zuhörer. Die Tische vor den Poeten und die beiden Sofas an den Seiten sind besetzt. An den hohen runden Tischen sind Barhocker frei, auch an der Bar, die dem Poeten-Podium gegenüber liegt. Hier ist es heller vom Licht der Halogenlampen an der rot-schwarz gestrichenen Decke. An den Seitenwänden beschimmern diagonal versetzte Lampen die roten Salonwände.  &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Vor dem Podium, im Gegenlicht kaum zu erkennen, überbrückt Alexander Nym vom Veranstalter &lt;a href="http://www.sprachkrach.org/sprachkrach.htm"&gt;Sprachkrach e. V&lt;/a&gt;. eine Zwangspause, entstanden durch widerborstige Technik: „Ich werd’ ’mal ein bisschen quatschen, bis alles angeschlossen ist.“ Ein Zuschauer möchte ihm helfen, empfiehlt, die Poeten könnten sich vorstellen. Doch vom Podium kommt prompt die Ablehnung: „Wer etwas über uns wissen will, kann nachher fragen. Ist wohl besser so.“ Schließlich rät Nym, die Handys abzuschalten, „Piepser, Herzschrittmacher und ähnliche empfindliche Geräte auch“.  &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Ein Gast mit Brille und wellig wallendem Haar nutzt den Schein der kleinen Windlichter, die auf jedem Tisch stehen. Er zeichnet seine Phantasie auf ein Blatt Papier, wie die vier Poeten es mit jenen Worten taten, die sie jetzt vortragen.  &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Was aus den Lautsprechern in den Salon schallt, ist fein geschliffene, manchmal derb behauene Poesie, hat nichts mit Herz-Schmerz zu tun, „ich habe alle Liebesgedichte rausgeschmissen“, ist Alltag und wilde Phantasie, will „Räume schaffen, in denen Träume fliegen“. Die Zuhörer erfahren von Herrn Albert, der am Baum hängt, ohne sein Holzbein, das ihn seit Stalingrad trug. Sie hören, warum Rüdiger jetzt in einer Sanduhr die Zeit einteilt, oder was es mit „Blix und Donner“ auf sich hat. Dafür gibt es Applaus von inzwischen 50 Gästen.  &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Ein Schäferhund-Mischling springt unter einem der Tische auf, auch bei jedem weiteren Beifall, bis sein Herrchen den nicht klatschfesten Hund nach draußen bringt. Im Nachbarraum beginnt eine Bluesband zu spielen, ist durch die graue Blechtür zu hören. Zwei junge Frauen an der Bar küssen sich selbstvergessen und ausdauernd.&lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;In der Pause wechselt eine Frau in Anorak, kurzem Rock, karierten Kniestrümpfen und salonfarbenen Schuhen vom schwarz verhangenen Eingang an einen anderen Tisch. Der Poet Oliver Barfknecht erzählt, dass alle vier Lesenden an der Universität Nürnberg-Erlangen studieren. In der Theatergruppe lernten sie sich kennen und wunderten sich: „Man sollte doch glauben, dass es am Germanistik-Lehrstuhl Leute gibt, die selber Texte produzieren und vorstellen.“ Mit ihrem Quartett gibt es sie nun, neben Barfknecht Volker Berdich und Sebastian Reichert. Später kam Christian Preunkert dazu, der neben Texten die Musik für die Video-Musik-Lesung liefert.&lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Höhepunkt des Abends wird das Multimedia-Projekt über einen diebischen Nachbarn. Barfknecht lässt seine Zunge im Nachbarn spionieren, um seine gestohlenen Erdbeeren aufzuspüren. Wie bestellt schreit nach dem „Gedicht vom Scheißen“ durch die Blechtür eine Blues-Mundharmonika auf.  &lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt; &lt;p class="western"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;small&gt;Als die Poeten ihre Gäste in die hellere Nacht der Frankenstraße entlassen, klingt der Abend nach: „Stellt euch vor, die Welt wäre aus Gummi und unsere Schuhe aus Stein.“ Einige Zuhörer werden das tun und sich auf die nächsten ersten Freitage im Monat freuen, wenn Sprachkrach wieder zum subkulturellen Sprachvergnügen einlädt.&lt;/small&gt;&lt;/span&gt;&lt;img src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=46f33c3f-c200-8b68-b422-338b9d153536" class="zemanta-pixie-img" /&gt;&lt;/p&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4081198872780619956?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4081198872780619956/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4081198872780619956' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4081198872780619956'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4081198872780619956'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/03/salon-der-dichter.html' title='Salon der Dichter'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1786944837964204100</id><published>2009-03-22T14:27:00.000+01:00</published><updated>2009-03-22T14:32:49.958+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Am Greifswalder Bodden</title><content type='html'>&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;big&gt;&lt;i&gt;&lt;span style="font-family:Garamond;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/i&gt;&lt;/big&gt;&lt;/p&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Am Greifswalder Bodden    &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo Himmel und Meer bleigrau den Horizont verstecken&lt;br /&gt;und der Blick übers Wasser haltlos bleibt,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; wo die Möwen, den Zugvögeln gleich, im Keil auf Reisen fliegen,&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; wo das Pfingstfest letztes Signal für das erste Bad des Jahres ist,&lt;br /&gt;selbst wenn Eisschollen treiben, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo der Sturm aus Nordwest mich vom Strand weht&lt;br /&gt;und der Frost aus dem Osten sich in die Ohrmuscheln krallt, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo das Wasser am Morgen eine Glatze trägt,&lt;br /&gt;die Stunde darauf sich Wellen kräuseln&lt;br /&gt;und Minuten später Wogen toben,&lt;br /&gt;eine jede Ebbe und Flut zugleich, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo Kiefern krummbeinig und schiefhäuptig auf dem Steilufer wachsen, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo die Sturmflut Wiesen in Seen verwandelt&lt;br /&gt;und Wohnzimmer in Tümpel, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo hunderte Schwäne im Bodden-Eis zu Tode frieren,&lt;br /&gt;ein Festmahl für Füchse, Krähen und Adler, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo ich für's Fensterbrett den Donnerkeil und steinalte Muscheln fand,&lt;br /&gt;doch nie einen Bernstein, &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;wo ich dem Sohn die Gier des Fischjägers weitergab,&lt;br /&gt;wo der erste Tag der alljährlichen Hechtverführung unser Feiertag bleibt,  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;was soll ich da am Mittelmeer?  &lt;span style="font-family:Garamond;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1786944837964204100?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1786944837964204100/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1786944837964204100' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1786944837964204100'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1786944837964204100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/03/am-greifswalder-bodden.html' title='Am Greifswalder Bodden'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6794360606303831971</id><published>2009-03-15T13:27:00.000+01:00</published><updated>2009-03-15T14:00:10.824+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Des Habilds Hasen vom Hasenbuck</title><content type='html'>Ein paar Jahre lang lebte ich in Franken. Dort habe ich so viel gelernt, wie zuvor in sechs Jahren. Ich lernte dort Leute mit Ideen kennen, z.B. den Apotheker Gert Habild, der seine Apotheke im Stadtteil Nürnberg-Hasenbuck betreibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weil in allen möglichen Läden seit Wochen Ostersachen angepriesen werden und weil es bald Frühling wird &lt;span style="font-size:85%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;(In einer regionalen Zeitung wäre zu lesen: "Der Frühling steht vor der Tür." Das ist natürlich Quatsch, denn der Frühling steht vor keiner Tür, liegt auch nicht davor und auch nirgends woanders.)&lt;span style="font-size:100%;"&gt;, &lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;erinnerte ich mich an den Apother und an das, was ich von ihm weiß: In seinem Laden stehen, sitzen, liegen und hängen Osterhasen aus aller Welt, das ganze Jahr über. Sogar Notizzettel, die er verschenkt, sind behast:&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/Sbz4c2yAZkI/AAAAAAAAAA4/Htmc74S1vhU/s1600-h/hase.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 106px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/Sbz4c2yAZkI/AAAAAAAAAA4/Htmc74S1vhU/s320/hase.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5313394835015624258" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;  Wer Gert Habild eine Freude machen möchte, schenkt ihm einen Hasen. Ob Plüsch, Holz, Blech, Plaste, Porzellan, Glas, Schokolade oder gemalt und gezeichnet, spielt keine Rolle. Hauptsache der Löffelträger ist originell. Dass es ausgerechnet Hasen sind, hat mit seiner Apotheke zu tun. Sie liegt im Stadtteil Hasenbuck. &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Als Gerd Habild Anfang 1997 die Apotheke in der Rieppelstraße übernahm, hatte er die Idee, zu Ostern das Schaufenster mit Hasen auszustatten. Einige Meister Lampe aus dem Baumarkt wurden so der Beginn seiner Sammelleidenschaft. Ein Hase wurde auch zum Logo der Apotheke. Die Frau eines Freundes, eine Grafikerin, entwickelte es: den breiten, lächelnden Kopf mit den besonders schlanken Ohren.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;„Öfter mal was Neues“ ins Schaufenster zu stellen, sei interessanter für die Kundschaft, meinte der Apotheker. Also wechselte er von Zeit zu Zeit die Hasen-Dekoration. Nur im Weihnachts-Schaufenster standen Engel und Räuchermännchen. Doch selbst dort fand sich ein Hase, aus Holz geschnitzt und deshalb ein wenig getarnt.  &lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Wer öfter an der Apotheke vorbeikommt, entdeckt Hasen mit Pilzen in der Pilzzeit, Hasen mit Ranzen, wenn die Ferien enden und traditionell einmal jährlich ein Mohrrüben-Schaufenster. Zum wahren Entdecker wird, wer die Apotheke betritt. In den Regalen, zwischen Arzneien, an allen Ecken und Enden stehen, sitzen, liegen oder hängen Hasen. Vom Kitsch- zum Kunsthasen sind es oft nur Zentimeter. So steht auf einem Meter hohen Sockel das Kunstharz-Modell des kleinen Hasen von Jürgen Goertz, dessen Original ganz blank von Streichelhänden am Tiergärtner Tor steht. Gern zeigt Gert Habild das Plakat von &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Toni_Burghart"&gt;Toni Burkhart&lt;/a&gt; mit dem Dürer-Hasen aus dem Jahr 1971.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Ist der Apotheker auf Reisen, schaut er natürlich nach Auslands-Hasen. Aus Indien brachte er Hasen-Büchsen aus Pappmaché mit, eine Hasen-Kinderrassel und einen Hasen reitenden Buddha aus Kambodscha, Hasen mit Instrumenten aus England und Griechenland.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Aber auch Absonderliches sammelt Habild, zum Beispiel eine Häsin im neongelben Abendkleid, einen Hasen im Froschkostüm oder einen Bären im Hasenkostüm. Als die &lt;a href="http://blog.nn-online.de/flocke/2008/04/14/ein-gastbeitrag-von-paula-der-flocke-irgendwo-zu-viel-wird/"&gt;Ente Paula&lt;/a&gt; der &lt;a href="http://www.nn-online.de/"&gt;Nürnberger Nachrichten&lt;/a&gt; zu Ostern Hasenohren zum Umbinden erhielt, kaufte der Apotheker gleich 50 dieser Ohrenpaare. So kann er alle möglichen Plüschtiere in Hasen verwandeln.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Etwa 500 Hasen hat der Hasenbuck-Apotheker in sieben Jahren gesammelt. Wie viele genau, weiß er nicht, denn ab und zu verschenkt er auch Teile seiner Sammlung. Inzwischen geht das Sammeln über das eigentliche Objekt hinaus. Aus dem Bezirksmuseum Berlin-Charlottenburg brachte er ein Heft mit Osterhasen-Gedichten mit. Er besitzt den Katalog des Osterhasen-Museums in München. Und natürlich weiß er, dass der Hase in Kambodscha das Symbol für den Mond ist.&lt;/p&gt; &lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;Was Gert Habild in diesem Jahr zu Ostern ins Schaufenster stellt? Es könnte sein, dass es mit Hasen zu tun hat.  &lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6794360606303831971?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6794360606303831971/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6794360606303831971' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6794360606303831971'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6794360606303831971'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/03/des-habilds-hasen-vom-hasenbuck.html' title='Des Habilds Hasen vom Hasenbuck'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/Sbz4c2yAZkI/AAAAAAAAAA4/Htmc74S1vhU/s72-c/hase.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1349467286357983269</id><published>2009-03-08T17:25:00.001+01:00</published><updated>2009-03-08T17:28:35.224+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Der Turm auf dem Dach (2)</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Sie wissen noch, dass Uwe Holl mir alles Mögliche erzählte, aber die Geschichte vom Turm auf dem Dach nicht zu Ende brachte. Ich meine, er wollte sie nicht weiter erzählen und hatte wohl gehofft, ich würde vergessen, danach zu fragen. Da kennt er mich aber schlecht. Natürlich wollte ich das Ende wissen, sie vielleicht auch. Hier ist es:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;big&gt;&lt;i&gt;Der Turm auf dem Dach (2)&lt;/i&gt;&lt;/big&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir saßen an einem Freitagvormittag seit sechs Uhr in dem Turm auf dem Dach des Hauses der Ministerien und uns war nach Kaffeetrinken zumute. Wir riefen die Streife herbei.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Dach konnten wir weit nach Westberlin hineinsehen. Dort gab es zwar nicht viel anzuschauen damals, aber es war der Westen. Ich schaute über den Leipziger Platz mit dem Abgang zur U-Bahn, konnte weiter nach rechts das Brandenburger Tor sehen, mit dem Ministergarten zwischen Leipziger Straße und Tor, in dem heute die Landesvertretungen stehen.&lt;br /&gt;Wir hörten das Klappern und Scheppern auf dem Dach - die Streife erlöste uns für eine Weile.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während wir nach ausgiebigem Toilettengang geruhsam Kaffee tranken, passierte dies:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein junger Mann hatte sich aufgemacht, nach Westberlin zu flüchten, bei strahlendem Sonnenschein, an einem Freitagvormittag, nicht zu fassen. Die Streife hatte ihn beim Übersteigen des Hinterlandzaunes an der Wilhelmstraße entdeckt und es sogleich gemeldet. Der Bursche schlenderte am Haus der Ministerien vorbei in aller Ruhe gen Mauer. Nirgendwo im Grenzabschnitt war die Entfernung zwischen Hinterlandszaun und Mauer größer. Grenzede hatte 500 Meter zu schlendern. Sein Fehler: Er konnte keinen Postenturm entdecken. Der Zugführer gab dem Postenpaar im Bahnhof Potsdamer Platz den Befehl, aus dem Untergrund aufzutauchen und den Mann festzunehmen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er schlenderte ihnen direkt in die Arme, als sie die Stufen der U-Bahnstation emporliefen. Der Mann hatte keine Ahnung, dass auch vom Haus der Ministerien während der gesamten Zeit eine Kalaschnikow auf ihn gerichtet war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Postenführer rief: "Halt an! Brauchst keine Angst mehr vor uns zu haben!" Er betonte das "uns". Er wusste, nun würde der Mann verhört werden und musste ins Gefängnis.&lt;br /&gt;Hier hätte er sterben können. Erst wenn er aus dem Grenzgebiet haraus war, würde er sich ängstigen.&lt;img src="http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=11985a4d-2dc9-46fa-91fc-4cfc49737ae1" class="zemanta-pixie-img" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1349467286357983269?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1349467286357983269/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1349467286357983269' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1349467286357983269'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1349467286357983269'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/03/der-turm-auf-dem-dach-2.html' title='Der Turm auf dem Dach (2)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-8161550170424896867</id><published>2009-02-22T19:30:00.001+01:00</published><updated>2009-02-22T19:30:50.542+01:00</updated><title type='text'>Der Turm auf dem Dach (1)</title><content type='html'>&lt;div xmlns='http://www.w3.org/1999/xhtml'&gt;Uwe Holl hatte noch eine Geschichte zurückgehalten, die ich erst kürzlich erfuhr und die ich Ihnen weitergebe. Ich weiß nicht, ob ich sie glauben soll. Er schilderte das Geschehen so lebhaft, dass ich Mühe habe zu glauben, auch er habe sie sich nur erzählen lassen. Hat er aber, behauptete er steif und fest, wie er nun mal ist. Sie kennen ihn ja.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;big&gt;&lt;i&gt;Der Turm auf dem Dach&lt;/i&gt;&lt;/big&gt;&lt;b&gt;&lt;i&gt; &lt;/i&gt;&lt;/b&gt;&lt;i&gt;(1)&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Postenführer war der Herrscher an der Grenze. Dort hatte ihm niemand reinzureden oder gar herumzufuhrwerken. Tat es jemand, konnte es lebensgefährlich werden, denn jeder Posten und jeder Postenführer schleppte 60 Schuss in zwei Magazinen mit sich herum.&lt;br/&gt;Natürlich waren wir die Herrscher und ebenso auch nicht, denn durch den Drill im ersten Diensthalbjahr, durch die Unterdrückungsmaschinerie waren wir zurechtgebogen worden, ob wir es wollten oder nicht. Mir wurde auch erst später klar, dass wir nicht die Herrscher waren, sondern die Werkzeuge, die sich jedoch vor sich selbst mit der Herrscherei brüsten konnten.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mitunter nutzten wir aus, dass wir die Chefs an der Grenze waren. Hatte sich ein Kapo unfreundlich verhalten, versucht, uns allzu arg sportlich zu ertüchtigen oder anderweitig den Unmut auf sich gezogen, verabredeten wir: "Der soll sich einen Wolf laufen." Unteroffiziere, also die Kapos, liefen Streife, zogen also zu Fuß von Turm zu Turm. Besonders wenn es regnete, lungerten sie auf einem Postenturm herum und sorgten meist für schlechte Laune. Das war die beste Gelegenheit, die Streife durch den Grenzabschnitt zu jagen. Hier löste ein Signalzaun wie von Geisterhand aus und musste kontrolliert werden. Dort tauchten Schatten auf - natürlich am anderen Ende des Grenzabschnittes, damit der Weg recht lang war - und die Streife musste nachschauen, ob es nur ein Schatten war. Plötzlich wurden Turmbesatzungen von Durchfall geplagt und mussten zeitweilig ausgelöst werden, um sich entleeren zu können. Es war sehr einfach, die Streife durch den Abschnitt zu hetzen, denn jedes Postenpaar konnte den Sprechfunk im gesamten Abschnitt mithören. Pech war es nur für den Soldaten, der mit dem Kapo als zweiter Mann Streifendienst hatte. Aber der wusste immerhin kurz vor dem Dienst Bescheid, was er zu erdulden hatte und wurde im Nachhinein mit Zigaretten und Kaffee belohnt.&lt;br/&gt;Diese Streifen streiften immer in der Besetzung Kapo/Soldat durch die Grenzabschnitte, im Gegensatz zu denen, die ich schon beschrieben hatte, Nebelstreife, Friedhofstreife oder das Absuchen von Ruinen, solche, die nur von Zeit zu Zeit gebraucht wurden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Streifen hatte natürlich auch ihr Gutes. So ließen wir uns regelmäßig von ihr auslösen, um in der Kantine des VEB Deutsche Schallplatten Kaffee zu trinken. Die Kantine war sehr gemütlich, schön warm im Winter und ich traf dort einige bekannte DDR-Künstler, z.B. &lt;a href='http://de.wikipedia.org/wiki/Gisela_May'&gt;Gisela May&lt;/a&gt;. Die fühlten sich wohl eher durch uns belästigt.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sehr gefragt war auch die Kantine im Haus der Ministerien, heute Finanzministerium. Die Kantine und ihre Toilette besuchten drei fast oder völlig unsichtbare Postenpaare. Unsichtbar, weil zwei Postentürme auf zwei Ecken des Flachdaches des ministeriellen Hauses besetzt waren und von der Wilhelmstraße kaum zu sehen waren. Überhaupt nicht zu erkennen war der Posten in der U-Bahn-Station Potsdamer Platz, natürlich der Abgang zur Station auf der Ostseite der Mauer. Es war der außergewöhnlichste Posten, nicht nur, weil er unterirdisch war. Es ging die Treppe hinunter auf eine Plattform, in eine kleine Halle, dann weitere Stufen hinab auf den Bahnsteig, allerdings nur ein paar Meter. Der Bahnsteig war zugemauert. Ins Mauerwerk eingelassen waren zu den Gleisen verglaste Sehschlitze und geradezu eine verschlossene Stahltür, wie in einem Bunker. Dort unten zu sitzen war entsetzlich langweilig. Die Langeweile vertreiben wir uns mit dem Anschauen uralter Westillustrierter, die vom vielen Blättern zerfleddert waren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ehe jemand in das Geheimnis der Westillustrierten eingeweiht wurde, mussten ihm natürlich die Postenführer vertrauen. Eine Nachts schlenderten mein Postenführer und ich durch die Halle, als er stehen blieb, sich bückte und einen Stein aus der Wandverkleidung zog. Dahinter war ein Hohlraum; er langte hinein, holte die Zeitschriften hervor und sagte: "Aber Schnauze halten." Wie ich dann sah, gab es mehrere solcher Verstecke.&lt;br/&gt;Die Gleise führten nur ein kleines Stück durch den Osten und eben durch den Bahnhof. Die Westberliner wussten natürlich, dass sie durch die Station im Osten fuhren und warfen alles nur Erdenkliche aus den schmalen oberen Fenstern, auch Illustrierte. Die hätten natürlich abgegeben werden müssen, aber einige wurden für die Allgemeinheit versteckt. Doch leider warfen sie auch mit Flaschen. Ganz schlimm war es, wenn die Fans zu Spielen von Hertha BSC fuhren oder von ihnen zurückkehrten. Einige begnügten sich damit, fahnen zu schwenken. Doch es flogen auch jede Menge Feuerwerkskörper aus den U-Bahnen. &lt;br/&gt;Wir meldeten, wenn wieder Unrat aus der Bahn geflogen war. Die Streife kam dann und musste aufräumen. Deshalb die Panzertür. Kumpel unter den Kapos lieferten die Zeitschriften nicht ab, sondern lasen sie mit dem Postenpaar, und einige der Illustrierten blieben in der Station, wurden versteckt und wie eine Art Heiligtum von Posten- zu Postengeneration weitergegeben.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Apropos Wurfsachen. Dort, wo Postentürme nahe der Mauer standen, flogen häufig Gegenstände, meist Steine, aus Westberlin. Nahe des  Reichstagsgebäudes - Dorotheenstraße, Ecke Ebertstraße - stand ein Turm mit einem großen Hochstand gegenüber, auf dem häufig Touristen die Mauer, uns "Greposchweine" und den Osten besichtigten. Dort wurden die Grenzer so oft mit Steinen beworfen, dass eine Stahlplatte mit zwei Sehschlitzen vor das Fenster montiert worden war. &lt;br/&gt;An einem Sommerabend stiegen zwei Männer auf den Hochstand, schauten herüber, unterhielten sich, bis einer der Männer ausholte und etwas in unsere Richtung warf. Es klapperte am Postenturm und wir konnnten uns nicht erklären, womit wir beworfen worden waren. Es folgten noch mehrere Würfe. Dann zeigten die Männer in unsere Richtung, wandten die Zeigefinger nach unten, machten uns so auf ihre Wurfgeschosse aufmerksam. Ich hatte schon längst die Streife gerufen. Die sollte nachschauen, was am Turm lag. Wir konzentrierten uns, weil wir fürchteten, abgelenkt zu werden: Lauerte jemand, der in den Westen abhauen wollte? &lt;br/&gt;Doch es passierte nichts. Die Männer zogen sich zurück. &lt;br/&gt;Die Streife kam zu uns hochgestiegen. Der Kapo grinste, öffnete die Hand, in der Münzen lagen. Die Männer hatten uns 72 Westpfennige in kleinen Münzen herübergeworfen. Stellen Sie sich vor, Merten, ich wäre damals hinuntergestiegen und hätte das Geld eingesammelt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Was daran so schlimm gewesen wäre? Selbst wenn ich ein Ablenkungsmanöver ausgeschlossen hätte, wäre es zum einen erniedrigend gewesen, sich vor diesen Kerlen wegen 72 Westpfennigen zu bücken. Zum anderen wussten wir nicht, ob einer der beiden nicht eine Kamera gezückt hätte und ich am nächsten Tag auf Seite eins der BILD-Zeitung zu sehen gewesen wäre. Was, ich war zu misstrauisch? Sie haben keine Ahnung, Merten. BILD-Fotoreporter waren häufig an der Mauer unterwegs. So wurden einmal zwei Soldaten abgelichtet, die die Hinterlandmauer weiß zu streichen hatten. Sie lehnten mit freien Oberkörpern an der Mauer und hatten über sich riesengroß mit irgendetwas Schwarzem "EK 47 Tage" gemalt, was so viel hieß wie "Entlassungskandidat, habe noch 47 Tage zu dienen". Ich schätze, sie haben einige dieser Tage bei Knast-Ernst in Treptow oder gar in Schwedt verbracht und mussten die Tage nachdienen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Jetzt bin ich aber vom Thema abgedriftet. Schade Merten, die Besuchszeit ist vorüber. Ich erzähle Ihnen das nächste Mal den Rest.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;i&gt;Da war nichts zu machen. Sie müssen sich nun bis zum nächsten Besuch gedulden.&lt;/i&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;div class='zemanta-pixie'&gt;&lt;img src='http://img.zemanta.com/pixy.gif?x-id=4ee20714-0e76-4ba0-930c-c6105a4a4482' class='zemanta-pixie-img'/&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-8161550170424896867?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/8161550170424896867/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=8161550170424896867' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/8161550170424896867'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/8161550170424896867'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/02/der-turm-auf-dem-dach-1.html' title='Der Turm auf dem Dach (1)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4419162689330960156</id><published>2009-02-15T17:47:00.001+01:00</published><updated>2009-02-15T17:51:25.168+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Die Besucherin</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;&lt;span style=";font-family:verdana;font-size:100%;"  &gt;Nun war ich noch einmal in Stralsund, um Uwe Holl zu besuchen. Der Grund war Heli Anthus, eine der wenigen treuen Leserinnen meines Blogs. Sie&lt;/span&gt; fragte:&lt;br /&gt;&lt;blockquote&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;Sind Sie der Einzige, der ihn besucht? Als Sie in seiner Wohnung auf der Insel noch mit ihm sprachen, wurden Sie doch einmal von ihm fortgeschickt, weil er Besuch erwartete. Haben Sie nie erfahren, wer das war? &lt;/span&gt;&lt;blockquote  style="font-family:verdana;"&gt;&lt;p style="margin-bottom: 0cm;"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;span style="font-size:10;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;font-size:100%;" &gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;/blockquote&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;span style="font-family:Verdana,sans-serif;"&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Tatsächlich hatte ich Holl nicht danach gefragt. Ich war so sehr mit seinen Erinnerungen beschäftigt, dass ich nicht daran dachte. Außerdem meinte ich, dass der Tod seiner Frau ihn noch zu sehr beschäftigte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich gab die Anthusschen Fragen an Holl weiter. Er war ein wenig knurrig, wollte nicht antworten, sondern wich aus. Er sagte: "Das ist nicht Vergangenheit, sondern Gegenwart. Hatten wir uns nicht darauf geeinigt, in der Vergangenheit zu bleiben?"&lt;br /&gt;Ich antwortete, ich wüsste von dieser Abmachung nichts. Außerdem sei das nicht Journalisten-Neugier.&lt;br /&gt;"Was dann, Mitleid, weil ich keinen Besuch außer unseren Fragestunden bekomme? Niemand braucht mich zu bemitleiden."&lt;br /&gt;"Es ist Mitgefühl, Herr Holl, nicht Mitleid."&lt;br /&gt;"Na, nun mal keine Haarspaltereien."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich fragte einfach geradeheraus weiter: "Wer besucht Sie denn außer mir?"&lt;br /&gt;"Sie können aber auch keine Ruhe geben. Nunja, Frau Anders von der Volkssolidarität kommt manchmal vorbei. Sie rückt ja allen Rentnern in Koserow auf die Pelle, denkt, sie müsse sich um alle kümmern."&lt;br /&gt;&lt;i&gt;Klar, Astrid Anders, die Kleine, die Flinke, die Verführerin mit Speis und Trank. &lt;/i&gt;Wer die Sturmfeld-Geschichte kennt, weiß, dass sie sich mir mit ihrem Fahrrad in den Weg stellte, als ich einen Termin mit Holl hatte, dem ich zu früh vor der Tür stand und deshalb noch Richtung Steilküste spazierte. &lt;i&gt;Astrid Anders, so eine, der niemand entgeht, nicht einmal Uwe Holl, der Knurrhahn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;Ich sagte: "Frau Anders kenne ich ganz gut. Sie brachte mir die Termine für die Rentnerveranstaltungen und lud mich auch immer gleich ein."&lt;br /&gt;Holl lächelte und antwortete: "Ja, das kann sie gut" und nickte mehrmals ganz leise in sich versunken.&lt;br /&gt;Genau das war der Augenblick, in dem mir das bekannte Licht aufging: &lt;i&gt;Holl, du alter Gauner, du hattest dich vor unsrerem Termin mit Astrid Anders unterhalten, von wegen, da kommt so ein Presseheini, der mich ausquetschen will. Kann ich den reinlassen? Und die flinke Runde wird ihm geantwortet haben, sie hätte keine schlechten Erfahrungen mit mir gemacht. Da hat er sich für die Gespräche entschieden. Ich habe das alles der Frau Anders zu verdanken!&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;&lt;br /&gt;"Na, Merten, schwillt Ihnen die Brust? Passen Sie auf, dass die Hemdknöpfe nicht wegfliegen", sagte Holl und schaute mich mit leicht zusammengekniffenen Augen an, skeptisch eben. Ich hatte mich tatsächlich gereckt und tief eingeatmet. &lt;i&gt;Mensch, bist du stolz darauf, von Rentnern anerkannt zu werden? Ja, bin ich, wenn ich bedenke, wie enttäuscht Holl von meinem Ex-Chef Behr war, der Holl auf fiese Art hatte abblitzen lassen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;"Nicht ablenken, Herr Holl. Frau Anders besucht Sie manchmal im Gefängnis, weil sie Sie auch in Koserow besucht hatte. Geht die Solidarität der Volkssolidarität so weit?"&lt;br /&gt;Holl sagte: "Die der Volkssolidarität wohl nicht, die der Frau Andres sehr wohl."&lt;br /&gt;Ich schaute ihn nur an. &lt;i&gt;Jetzt frage ich nichts, sondern versuche, ihn durch schweigen zum Reden zu bringen.&lt;br /&gt;&lt;/i&gt;Vielleicht verging eine Minute. Dann endlich sagte er: "Sie lassen ja doch nicht locker. Von einer Frau geschieden, eine zu Grabe getragen, da wird man vorsichtig mit neuen Verbindungen; Astrid auch. Sie hat ihren Mann betreut, bis er sich endgültig zu Tode gesoffen hatte. Das dauerte mehrere Jahre. Es muss furchtbar für sie gewesen sein. Sie erzählt nicht viel davon. Zum Schluss hat sie nur noch Kotze weggewischt, gewindelt, und natürlich hat sie gewaschen, ihren Mann und die viele Dreckwäsche. Aber sie hat zu ihrem Mann gehalten, bis zum Ende. Das wollte sie so oder anders nicht noch einmal durchmachen. Deshalb haben wir immer ein wenig Abstand zueinander gehalten und haben vermieden, den Alltag in unsere Beziehung einziehen zu lassen. Logisch, dass wir nicht zusammenzogen. Und trotzdem hält sie nun zu mir, obwohl ich noch eine Weile im Knast zubringen werde. Das ist schon schön."&lt;br /&gt;"Bei guter Führung kommen Sie doch früher wieder raus." Warum ich das sagte, weiß ich immer noch nicht.&lt;br /&gt;Holl meinte nur: "Aber zwei Jahre muss ich absitzen und die Zeit bis zum Lebensende scheint immer schneller zu vergehen. Wenn das so weitergeht mit Astrids Besuchen, könnte es doch noch enger werden mit ihr, wenn ich hier wieder raus bin."&lt;br /&gt;"Dann hat es auch sein Gutes, im Stralsunder Knast zu sitzen?"&lt;br /&gt;"Ja Sie nun wieder! Witz, komm raus." Nach kurzer Pause sagte er noch: "Aber im Grunde haben Sie Recht."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Holl erzählte mir an diesem Tag noch eine Geschichte von der Grenze, wie er auf dem Potsdamer Platz einen Grenzede nicht festzunehmen brauchte, weil Holl gerade auf der Toilette war.&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4419162689330960156?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4419162689330960156/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4419162689330960156' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4419162689330960156'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4419162689330960156'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/02/die-besucherin.html' title='Die Besucherin'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-7598340930905280246</id><published>2009-02-08T17:43:00.001+01:00</published><updated>2009-02-08T17:45:28.324+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Der uniformierte Grenzgänger</title><content type='html'>&lt;div xmlns="http://www.w3.org/1999/xhtml"&gt;Uwe Holl berichtete mir, wie er zum einzigen Mal in seinem Grenzerleben jemanden festnahm. Es war ein ganz besonderer Gefangener.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;big&gt;&lt;i&gt;Der uniformierte Grenzgänger&lt;/i&gt;&lt;/big&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Streife laufen war eine beliebte Abwechslung vom Postendasein auf den Türmen - bei gutem Wetter. Das System, wann wer Streife zu laufen hatte, habe ich nie begriffen. Ich hatte höchstens zwei Dutzend Mal Streifendienst. Einige Kameraden waren ständig zum Streifendienst eingeteilt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Erlebnis Friedhofstreife kennen die Sturmfeld-Leser schon: nachts, bei Frost und Schnee und mit dampfender Grube war sie eine Dauerbelastung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anstrengend unter höchster Anspannung waren die Nebelstreifen. Ausgerechnet nach dem Nachtdienst wurde ich mehrmals völlig übermüdet in den Nebel geschickt, ich glaube, nach sehr kurzer Ruhepause. Im Nebel in der Mitte eines Grenzabschnittes konnte ich keinen der beiden Postentürme sehen.&lt;br /&gt;Klar, wir waren angemeldet. Aber wussten wir, wie gut oder schlecht die Posten auf den Türmen geschlafen hatten? Ich kannte einige Kameraden, die grundsätzlich zu Dienstbeginn auf dem Turm die Kalaschnikow durchluden und sicherten, um möglichst schnell schießen zu können - entsichern und abdrücken. Wurde der Turm im Nebel erkennbar, hatte ich jedes Mal ein mulmiges Gefühl.&lt;br /&gt;Aber ist ja alles gutgegangen, kam auch niemand aus dem Nebel gen Mauer geflitzt. Nach Nachtschichten brannten mir die Augen bis zum Einschlafen. Nach anschließender Nebelstreife brannten die Augen den ganzen Tag, so stierten wir in den Nebel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann kam die Streife in einer Straße hinter der Charité. Es war die schmalste Stelle zwischen Bebauung und Mauer. Die Mietskasernen waren leergezogen. Zwischen ihnen und der Mauer waren nur der Gehweg, die Straße und der andere Gehweg. Der war mit Sand bedeckt, um eventuelle Grenzdurchbrüche mit Spuren belegen zu können, falls die Posten geschlafen hatten. Vor der Mauer waren Gitter ausgelegt, die wie umgedrehte Eggen aussahen. Wer dort rauffiel ... Bei dem Gedanken zieht sich heute noch mein Kontraantlitz zusammen.&lt;br /&gt;An einem Ende der Straße stand ein Postenhäuschen aus Holz zu ebener Erde. Der gegenüberliegende Posten war hinter der Häuserfront, weil die Grenze dort einen Bogen machte. Damit war auch klar, wer für welchen Abschnitt zuständig war. Außerdem war ausgeschlossen, dass sich die Posten gegenseitig beschossen, sollte Grenzede kommen. In der Mitte des Straßenabschnittes stand auf westlicher Seite ein Hochstand vor einem Eisstadion. Von dort wurden wir mit Westmusik berieselt, eine höchst willkommene Ablenkung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich wurde mit meinem Posten bekannt gemacht, einem Hundeführer. Doch er machte sich erst einmal mit mir bekannt, indem sein Schäferhund mich wie aus dem Nichts ansprang. Es war ein Scherz des Hundeführers, wie er sagte, "bloß zum Angewöhnen".&lt;br /&gt;Die Köche, die Hundeführer, die wir Dackellenker nannten und die Kanalkontrolle, die das Abwassersystem kontrollierte und die für uns Gullyrutscher waren, dienten in einer gesonderten Kompanie.&lt;br /&gt;Klaus, der Hundeführer, kannte jedes Haus genau. Er hatte sie schon oft durchstöbert. Ich hatte keine Ahnung. Wir durchsuchten durch die leergezogenen Wohnungen, schauten aus den leeren Fensteröffnungen Richtung Charitégelände. Es waren Heime oder Dienstwohnungen, ich weiß es nicht mehr genau, in die wir schauten und deren Bewohner uns unvergessliche Erlebnisse bescherten. Ich weiß, das war gemein. Außerdem hätte Grenzede während dieser Zeit leichtes Spiel gehabt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als wir auf die Straße hinaustraten, kamen uns zwei Uniformierte entgegen, Grenzer? Als wir nahe genug waren, rief ich das Pärchen an. Sie sollten die Parole nennen. Für jeden Grenzdienst wurde eine neue Parole erfunden. Wer sich die wohl immer ausdachte?&lt;br /&gt;Unbeirrt kamen die beiden auf uns zu. Ich rief erneut nach der Parole. Nichts, sie gingen einfach auf uns zu, als wären wir Luft.&lt;br /&gt;Noch 15 Meter.&lt;br /&gt;Ich konnte nun die Gesichter gut erkennen, keines war mir bekannt. Das war bedrohlich.&lt;br /&gt;Jetzt hatte ich die Nase voll. Ich riss die Kalaschnikow von der Schulter und rief: "Halt! Stehen bleiben oder ich schieße!"&lt;br /&gt;Ich schaute kurz zum Hochstand, doch der war nicht besetzt; es war also kein abgesprochener Fluchtversuch. Die Uniformierten waren keine zehn Meter mehr entfernt. Ich entsicherte, lud durch und schrie: "Halt!"&lt;br /&gt;Noch zwei Meter!&lt;br /&gt;Da schoss neben mir der Schäferhund los auf den vorderen Uniformträger, knallte die Vorderläufe auf die Schultern des Mannes und ich brüllte: "Hinlegen! Beide Hinlegen!"&lt;br /&gt;Endlich gaben sie nach und legten sich auf das Kopfsteinpflaster.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Posten im Holzhäuschen hatte in der Zenrale Bescheid gegeben, dass wir jemanden festnahmen.&lt;br /&gt;Es ging blitzschnell, dass der Trabi heranraste. Da ich den beiden auf dem Boden "Schnauze halten, kein Ton jetzt" empfohlen hatte, erfuhr ich jetzt erst vom Zugführer, dass wir den Kompaniechef der Dackellenker und Gullyrutscher und einen seiner Unteroffiziere festgenommen hatten. Am liebsten hätte ich beiden in den Hintern getreten. So, wie sich gerade erhoben, hätten sie gleich wieder langgelegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Klaus und ich wurden später abgeholt. Ich fragte ihn: "Warum hast du denn deinen Hund auf deinen Kompaniechef losgelassen?"&lt;br /&gt;"Weil er ein Arsch ist. Du kannst dir nicht vorstellen, was das für ein Vorbeimarsch für mich war. Die können uns doch nichts. Schließlich ist erledigt, wer die Parole nicht sagt."&lt;br /&gt;"Stimmt. Hätte sein können, dass er gar keinen Dienst hat und abhauen wollte."&lt;br /&gt;"Wie bescheuert der ist, siehst du schon daran, dass er dieses Theater genau vor einem Hochstand spielt. Mann, wenn das drüben einer mitbekommen hätte - das Eisstadion wäre leer und der Hochstand voll. Und wir ziehen hier so eine Show ab."&lt;br /&gt;Mir fiel ein: "Und dann noch einer mit 'nem Fotoapparat und wir demnächst mit dem Bekloppten in der BILD-Zeitung. Schönen Dank!"&lt;br /&gt;"Ohgott, haben wir Schwein gehabt.!&lt;br /&gt;"Und dein Ko-Chef erst mal. Der könnte jetzt tot sein."&lt;br /&gt;"Oder er hätte einen zerbissenen Unterarm."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was der Hauptmann gemacht hatte, war verboten: Verdeckte Kontrolle war untersagt, also das Anschleichen an Posten oder solch ein Quatsch, den der Hauptmann gemacht hatte. Das war auch verdeckte Kontrolle. Die war lebensgefährlich und deshalb verboten.&lt;br /&gt;Wie mir Klaus erzählte, war des Ko-Chefs Hobby die verdeckte Kontrolle gewesen. Einmal war schon auf ihn geschossen worden, als er sich über einen Hinterlandsmauer zurückziehen wollte. Eine Kugel soll einen seiner Hacken gestreift haben. Ob es stimmt, weiß ich nicht. Klaus verbürgte sich dafür, obwohl er nicht dabei gewesen war. Vorstellen konnte ich es mir seit meiner Begegnung mit dem Kerl allemal.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum er den Mist genau vor dem Hochstand abzog, konnte ich nicht verstehen, auch nicht, warum er es überhaupt tat. Viel los war in seinem Koppe wohl nicht.&lt;br /&gt;Ich erhielt am nächsten Tag vor 30 feixenden Soldaten meiner Kompanie einen Dank vor der Front, weil ich richtig und der Hauptmann falsch gehandelt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Angst hatte ich während der gesamten Begegnung mit dem Hauptmann nicht verspürt. Ich hatte sogar den Hundeführer an meiner Seite vergessen, bis er den Hund auf seinen Kompaniechef hetzte.&lt;br /&gt;Ich kann mir das bis heute nicht erklären, denn die Angst kam danach, immer, wenn ich Streife lief. Bloß gut, dass das nicht oft vorkam.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-7598340930905280246?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/7598340930905280246/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=7598340930905280246' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7598340930905280246'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7598340930905280246'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/02/der-uniformierte-grenzganger.html' title='Der uniformierte Grenzgänger'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1288433295048427516</id><published>2009-02-01T13:36:00.000+01:00</published><updated>2009-02-01T14:28:21.699+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Allmächd! Zwei Mal Neunhof</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;&lt;!--   @page { margin: 2cm }   H1 { margin-bottom: 0.11cm }   H1.western { font-family: "Arial", sans-serif; font-size: 16pt }   H1.cjk { font-family: "Lucida Sans Unicode"; font-size: 16pt }   H1.ctl { font-family: "Tahoma"; font-size: 16pt }   P { margin-bottom: 0cm }   P.western { font-size: 12pt }   P.cjk { font-size: 12pt }   A:link { so-language: zxx }  --&gt;  &lt;/style&gt; Bevor ich noch einmal den einsitzenden Rentner Holl zu Wort kommen lasse, muss ich Sie über eine weitere misslungene Karriere in meinem neuen Leben ohne Insel-Rundschau informieren.&lt;br /&gt;Um die Karriere tut es mir nicht leid. Reisejournalist zu bleiben, ohne Schleichwerbung zu verbreiten, ist schwierig. Außerdem wird in so vielen Reiseportalen über Urlaub und Hotels berichtet, dass spezialisierte Journalisten bald durch PR-Leute ersetzt werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diesen Reisebericht nahm mir niemand ab, obwohl er sehr nützlich ist.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn Sie mal nach Nürnberg kommen und viel Zeit mitbringen, könnten sie auch einen &lt;a href="http://www.gnm.de/dependancen.html"&gt;Patrizierlandsitz mit Renaissancegarten&lt;/a&gt; und seltsamen Figuren an den vier Ecken des Gartens besuchen. Aber aufpassen, sonst rufen auch Sie:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SYWdQ2itAOI/AAAAAAAAAAo/jU8nPUg-oY4/s1600-h/maennle.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 396px; height: 124px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SYWdQ2itAOI/AAAAAAAAAAo/jU8nPUg-oY4/s320/maennle.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5297813449515794658" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Das Museums-Schloss bei Nürnberg besichtigen? Auf geht’s! Aber fahren Sie zum richtigen Touristen-Ziel. Selbst 275 Jahre alte Zwerge, die es eigentlich wissen müssten, suchen eine Nacht lang vergebens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Allmächd! Was sind das für Wichte, die in meinen Neunhofer Schlossgarten hineinwackeln? Sind kaum zu erkennen im Mondlicht. Irren auf den Wegen umher, als wollten sie mir altem Gespenst Angst einjagen. Da kann ich nur lachen. Diese Zwerge werde ich gehörig erschrecken.“   Bruno, seit 1279 Neunhofer Schlossgespenst, durchrauscht die Dachluke, schwingt sich hinab in die Baumkronen und umrast als blutroter Nebel mit Donnergetöse die vier Zwerge. Die drängen sich ängstlich zwischen den Rosenbüschen aneinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Ihr komischen Kobolde, ihr sandsteinernen Witzfiguren, was habt ihr im Neunhofer Schlossgarten verloren?“, grollt Bruno. Nur einer der Zwerge wagt es, den Blick zu heben: „Wir sind die vier Zwerge aus dem Germanischen Nationalmuseum, die einst hier im Garten standen. Ich bin das Bratwurstmännle. Während wir es im Museum warm und trocken haben, stehen Kopien von uns im Garten. Wir sind hierher gekommen, um nach unseren Klonen zu schauen. Wir wollen ihnen Mut zusprechen, damit sie noch recht lange durchhalten und wir nicht wieder sandsteinsteif hier herumstehen müssen. Wir können unsere Ebenbilder aber nicht finden.“ Beim letzten Satz hebt das Bratwurtsmännle keck den Kopf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Was seid ihr nur für trübe Tassen? Ich geistere nun schon 700 Jahre durch Schloss und Garten. Steinzwerge standen hier noch nie.“ Bruno legt all seine gespenstische Kraft in seine Dröhnstimme und brüllt die Zwerge an: „Ihr Wichte wollt mich wohl auf den Arm nehmen?“ Als er die Ärmchen der Zwerge sieht, lacht er wütend mit einem schaurigen Echo, dass den Männchen der Sand von ihren Knien rieselt. Jetzt ist es das Eiermännle, das zuerst die Fassung wiedergewinnt: „Aber das ist doch der Garten in Neunhof .“ Es hält seine Hand schützend über die Eier in der Schüssel.&lt;br /&gt;„Ja, unser Garten“, mischt sich mutig geworden sogar das Lautenmännle ein und schaut dabei hinter dem Dickbäuchigen hervor.&lt;br /&gt;„Ihr seid im Schlossgarten in Neunhof  bei Lauf. Wolltet Ihr etwa in das Neunhof  bei Kraftshof?“, fragt das Schlossgespenst voller Vorfreude auf die Antwort.&lt;br /&gt;„Keine Ahnung“, antwortet kleinlaut das Lautenmännle. „Außer unserer Fahrt vom Schloss ins Museum sind wir nie unterwegs gewesen.“&lt;br /&gt;„Alles klar, ihr habt euch selbst hereingelegt, seid im falschen Schloss“, und Bruno brüllt ein schauriges Lachen hervor. Diesmal rieselt den Zwergen der Sand von den Nasen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Dies ist auch Neunhof. Hier steht ebenfalls ein Schloss. Beide Schlösser gehören der Welser-Stiftung. Und das sind die Unterschiede: Die beiden Neunhofs liegen 16 Kilometer auseinander. Hier ist der Barockgarten schon lange in einen englischen umgebaut worden. Und das Wichtigste, das Schloss bei Kraftshof ist ein Museum, dieses ein normaler Wohnsitz. Hier wohnen die Familie des Georg Freiherr von Welser und natürlich ich. Außerdem ist das Schloss Sitz der Welserschen Familienstiftung, deren Geschäfte der Georg führt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Das gibt es doch nicht!“, ruft der dickbäuchige Fressnarr.&lt;br /&gt;„Der Weg war umsonst!“&lt;br /&gt;„Warum soll es euch besser ergehen als den Touristen, die in jedem Jahr das Museums-Schloss bei Kraftshof besuchen wollen und hier landen“, freut sich das Gespenst. „Da war der junge Freiherr gerade in seiner Hängematte eingeschlummert, als ein Ehepaar neben ihm stand und Einlass in das Schloss begehrte. Höflich wie er ist, führte der Georg die Leute. Allerdings zeigte er ihnen nur einen Raum, aus zwei Gründen: Zum einen bleiben die Wohnräume der Familie tabu. Zum anderen wird das Schloss saniert, mindestens bis zum Sommer.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Gibt es also kaum eine Chance für eine Besichtigung?“, fragt das Bratwurstmännle und ist damit wieder Wortführer der Zwerge. „Allmächd!“, stöhnt das Gespenst so laut, dass jedes zweite Blatt von den Bäumen segelt. „Natürlich  kann das Schloss besichtigt werden, aber nicht unangemeldet, nicht zu jeder Zeit und schon gar nicht nachts“, faucht Bruno den Zwergen entgegen. „Eine Chance hat, wer sich schriftlich anmeldet, ihr Analphabeten“, ergänzt das Gespenst und lacht nicht mehr so laut, dafür sehr hämisch. „Jetzt macht euch auf die Socken, wandert die B 2 nach Nürnberg zurück und die B 4 in Richtung Erlangen weiter. Bald hinter dem Flugplatz findet ihr euer Neunhof. Und so wie ihr ausseht, erschreckt nicht vor euren Ebenbildern, ha, ha, ha!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://1.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SYWjLPqBEZI/AAAAAAAAAAw/zcAV1S14ocQ/s1600-h/neunhof.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 254px;" src="http://1.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SYWjLPqBEZI/AAAAAAAAAAw/zcAV1S14ocQ/s320/neunhof.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5297819950247907730" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wer unbedingt das Welser-Schloss Neunhof bei Lauf besuchen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden. Schreiben Sie an Georg Freiherr von Welser, Schloss Neunhof, 91207 Lauf.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1288433295048427516?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1288433295048427516/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1288433295048427516' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1288433295048427516'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1288433295048427516'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/02/allmachd-zwei-mal-neunhof.html' title='Allmächd! Zwei Mal Neunhof'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SYWdQ2itAOI/AAAAAAAAAAo/jU8nPUg-oY4/s72-c/maennle.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-5416718618959519523</id><published>2009-01-25T16:58:00.000+01:00</published><updated>2009-01-25T17:13:59.609+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Klappts mit dem Korkenzieher, dann auch mit dem Nachbarn</title><content type='html'>Wie schnell ein Karriere endet, noch bevor sie beginnt, erleben Sie jetzt.&lt;br /&gt;Nach meinem Weggang von der Insel-Rundschau wollte ich eine Karriere als Werbetexter beginnen. Ich bewarb mich mit mehreren Arbeitsproben. Ich habe nie wieder von dem Werbebüro gehört. Ich werde auch nicht noch einmal nachfragen. Ein Anruf genügte:&lt;br /&gt;"Was? Sie haben was über Korkenzieher geschrieben? Nie davon gelesen.Überhaupt, Korkenzieher, wie sind Sie auf die Idee gekommen? Mit Korkenziehern haben wird nichts zu tun."&lt;br /&gt;Das verstand ich so: "Mit Ihnen wollen wir nichts zu tun haben."&lt;br /&gt;Hier die Arbeitsprobe:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Klappts mit dem Korkenzieher, dann auch mit dem Nachbarn&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; Lavendelduft zieht über die Terrasse. Anette atmet ihn tief ein, schaut über das Feld zur Hügelkette. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Es war eine gute Idee, das Häuschen in Südfrankreich für den Urlaub zu mieten&lt;/span&gt;, denkt sie. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Mal sehen, ob es auch eine gute Idee war, Paul aus dem Nachbarhaus auf eine Flasche Wein einzuladen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Bordeaux glüht in der Flasche wie die untergehende Sonne über den Hügeln. Paul tritt auf die Terrasse, bewaffnet mit einem Blumenstrauß und einem Päckchen. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Jetzt schnell den Bordeaux öffnen&lt;/span&gt;, denkt Anette, dreht den Flaschenöffner aus dem Küchenschrank in den Korken und zieht und zieht. Vor Anstrengung rötet sich ihr Hals wie ein Roséwein. Stirn und Achseln werden feucht vom Schweiß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Guten Wein hat dein Vermieter bestimmt“, sagt Paul. „Doch der Flaschenöffner ist wohl so alt wie das Haus. Schau doch bitte in das Päckchen.“ Anette packt einen Korkenzieher aus. „Mit dem Öffner bekommst du jeden Korken gezogen.“ Und tatsächlich, Anette dreht in Sekunden den Korken aus der Flasche. Paul muss nicht einmal erklären, wie das Gerät funktioniert, so einfach geht es.&lt;br /&gt;„Ist ja auch kein gewöhnlicher Korkenzieher“, meint Paul, während er die Gläser füllt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein Screwpull, mit dem Anette die Flasche öffnete. Der Unterschied zu allen anderen Korkenziehern: Anette muss nur die Spitze des Screwpull  auf die Mitte des Korkens setzen und nun mit leichtem Druck am Griff drehen, bis der Korken aus der Flasche ist. Eine kleine Vorrichtung des Screwpull macht es möglich. „Ich weiß nicht, wie du die Folie vom Hals der Flasche bekommen hast“, sagt Paul. „Zum Screwpull gehört ein Folienschneider, der die Folie mit einem Handgriff vom Flaschenhals trennt.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anette ist begeistert von dem Geschenk und ein wenig auch schon von Paul. Sie weiß gar nicht mehr, ob Pauls Gesicht vom Sonnenbrand oder vor Aufregung so ein munteres Rot hat. Ihres beginnt vom Bordeauxc oder wovon auch immer zu glühen. Und sie denkt, wenn Paul noch mehr solcher Ideen hat, kann das noch ein aufregender Urlaub werden.&lt;p class="western" style="line-height: 150%;" align="justify"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-5416718618959519523?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/5416718618959519523/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=5416718618959519523' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5416718618959519523'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5416718618959519523'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/01/klappts-mit-dem-korkenzieher-dann-auch.html' title='Klappts mit dem Korkenzieher, dann auch mit dem Nachbarn'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-3574173689207387761</id><published>2009-01-19T16:33:00.000+01:00</published><updated>2009-01-19T18:25:50.313+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Beinahe Maueropfer</title><content type='html'>Uwe Holl sagte mir, es habe ihn von Anfang an gewundert, dass immer von Maueropfern geredet wurde und jene gemeint waren, die in den Westen abhauen wollten und genau wussten, dass nicht mit Schneebällen nach ihnen geworfen werden würde, um sie von ihrem Vorhaben abzubringen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Uwe Holl verblüffte mich mit dem Satz: "Beinahe wäre ich auch ein Maueropfer geworden."&lt;br /&gt;"Was? Haben Sie nach der Zeit als Grenzer Ihr Wissen nutzen wollen?"&lt;br /&gt;"Witzig! Wer aus dem Hinterland kam, um über die Mauer zu klettern, wurde fast immer geschnappt.&lt;br /&gt;"Sie meinen, tot oder lebendig."&lt;br /&gt;"Ja, ist doch klar. Ich hätte nach meiner Grenzerzeit niemals versucht, über die Berliner Mauer abzuhauen, gerade weil ich an der Grenze war und das Risiko bestens kannte. Nee, bin doch nicht lebensmüde. Abhauen war nur während des Grenzdienstes möglich und das an wenigen Stellen und bloß, wenn der zweite Man mitmachte."&lt;br /&gt;Er holte tief Luft, schaute mich an und sagte: "Oder wer abhauen wollte, musste den zweiten Mann umbringen. Hätte ich niemals gemacht, kam aber vor, selten, Kameraden von hinten abgeknallt, habe ich ja schon in Koserow erzählt. Deshalb war das Streifelaufen als Posten vor dem Postenführer jedes Mal eine furchtbare, stundenlange Anspannung."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Und so wären Sie beinahe Maueropfer geworden?"&lt;br /&gt;"Neinnein, das war anders."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier die Geschichte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Beinahe Maueropfer&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war in einem langen, ziemlich geraden Abschnitt in Berlin-Mitte. Dort wurde tagsüber der Grenzzaun abgebaut und die Mauer aufgestellt. Die Mauer wurde nämlich bis auf winzige Bereiche nicht 1961 gebaut, sondern bis in die 70-er Jahre hinein. Das längste Stück war jahrelang ein Stacheldrahtzaun oder Sreckmetallzaun geblieben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wenn die Pioniere ihren Dienst erledigt hatten, blieb immer ein Übergang zwischen eingerolltem Zaun und der Mauer. Ein ganz Verwegener hatte das wohl gesehen und meinte, zwischen Mauer und Zaun bestünde eine Lücke, durch die er sich nach Westberlin zwängen könnte - ein Irrtum. Da passte kein Hänfling durch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es war lange nach Mitternacht, als rechts von meinem Postenturm Schüsse krachten. Mein Posten und ich sahen das Mündungsfeuer vom Nachbarturm, und auch am Klang erkannten wir, dass mit einer Kalaschnikow geschossen wurde. Es folgte das Leuchtsignal für Grenzdurchbruch Ost-West. Das war die endgültige Gewissheit darüber, was unsere Nachbarn gerade durchmachten. Aber wir konnten niemanden erkennen, der sich in den Westen aufmachen wollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur alle 20 bis 30 Sekunden krachte ein kurzer Feuerstoß, drei, vier Schuss. Was sich wie ein Echo anhörte, war keins. Es waren einzelne Einschläge in unserem Postenturm. Wir wurden von unseren Nachbarn beschossen. Grenzede musste genau zwischen unserem und dem Nachbarturm im Halbdunkel liegen. Wenn unser Nachbar schoss, tat die Kalaschnikow, was sie immer tat, sie zog hoch. Das heißt, wurde die Waffe nicht richtig festgehalten, flog jedes Geschoß über dem vorigen durch die Gegend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich brüllte meinen Posten und mich an: "Kopf runter, Helm auf." Schon waren wir auf den Knien, Helm auf, Riemen festziehen. Und was nun? Was, wenn in unserem Postenbereich ein Kumpel von Grenzede in Richtung Zaun rannte? Solange wir im Turm knieten, konnten wir natürlich nichts beobachten. Ich meldete, dass wir beschossen wurden.&lt;br /&gt;Die Antwort: "Wir sagen Bescheid. Trotzdem beobachten."&lt;br /&gt;"Ja, schönen Dank", schrie ich den Zugführer durch das Grenzmeldennetz an.&lt;br /&gt;Meinem Posten befahl ich, in Deckung zu bleiben.&lt;br /&gt;Ich stieg hinunter, stieß die Blechtür auf, die Richtung Hinterland aufging und sprang nach dem nächsten Feuerstoß um den Turm herum, dass ich ihn als Deckung zwischen mir und meinen Nachbarn hatte. So konnte ich wenigstens einen Großteil des Geländes überblicken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich habe keine Ahnung, wie lange ich dort stand. Ich merkte jedoch bald, dass die Einschläge sich in Richtung Grenze verlagerten. Später wurde mir klar, dass Grenzede sich Richtung Grenzzaun vorarbeitete. Ich huschte in den Turm, brüllte hoch: "Beobachten, das Schlimmste ist vorbei" und stieg hinauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun konnte ich mir einen Überblick verschaffen, auch auf den Hochstand in Westberlin. Dort hatten sich US-Soldaten mit gezogenen Pistolen, angelockt durch die Schießerei postiert. Da der Grenzede sich vorgearbeitet hatte, geriet er immer mehr in das Licht der Lampen und auch ich konnte ihn nun erkennen. Er lag zwischen den Panzersperren, diesen zusammengeschweißten Abschnitten von Eisenbahnschienen. Immer, wenn er ein paar Schritte vorpreschte, schoss unser Nachbar über seinen Kopf hinweg. Grenzede ging wieder in Deckung. So ging das nun schon die ganze Zeit. Mitunter hörten wir die Querschläger zwitschern. Wenn Grenzede so weitermachte, konnte er in einer Minute am Zaun sein und die Leute auf dem Nachbarturm hätten ein Problem: Sie hätten durch den Zaun in den Westen schießen müssen, um den jungen Mann zu stoppen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Endlich kam die Streife angeknattert, gleich danach der Zugführer. Er postierte sich genau gegenüber vom Hochstand, die Kalaschnikow vor der Brust. Drüben die Amis, die Pistolen bereit, hier der Zugführer. Zwischen dieser Grupe und dem Mann in der Panzersperre waren etwa 50 Meter Abstand. Ich konnte nicht verstehen, was er den Amis zuschrie. Als sie keine Anstalten machte, die Pistolen einzustecken, entsicherte er die Kalaschnikow und lud sie durch. Eine Patrone war im Lauf; er brauchte nur noch abzudrücken. Der Zugführer schrie zwar die US-Soldaten an, blieb aber gelassen. Es war nicht seine erste Begegnung dieser Art, aber meine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zur gleichen Zeit holte die Streife den jungen Mann aus der Panzersperre. Er hatte nichts bei sich, hatte geglaubt, sich zwischen Zaun und Mauer durchzwängen zu können, was völliger Quatsch war. Es hatte nicht einmal einen Streifschuss abbekommen und war nur deshalb so lange in der Panzersperre geblieben, weil er nirgends eine Lücke zum Durchschlüpfen finden konnte.&lt;br /&gt;Mein Posten und ich hatten außer dem Schreck auch nichts abbekommen. Doch seit der Nacht fühlten wir uns als Beinahe-Maueropfer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Amerikaner zogen unter Gezeter ab, als sie sahen, dass sie nichts ausrichten konnten.&lt;br /&gt;Unsere Nachbarposten erhielten Sonderurlaub und maulten ein wenig, als ich ihnen am Tag darauf sagte, dass sie uns beschossen hätten, als ob &lt;span style="font-style: italic;"&gt;wir &lt;/span&gt;abhauen wollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum ich das erzähle? Maueropfer waren nicht nur jene, die beim Versuch, die Grenzer auszutricksen an die Falschen gerieten.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-3574173689207387761?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/3574173689207387761/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=3574173689207387761' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3574173689207387761'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3574173689207387761'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/01/beinahe-maueropfer.html' title='Beinahe Maueropfer'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1479899898975666690</id><published>2009-01-11T14:55:00.000+01:00</published><updated>2009-01-11T15:40:30.093+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>Trennblätter</title><content type='html'>Nehmen Sie es, wie Sie wollen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich berichte Beiläufiges, weil ich Sie länger neugierig machen möchte auf die nächste Holl-Geschichte.&lt;br /&gt;Ich berichte Beiläufiges, weil ich möchte, dass Sie sich von der Bestürzung über die Holl-Geschichte vom 4. Januar erholen können, sofern Sie bestürzt waren (würde mich interessieren).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;font-size:130%;" &gt;Trennblätter&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;     &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gleich an zweiter Stelle auf der Materialliste stand:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;100 Stck. Trennblätter&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Was alle anderen Positionen auf der Liste bedeuteten, war mir klar, Kopierpapier, Notizblöcke ... aber Trennblätter? &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hätte forsch 100 Trennblätter fordern können. Doch in der Materialausgabe hätten sie mir Werweißwas eingepackt und sich anschließend über meine Bildungslücke amüsiert. Welch ein Gelächter hätten die Kollegen angestimmt, wenn ich ausgepackt hätte, wovon ich dachte, es seien Trennblätter. Hatten die Kollegen etwa die Trennblatt-Besorgung angezettelt? Gierten sie danach zu erleben, wie ich mich blamierte?    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;War das eine Fortsetzung der nun zehn Jahre zurückliegenden Blamage, als ich, der Lehrling, losgeschickt wurde, den Kolbenschlüssel zu bringen? In der Werkzeugausgabe krähte die Ausgeberin sofort los: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Hejerbät!? Hejerbät!! Hijä iss einä vonne Reperatuä! &lt;/span&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;(Herbert!? Herbert!! Hier ist einer von der Reparatur!)&lt;/span&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt; Bring doch mal den Kolbenschlüssel! &lt;/span&gt;Sie wandte sich zu mir und erklärte: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der iss mir zu schwejä.&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;Ihr Kollege brachte einen gewaltigen Schlüssel für riesige Sechskantmuttern. Ich hätte nicht glauben sollen, dass solch Ungetüme existieren. Doch ich schleppte den 15 Kilogramm schweren Schlüssel in die Reparaturhalle. Sekunden später wusste ich, dass auch in der Werkzeugausgabe auf meine Kosten gelacht wurde, dass der Schlüssel vor Jahren angefertigt wurde, um Lehrlinge zu foppen.     &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gab es eine Verbindung zwischen dem Schlüssel, der Trennblattbestellung und dem Reinfall, den ich auf einer Erdgasbohrung erlebt hatte, dem Anfang einer einjährigen Kurzkarriere im Bohrgeschäft, die mir später jedoch nützte, als ich zum Gülle-Lothar wurde &lt;span style="font-style: italic;font-size:85%;" &gt;(Sturmfeld-Leser wissen Bescheid)&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;Bohrgut und Schwerspat setzten sich in einer meterbreiten Rinne aus dem Bohrschlamm ab, wenn er aus dem Bohrloch gepresst wurde. Ich hatte das abgesetzte Gemisch aus der Rinne zu schaufeln. Rückwärts arbeitete ich mich durch die Rinne, bis ich in einem metertiefen Absetzbecken landete und die braungraue Bohrspülung meine Stiefel füllte. Dass solche Becken der Rinne zwischengeschaltet waren, um die Feststoffe aus der Spülung aufzufangen, hatte ich nicht beachtet. Seitlich hinter mir erscholl brüllendes Gelächter. Die Bohrarbeiter saßen wie die Hühner auf einem Stahlrohrgeländer, winkten, hielten sich die Bäuche oder klatschten ihre Schenkel. Erst durch das schadenfrohe Gelächter merkte ich, dass sich die Arbeiter hinter meinem Rücken versammelt hatten, um meine Landung in der Bohrspülung mitzuerleben.   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vielleicht gibt es Trennblätter tatsächlich, dachte ich, nur ich weiß nicht, welchen Nutzen sie haben.  Wenn es sie gibt, bleibt die Frage, was Blätter voneinander trennen können?  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Waren sie eine Erfindung der Arbeitgeber? Dann stand auf ihnen: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Arbeitnehmer, &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;wenn du uneffektiv arbeitest, &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;die Pausen nicht einhältst, &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;es dir an Loyalität zum Unternehmen mangelt, &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;werden wir uns von dir trennen!&lt;/span&gt;  &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;Die Blätter lägen zwischen den Papieren in Akten, die oft benutzt wurden und in jedem Arbeitsraum hinge ein Exemplar an der Wand gegenüber dem Schreibtisch oder der Werkbank. Die Zettel hätten auch Denkdran-Zettel heißen können, doch die Bezeichnung Trennblätter hatte dieses Einschneidende, gar Zerschneidende, Schmerz verbreitende, Endgültige: Getrennt ist getrennt. Da lässt sich nichts mehr flicken. Eine Operation steht nicht in unserer Macht.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hatten die Blätter mit Scheidungen zu tun? Gab es eine Mode, die ich nicht kannte, wonach getrennt Lebende einander Vordrucke schickten, auf denen sie unterschiedlichste Forderungen erheben konnten? Findige Geschäftemacher hatten Anwaltstexte in verständliches Deutsch übertragen, für jede Forderung mindestens ein Trennblatt. Auf jedem Trennblatt war auch ein passrechter Sinnspruch zu finden, hinterlegt mit beruhigenden Grüntönen.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer hatte denn gesagt, dass Trennblätter aus Papier hergestellt wurden? Bestanden verschiedene Sorten dieser Blätter aus getrockneten, gemahlenen Pflanzenteilen, die in einer Fabrik mit Wasser versetzt und zu Trennblättern gepresst und getrocknet wurden? So ähnlich, ohne die beiden letzten Arbeitsgänge, entstanden doch Säfte, warum also nicht Trennblätter. Natürlich war ihm sofort klar, dass diese Blätter die Grundlage der Trennkost waren, mit deren Hilfe Dickleibige versuchten, ihr Fett loszuwerden.    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Konnten Besucher von Rockkonzerten oder sogenannten Volksfesten nicht mehr auf Trennblätter verzichten? Hüllten sich diese Leute in die Blätter, um andere Besucher nicht zu nahe an sich heranzulassen? Wollten sie ihre Kleidung schonen, die durch das Berühren der anderen hätte verschmutzen oder abnutzen können. Verkauften Veranstalter von Festen und Konzerten Trennblätter, auf die Reklame für die jeweilige Veranstaltung gedruckt worden war? Das wäre ein zweifaches Geschäft: Trennblätter verkaufen, mit der die Leute kostenlos für das Unternehmen Reklame liefen. Es wäre nichts Neues. Trugen doch die meisten Leute Kleidung mit Firmenaufschriften.  &lt;br /&gt;Seit wann gab es die wandelnden Litfaßsäulen nicht mehr, Menschen, über die eine Pappsäule gestülpt wurde, auf der für irgendwelche Produkte Reklame gemacht wurde? Die Menschen in den Pappsäulen erhielten Geld, wenn auch wenig, für ihre Arbeit. Leute, die heute Kleidung mit Firmenzeichen tragen, bezahlen sogar dafür, als lebende Litfaßsäulen für Unternehmen zu werben, warum also nicht mit Trennblättern?    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da ich in einem Verlag angefangen hatte zu arbeiten, entschied ich mich für die Trennblätter mit Reklameaufdrucken, betrat die Materialausgabe und sagte: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;100 Trennblätter für die Abteilung 14/3-afsch Ü (9).&lt;/span&gt; Ich erhielt beigefarbene Pappblätter im A-4-Format mit mächtig vielen Löchern an der linken Seite, waagerechten Linien und einer nummerierten Unterteilung des rechtes Randes. Ich schaute auf den Rand der Verpackung:   &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt; 100 Stück Trennblätter  &lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;gelb mit schwarzem Liniendruck&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: center;"&gt;  Art.Nr. 95 10208100    &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div style="text-align: left;"&gt;Enttäuscht zog ich von dannen.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;p class="MsoNormal"&gt;&lt;span style="font-size: 11pt; font-family: Garamond;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1479899898975666690?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1479899898975666690/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1479899898975666690' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1479899898975666690'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1479899898975666690'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/01/trennbltter.html' title='Trennblätter'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-3844853374244520616</id><published>2009-01-04T14:29:00.000+01:00</published><updated>2009-01-04T14:46:28.020+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Tod im Dunkel</title><content type='html'>Am 21. Dezember lasen Sie, dass ich Uwe Holl im Gefängnis besuchte. Er erzählte mir vom &lt;a href="http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/der-reiter.html"&gt;Mauerreiter&lt;/a&gt;. Vielleicht haben Sie es geahnt; es war nur zum Anwärmen. An der Grenze ging es &lt;span style="font-style: italic;"&gt;nicht&lt;/span&gt; lustig zu. Uwe Holl erzählte mir auch diese Geschichte:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Tod im Dunkel&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Versuchte Grenzdurchbrüche und solche die gelungen waren, wurden in den Grenzkompanien ausgewertet. Zusätzlich erfuhren wir manches, wenn wir im Ausgang Grenzer anderer Regimenter trafen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der begehrten Posten lag in einem Güterbahnhofgelände. Begehrt war der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer#Aufbau_der_Grenzanlagen"&gt;Postenturm&lt;/a&gt;, weil wir von dort aus ein modernes Wohnhaus mit zimmergroßen Fenstern beobachten konnten. Die Ferngläser waren ganz gut. Bekannt war eine Wohnung, in der nachts gegen drei Uhr eine Frau in ihr Wohnzimmer trat und sich dort auszog.&lt;br /&gt;Das Irrsinnige war, dass sie sich dazu auf ein Sofa setzte, dessen Lehne zum Fenster gerichtet war. Das heißt, dass Licht ging an, wenn sie schon saß. Wir konnten also nur ihre Arme und Beine sehen und waren überzeugt, dass sie genau wusste, dass sie beobachtet wurde. Immerhin zog sie sich so elegant aus, dass wir alle annahmen, es müsse eine Tänzerin sein. Das Licht ging aus und niemand hat sie je aus dem Zimmer gehen sehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer Sommernacht wurde das Postenpaar an den Gleisanlagen aufgeschreckt, weil der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer#Aufbau_der_Grenzanlagen"&gt;Signalzaun&lt;/a&gt; auslöste. Eine Kontrolllampe leuchtete also auf dem Postenturm. Einer versuchte zu sehen, was dort der Auslöser war. Oft huschten Kaninchen durch den Zaun und drückten dabei die dünnen Drähte aneinander, was die Kontrolleuchte auslöste. Der Postenführer meldete, dass irgendetwas den Signalzaun ausgelöst hatte. Der Zugführer versprach, die Streife zu schicken.&lt;br /&gt;Der Postenführer schoß mit der Leuchtpistole, um Sicht zu bekommen, denn zwischen den Gleisen war es stockdunkel. Nur der Streifen vor der Mauer nach Westberlin war beleuchtet - noch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Licht der Leuchtkugel sah der Postenführer einen Mann Richtung Grenze rennen. Doch ehe der Posten schießen konnte, war die Leuchtkugel erloschen. Leuchtkugel nachladen, wieder schießen. Der Mann war weg. Im letzten Schimmer erkannten die Grenzer jedoch einen zweiten Mann, der über die Gleise gen Westen stolperte. Der Posten schoß einen Warnschuss ins Dunkel.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Streife kam und kam nicht. Deshalb entschied der Postenführer, den Turm zu verlassen und die beiden Grenzedes zu suchen. Er rechnete damit, die beiden im Gegenlicht der Mauerbeleuchtung als Schattenrisse zu erkennen. Doch die beiden Männer hatten sich hingelegt und warteten ab. Jetzt ertönten Schüsse von der westlichen Seite. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Das war doch nicht möglich! War die Streife ihnen ins Gehege gekommen?&lt;/span&gt; müssen sie gedacht haben. Wie sollten die Grenzer in dem düsteren Kuddelmuddel die Streife von den Grenzedes unterscheiden?&lt;br /&gt;Der Gedanke war vorerst überflüssig, denn die Schüsse kamen aus Westberlin, aus den Waffen von Polizisten. Sie schossen auf die Lampen der Lichtertrasse am Kontrollstreifen. Und sie trafen. Eine Lampe nach der anderen erlosch. Es wurde immer dunkler.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun muss den Posten Panik befallen haben. Er stürmte auf den Gleisen umher, hörte nicht mehr auf die Rufe seines Postenführers, muss dann fast auf einen der beiden Grenzedes getreten sein, der auswich und aufsprang. Beide standen sich drei oder vier Meter entfernt gegenüber. Der Grenzer schoss, noch ehe sich der Mann zur Grenze wenden konnte. Er schoss nicht einmal, sondern feuerte eine Dutzend Schüsse ab, die dem Mann den Brustkorb zerrissen.&lt;br /&gt;Er schoss, weil er Todesangst hatte, obwohl oder weil er nicht erkennen konnte, ob der Mann bewaffnet war. Er soll eine zusammengerollte Strickleiter unter dem Arm getragen habe, mit Haken daran. Er wäre damit niemals über die Mauer gekommen. Vielleicht hat der Posten die Rolle unter dem Arm als Waffe gedeutet. Der zweite Grenzede wurde von der Streife gefasst, die gerade eingetroffen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was für ein Dreck! Ein junger Mann tot, der nicht einmal die Chance hatte, über die Mauer zu klettern und dazu das Leben des Grenzers versaut, der sich bis zu seinem Tod nicht verzeihen wird, einen Mann erschossen zu haben. Was die Westberliner Polizisten angeht, hatten sie indirekt Anteil am Tod des Mannes. Wahrscheinlich wäre die Festnahme bei funktionierender Lichtertrasse ohne einen scharfen Schuss abgegangen, wenn die Lampen nicht zerschossen worden wären.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wozu das alles? Es war völlig irrsinnig. Ich muss gerade an Peter denken, den Bäckergesellen, von dessen Tod während einer Schießübung.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:78%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;(Sie wissen nicht, wer Peter ist? Lesen Sie im "Sturmfeld " die Geschichte vom Bäckergesellen mit der rachitischen Brust nach.)&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Heute glaube ich, dass es ein Schicksal geben kann, oder eine Fügung. Es ist, als hätte der zukünftige Grenzer Peter dafür sterben müssen, dass ein anderer Grenzer Monate später einen Grenzede erschießen wird. Beide starben nachts, beide mit zerrissener Brust.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nur wenige Bekannte konnten verstehen, dass ich nie wieder an die Grenze wollte, dass ich alles Militärische bis heute und für immer hasse. Ich war Familienvater, als ich als Reservist noch einmal an die Grenze sollte.&lt;br /&gt;"Da gehe ich nicht wieder hin", antwortete ich damals. Die Leute vom Wehrkreiskommando schauten sich und dann mich verdattert an.&lt;br /&gt;Ich erklärte ihnen, dass ich eine Familie habe.&lt;br /&gt;"Ja und?", fragte mich einer der Offiziere.&lt;br /&gt;"Entweder wissen Sie nicht, was an der Grenze los ist, oder es ist Ihnen egal. Ich gehe jedenfalls nicht mehr hin. Wenn Sie Kanonenfutter brauchen, schicken Sie die 18-Jährigen hin, die weder Frau noch Kinder haben und die nicht wissen, was ihnen an der Grenze passieren kann. Ich möchte weder jemandes Leben auf dem Gewissen haben noch mich abknallen lassen."&lt;br /&gt;"Das ist eine Ausrede, wird Ihnen nicht helfen."&lt;br /&gt;"Nein? Wann soll ich denn dort hin?"&lt;br /&gt;"Im Frühjahr."&lt;br /&gt;"Dann kann ich sowieso nicht. Ich bekomme eine größere Wohnung. Oder können Sie mir garantieren, dass ich zum Umzug Urlaub erhalte?"&lt;br /&gt;"Nein."&lt;br /&gt;"Sehen Sie, dann wird nichts draus."&lt;br /&gt;"Bringen Sie uns eine Bestätigung über den Umzugstermin."&lt;br /&gt;"Mach ich."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dem Vermieter trug ich mein Anliegen vor. Offensichtlich wollten auch die Leute, dass ich zum Reservedienst eingezogen werde. Ich bekam keine Bestätigung, sondern sie boten mir eine Wohnung an, in die ich sofort ziehen konnte.&lt;br /&gt;So bekam ich früher eine Wohnung, die sogar ein Zimmer größer war als die beantragte, und an die Grenze musste ich nie wieder.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-3844853374244520616?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/3844853374244520616/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=3844853374244520616' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3844853374244520616'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3844853374244520616'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2009/01/tod-im-dunkel.html' title='Tod im Dunkel'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-5275823798100217101</id><published>2008-12-28T14:12:00.000+01:00</published><updated>2009-01-11T14:55:09.236+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Beiläufiges'/><title type='text'>An der Kasse im Selbstbedienungsladen</title><content type='html'>&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Font Definitions */ @font-face  {font-family:Tahoma;  panose-1:2 11 6 4 3 5 4 4 2 4;  mso-font-charset:0;  mso-generic-font-family:swiss;  mso-font-pitch:variable;  mso-font-signature:1627421319 -2147483648 8 0 66047 0;} @font-face  {font-family:"Lucida Sans Unicode";  panose-1:2 11 6 2 3 5 4 2 2 4;  mso-font-charset:0;  mso-generic-font-family:swiss;  mso-font-pitch:variable;  mso-font-signature:-2147476737 14699 0 0 63 0;}  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal  {mso-style-parent:"";  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:10.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-EG;  mso-bidi-language:AR-EG;} h1  {mso-style-next:Standard; 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Dezember, 11.32 Uhr.&lt;br /&gt;Ich muss mich entscheiden, an welche Kasse ich den gefüllten Korb schiebe. Heute will ich alles anders machen, denn bisher gehöre ich zu den Kunden, die immer in der langsamsten Schlange auf den Platz am Laufband warten. Im Vorübergehen habe ich die Kassen eins und zwei ausgewählt. Dort sitzen Kassiererinnen, von denen ich weiß, dass sie schnell arbeiten.   Kasse drei kommt nicht in Betracht. Die Kassiererin mit dem hochrotem Kopf und Schweißtröpfchen über der Oberlippe habe ich hier noch nie gesehen: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Eine Aushilfe zwischen den Festtagen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11.34 Uhr.&lt;br /&gt;Ich habe auffallend unauffällig die Körbe und ihre Schieber an beiden Kassen gemustert. Vor dem Laufband an Kasse eins stehen zwei hochgefüllte Einkaufskörbe. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Das muss noch nichts heißen&lt;/span&gt;, sage ich mir. Durch Kleinkram getarnt sind die zwei Getränkekisten kaum in dem vorderen Korb zu erkennen. Doch ich weiß, die Kisten sind schnell abgerechnet. Der Kunde ist schneller an der Kasse vorbei als ich mit meiner Halbfüllung. So wäge ich Korbinhalte darauf ab, wie flink die Kassiererin sie bezwingen kann. Kleinkram kostet viel Kassierzeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch ebenso ist jeder Kunde ein Risiko für schnellen Korbvorschub. Männer um die 50 mit gutem Einkommen können zur Korbbremse werden, wenn sie die Weinflaschen auf das Förderband stellen statt sie zu legen. Aber schließlich soll jeder Schlangesteher ruhig sehen, dass er sich 18 Euro-Wein leisten kann. Dass umfallende Weinflaschen große Schweinereien und damit Dauerstockungen verursachen können, ist dem Besserverdiener egal. Er hat die Kasse dann fast hinter sich. Hinzu kommt, dass Besserverdiener umständlich mit Karten zahlen und die Waren ungeschickt einpacken. Sie tun es eben nicht so oft.&lt;br /&gt;Ältere Damen zahlen meist bar. Doch vorsichtig bin ich immer, wenn die Dame eine stärkere Brille trägt. Diese Frauen neigen dazu, das Kleingeld aus ihrem Portemonnaie auf den Kassentisch zu schütten: „Schauen Sie doch mal, ob sie was herausfinden.“ Ältere Ehepaare dagegen packen nach dem Kassieren wie gehetzt die Waren wieder in den Korb. Sie beschleunigen die Schlangen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11.36 Uhr.&lt;br /&gt;Ich will den alles entscheidenden Augenblick nicht länger hinauszögern. Heute stelle ich mich an die Schlange vor Kasse zwei, von der ich annehme, sie sei die langsamere. Am Schlangenende ein gefüllter Korb ohne Herrchenfrauchen. Als die Schlange vorrückt, umfahre ich den verwaisten Korb. Sekunden später spricht mich eine rundliche, kleine Frau an: "Haben Sie geschoben meine Wagen?"&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Eine Polin? Wahrscheinlich.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Ich schaue sie an, hole langsam Luft und höre mich antworten: "Nein, habe nicht geschoben ihre Wagen."&lt;br /&gt;Sie sagt nichts, ich auch nicht. Was sollte ich auch sagen? Ich habe über die Schlangengeschwindigkeit nachzudenken und bleibe bei meinem Entschluss: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich deute alle Vorzeichen und bleibe in der langsameren Schlange. So werde ich schneller sein.&lt;/span&gt; Ich visiere die Dame auf gleicher Höhe in der Nachbarschlange an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;11.47 Uhr.&lt;br /&gt;Mit meiner neuen Taktik mache ich das Rennen in Schlange zwei. Locker ziehe ich an der Frau an der Nebenkasse vorbei. Als ich erleichtert aus der Halle verschwinden kann, muss meine Vergleichs-Dame noch zwei Kunden abwarten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ich werde einen Wettkampf daraus machen.&lt;/span&gt; &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Finde ich willige Wettkämpfer, veranstalten wir ein Rennen in Super-Zeitlupe.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;p class="MsoBodyText" style="text-align: justify;"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-5275823798100217101?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/5275823798100217101/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=5275823798100217101' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5275823798100217101'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5275823798100217101'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/der-kasse-im-selbstbedienungsladen.html' title='An der Kasse im Selbstbedienungsladen'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1442955675522838174</id><published>2008-12-21T17:17:00.000+01:00</published><updated>2008-12-21T20:03:44.112+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mauerritt'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Der Reiter</title><content type='html'>Mein Erster Besuch im Gefängnis! Am liebsten nie wieder! Doch bei Gelegenheit werde ich Uwe Holl erneut besuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich staune, wie gelassen Holl ist. Nur die Bäume vor dem Fenster und das Rauschen der See fehlten ihm, gab er zu. Ich nickte nur und dachte: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Ganz schön viel, was da fehlt&lt;/span&gt;, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Holl&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich muss ihn wieder besuchen. Im August erzählte er mir, warum er seinen früheren Zugführer auf der Koserower Seebrücke fast totprügelte. Es war leicht zu erahnen, dass noch viel mehr Geschichten zu der Tat führten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Holl erzählte Geschichten, von denen ich noch nicht einmal etwas ahnte. Er erzählte aus seinem Grenzerleben an der Berliner Mauer. Ich bekam mal eine Gänsehaut, weil es fast unerträglich war, woran Holl sich erinnerte, mal musste ich lachen. Es gibt nur wenige, die diesen Teil der DDR-Geschichte kennen.&lt;br /&gt;Aus all den Gründen will ich ihn wieder besuchen. Vielleicht könnte ich ihm dann Meeresrauschen vom Diktiergerät vorspielen, aufgenommen vor seiner Wohnung in Koserow. Nur die Bäume, woher soll ich Bäume nehmen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute erzähle ich zum Angewöhnen eine Geschichte nach, die mich um Lachen reizte, den einsitzenden Rentner Holl nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Der Mauer-Ritt&lt;/span&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer"&gt;Berliner Mauer&lt;/a&gt; war etwa 3,7 Meter hoch. Auf die Mauer waren Betonrohre montiert worden, etwa 50 bis 60 Zentimeter im Durchmesser. Es hatte nur einen Zweck, es sollte das Überwinden der Mauer erschweren. Doch mitunter wurde das Rohr missbraucht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Sonntag Vormittag im Frühling ging in die Mittagszeit über. Die Sonne stand hoch und blendete uns im Postenturm. Mitten im Erzählen über seinen Traktor, den nun Kollegen aus dere LPG fuhren - wer weiß, was sie mit der Karre anstellen - stockte mein Posten. Posten und Postenführer saßen sich stets schräg gegenüber, um den Postenbereich und einander beobachten zu können. Kaum etwas an der Grenze war schlimmer, als jemanden mit einer Kalaschnikow hinter sich zu haben. Mein Posten riss den Arm hoch, zeigte rechts an mir vorbei zum Kanten, so nannten wie die Mauer, und sagt leise: "Ich glaube, da guckt jemand über den Kanten." In dem Bereich gab es keinen Hochstand in Westberlin. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wie sollte da jemand über die Mauer ...?&lt;/span&gt; Im selben Augenblick war mir klar, was gerade passierte. Über die Sprechfunkanlage meldete ich dem Zugführer in der Zentrale: "Wolf, Wolf! Und hier ist der Iltis. Versuchter Grenzdurchbruch West-Ost. Eine männliche Person zu erkennen." Völlig idiotisch waren diese blöden Decknamen und genauso bekloppt war es, dass wir unsere Meldungen immer mit dem Wort "Und" begannen, eine Marotte, unausrottbar.&lt;br /&gt;"Isser schon rüber?", kam die Rückfrage.&lt;br /&gt;"Er guckt rüber. Entfernung etwa 120 Meter rechts vom Postenturm. Ich sehe Kopf und Oberkörper. Schätze, der steht auf einer Leiter."&lt;br /&gt;"Die Streife ist schon unterwegs."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schaute durchs Fernglas, mein Posten neben mir schaute sich fast die Augen aus dem Kopf.&lt;br /&gt;Ich drehte mich kurz zu ihm und fuhr ihn an: "Umdrehen! Rechts und links und das Hinterland beobachten!" Ich schaute zu, wie der Mann hinter der Mauer verschwand. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Wie im Kasperletheater&lt;/span&gt;, dachte ich.&lt;br /&gt;Mein Posten trauerte nun nicht mehr seinem missbrauchten Traktor hinterher, sondern wollte wissen: "Warum darf ich nicht mitgucken?"&lt;br /&gt;"Was ist, wenn der ganze Spaß nur ein Ablenkungsmanöver ist und 100 Meter entfernt Grenz-Ede gen Westen rauscht? Ich sag dir, was dann ist, dann rauschen wir nach Schwedt!"&lt;br /&gt;Offiziell hießen sie Grenzverletzer, in unserem Regiment hieß jeder Grenzverletzer Ede.&lt;br /&gt;"Is ja schon gut."&lt;br /&gt;"Nein, ist es nicht. Gut ist es erst, wenn ich keine Uniform mehr anziehen muss. Bis dahin passt du auf wie ein Luchs."&lt;br /&gt;"Sind wir heute nicht der Iltis."&lt;br /&gt;"Noch ein Wort und du kannst was erleben. Gucken, Junge!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte geahnt, dass es noch nicht vorbei war. Der Mann tauchte wieder aus der Versenkung auf, sah, dass ich ihn durch das Fernglas beobachtete, winkte, grinste und schwang ein Bein auf das Mauerrohr. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Scheiße, ein Mauerreiter&lt;/span&gt;, dachte ich.&lt;br /&gt;Zu meinem Posten sagte ich: "So, jetzt wird es ernst. Er reitet auf der Mauer. Hoffentlich fällt er nicht zu uns rüber. Der verarscht uns, tut als wäre die Mauer sein Gaul."&lt;br /&gt;Ich riss ein Fenster auf und brüllte den Mauerreiter an: "Hau ab! Verschwinde wieder! Los, zurück zu Mutti!"&lt;br /&gt;Doch der Kerl tat als sei er taub. Ich riss die Leuchtpistole aus dem Futteral, drei Stern rot - in der Woche das Leuchtsignal für Grenzdurchbruch West-Ost - in den Lauf, zugeschnappt, aus dem Fenster gebeugt und schräg nach oben in Richtung des Mauerreiters geschossen. Weder der Knall noch das Zischen des aufsteigenden Geschosses beeindruckten ihn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er beugte sich Sekunden später in Richtung Westberliner Seite, dass ich dachte: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nun fällt er runter.&lt;/span&gt; Schön wärs gewesen! Als er sich aufrichtete, sah ich, wie er auf die Mauer gelangen konnte. Er zog eine Leiter zu sich herauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich schrie in die Sprechfunkanlage: "Wo bleibt die Streife? Er zieht eine Leiter hoch!"&lt;br /&gt;"Die Streife ist gleich da."&lt;br /&gt;Nun kippte er die Leiter in die Waagerechte. Ich brüllte zu ihm herüber: "Mach keinen Scheiß! Stell die Leiter zurück! Stell die Leiter zurück."&lt;br /&gt;Zu meinem Posten: "Pass bloß auf! Wer weiß, für wen die Leiter gedacht ist?"&lt;br /&gt;Wenn ich heute daran zurückdenke, wundere ich mich, dass ich keine Angst hatte; wahrscheinlich fehlte einfach die Zeit, um mich zu fürchten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Kerl fühlte sich sicher. Er wusste, dass ich nicht schießen würde. Niemals über die Mauer hinweg in den Westen schießen, war ein Gesetz an der Grenze, denn nach Schießereien an der Grenze kamen Dutzende Westberliner Polizisten und suchten Gebäude nach Einschüssen ab. Fanden sie welche, gab es regelmäßig diplomatische Verwicklungen und anschließend Strafen für den Fehlschützen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte keine Ahnung, was ich tun sollte. Ich konnte nur abwarten. Der Westberliner übernahm weiterhin die Initiative. Trotz meiner Schreierei kippte er die Leiter in unsere Richtung. Eine Sekunde später stand sie im Grenzgebiet, eine Einladung zum Abhauen.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Kann doch nicht sein, dass jetzt einer abhaut, am Sonntag Vormittag und der stellt ihm die Leiter an.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dem Kolonnenweg kam die Streife im Trabant-Kübelwagen angeknattert. Meinem Posten befahl ich: "Du guckts nach links und Richtung Hinterland, ich nach rechts und hinten, klar?"&lt;br /&gt;"Mann, ich krieg ja gar nichts mit."&lt;br /&gt;"Wenn du jetzt nicht aufpasst, kriegst du nicht mit, wenn Grenzede angeflitzt kommt. Und dann bekommen wir beide gar nichts mehr mit, so schnell sind wir in Schwedt. Schluss jetzt mit dem Gemecker."&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Und falls kein Grenzede kommt, weiß ich noch lange nicht, was der Mauerreiter in den Taschen hat.&lt;/span&gt; Ich legte die Kalaschnikow vor mich auf die Brüstung, einen Blick auf den Reiter, einen in Richtung Hinterland.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Jetzt war es an der Streife, die Reiterei zu beenden. Sie redeten auf den Reiter ein, der jedoch nun Anstalten machte, von der Mauer in den Osten abzusitzen. Jetzt brüllten der Streifenführer und ich um die Wette: "Bleib da, wo die bist!", und "Hau endlich ab, woher du gekommen bist! Zurück!"&lt;br /&gt;Hastdunicht gesehen stand der Reiter auf der Leiter und damit auf DDR-Gebiet. Jetzt rückte die Streife vor und mir wurde mulmig: &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Was, wenn einer der beiden die Leiter bestellt hat? Ach, ist wohl Quatsch.&lt;/span&gt; Doch zugleich erinnerte ich mich an zahllose Pferde, die vor Apotheken ihren Mageninhalt zur allgemeinen Besichtigung freigegeben hatten. &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Bloß das nicht!&lt;/span&gt; und noch einmal, &lt;span style="font-style: italic;"&gt;bloß das nicht&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Streifenführer stand nun am Fuß der Mauer, sein Posten hatte die Kalaschnikow im Anschlag, meine Waffe lag noch immer vor mir auf der Brüstung, meine rechte Hand auf dem Kolben der Waffe. Der Postenführer machte einen Satz zur Leiter, dann einen auf die zweite Sprosse, sprang hoch und riss den Reiter herunter. Die Streife griff den Reiter und schleppte ihn von der Mauer weg. Inzwischen raste ein zweiter Kübelwagen heran, später noch einer. Einer holte die Leiter von der Mauer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im selben Moment ertönte Protest hinter der Mauer: "Gebt uns die Leiter wieder. Der hat sie uns geklaut." Zwei Köpfe erschienen hinter dem Rohr auf der Mauer.&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nicht schon wieder.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;Der Streifenführer schrie zurück: "Beweismaterial!"&lt;br /&gt;Eine Zeitlang murrten die Bestohlenen und der Streifenführen schrie uns auf dem Postenturm zu: "Völlig besoffen!" und zeigte auf den einstigen Mauerreiter.&lt;br /&gt;Dann wurde endlos gemessen und fotografiert. Meine einzige Sorge war nun, dass der &lt;a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Berliner_Mauer#Aufbau_der_Grenzanlagen"&gt;Kontrollstreifen&lt;/a&gt; anständig geharkt wurde. Eine Fußspur darauf und ich hätte mich nicht mehr wiedergefunden. Fußspuren auf dem KS, naja, warum hieß er wohl Kontrollstreifen?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach unserem Dienst mussten wir die Geschichte zu Protokoll geben, weg war die schöne Freizeit - alles wegen eines betrunkenen Westberliners, der unbedingt auf der Mauer reiten wollte und dann nicht mehr West von Ost unterscheiden konnte.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1442955675522838174?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1442955675522838174/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1442955675522838174' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1442955675522838174'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1442955675522838174'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/der-reiter.html' title='Der Reiter'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-7151848534317804230</id><published>2008-12-14T15:54:00.000+01:00</published><updated>2008-12-14T18:59:07.042+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grenzgebiet'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abendwind'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (8)</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;  &lt;!--   @page { margin: 2cm }   P { margin-bottom: 0cm; text-align: justify }  --&gt;  &lt;/style&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Teil acht der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;style type="text/css"&gt;  &lt;!--   @page { margin: 2cm }   P { margin-bottom: 0cm; text-align: justify }  --&gt;  &lt;/style&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%; font-style: italic;"&gt;VI. Ich besteige einen Berg und stelle Fragen&lt;/p&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt; Am Morgen bin ich allein in der Hütte. Der Alte war nicht zurückgekehrt, von Marsha war ein Zettel geblieben: Ich bin bald zurück. In mir das große Gefühlsdurcheinander: Ist dem Alten etwas passiert? Fand er seinen Morgenwind? Sucht er weiter? Und Marsha? Sie war bei mir geblieben aber es war nicht alles gewesen. Jetzt war auch sie verschwunden. Wohin? Sie war immer am Abend gekommen, diese Lichtspur und was sind Abende ohne Tage?&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Dieses Tal, das wie meine Heimat geworden war, ist nun bedrückend eng. Ich gehe vor die Hütte, der Morgennebel hat sich aufgelöst. Es ist Tag, aber die Sonne ist noch nicht über die Berge gestiegen. Ich schaue hinauf und mir ist, als wollten die Berge auf mich stürzen. Ich muß hinauf auf die Berge, weg aus dem Tal. Ich glaube, wenn ich von dort das Tal überblicke, wird Ruhe in mir einkehren, und ich mache mich auf den Weg. Und ich steige hinauf, das Klettern wird mir immer schwerer und ich denke: Berge, das sind himmelwärtige Schweißabforderer.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Endlich strahlt mir die Sonne entgegen. Ich gehe über eine große Wiese, um das letzte Stück Weg zum Kamm zu steigen. Mein Herz schlägt wild, das Atmen fällt schwer und je größer die Anstrengung, desto weniger werden die Gedanken an den Alten und an Marsha.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Ich bin auf dem Kamm angelangt, setze mich ins Moos und belauere meine Gedanken. So wie ich mich erhole von der Anstrengung des Aufstiegs, kehren die sie in mich zurück.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Ich schaue hinab in das Tal, sehe tief unten die Hütte aber die Gedanken sind mir neu: Was hast du hier, in diesem Tal, an diesem Fluß verloren? Wolltest du nicht bis zur Mündung? Hattest du nicht vor, neue Menschen in Hülle und Fülle kennenzulernen? Du kennst die Frauen aus dem Laden. Glaubtest, den Alten und Marsha zu kennen und beide sind dir davongelaufen und brauchen dich nicht, wenn es ernst wird mit dem Leben. Gibt es überhaupt jemanden, der dich nötig hat zum Leben? Wen brauche ich? Sicher, die Umgebung, die Menschen hier sind nicht jene, die ich bisher kannte, aber bin ich anders geworden?&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://4.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SUVJLCd8dtI/AAAAAAAAAAY/0oG2n4HCVw8/s1600-h/Image002.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 10px 10px 0pt; float: left; cursor: pointer; width: 320px; height: 188px;" src="http://4.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SUVJLCd8dtI/AAAAAAAAAAY/0oG2n4HCVw8/s320/Image002.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5279706592151631570" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;   &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Und Marsha: Ich war der Meinung, sie würde ihre Gefühle vor mir verbergen, aber wenn, dann vielleicht nur, weil ich selbst zu den großen Liebesvergrabern gehöre. Es schwebt keine Fee hernieder, kein Zauberer erscheint, mir drei Wünsche zu erfüllen. Kein Eremit ist weit und breit zu sehen, mich mit weisen Ratschlägen zu füttern.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Hinabsteigen.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Nachbemerkungen:&lt;/span&gt; &lt;p style="line-height: 150%; font-style: italic;"&gt;Diese Aufzeichnungen schrieb Uwe Holl unter dem Pseudonyn Martin W.&lt;/p&gt;  &lt;p style="line-height: 150%; font-style: italic;"&gt;Den Titel dieser Schrift wählte ich. Die Kapitelüberschriften stammen von Holl.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%; font-style: italic;"&gt;Uwe Holl hat jede Erklärung zu der Geschichte abgelehnt. Ich solle sie nehmen wie sie ist, meinte er.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%; font-style: italic;"&gt;Aber ich habe Paul B. gefunden. Von ihm erfuhr ich, dass er, Paul B., mit Marsha A. zusammenlebt. Sie haben im Landesinnern, bei Demmin, einen kleinen Landwirtschaftsbetrieb übernommen, Marsha A. erteilte mir keinerlei Auskünfte.&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-7151848534317804230?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/7151848534317804230/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=7151848534317804230' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7151848534317804230'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7151848534317804230'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias_14.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (8)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SUVJLCd8dtI/AAAAAAAAAAY/0oG2n4HCVw8/s72-c/Image002.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-5323812550023107232</id><published>2008-12-07T13:43:00.000+01:00</published><updated>2008-12-07T13:51:28.470+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Gedankenspiel'/><title type='text'>Gedankenspiel</title><content type='html'>Habe in einem Gottesdienst den Pfarrer vom &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Lebendigen Gott&lt;/span&gt; sprechen hören.&lt;br /&gt;Da fiel mir ein: Kann Gott auch tot sein? Wohl nicht. Warum dann das Reden vom &lt;span style="font-style: italic;"&gt;Lebendigen Gott&lt;/span&gt;?&lt;br /&gt;Und ich erinnerte mich an den Begriff &lt;span style="font-style: italic;"&gt;real existierender Sozialismus&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Beides erweckt den Anschein, es müsse so sehr betont werden, weil so wenige daran glauben.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-5323812550023107232?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/5323812550023107232/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=5323812550023107232' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5323812550023107232'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/5323812550023107232'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/gedankenspiel.html' title='Gedankenspiel'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-1729930471552407976</id><published>2008-12-07T13:33:00.000+01:00</published><updated>2008-12-07T13:43:19.957+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Holl'/><title type='text'>Was möchten Sie über Uwe Holl wissen?</title><content type='html'>In einer Woche lesen Sie das Ende der Geschichte von Uwe Holl, der sich lieber Martin B. nennt, vielleicht, um Abstand von seiner Vergangenheit zu gewinnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen werde ich Uwe Holl im Stralsunder Gefängnis besuchen. So kurz vor Weihnachten kann das weder ihm noch mir schaden. Ich habe keine Ahnung, ob oder was Holl mit erzählen wird. Ich werde auch nichts mit ihm absprechen. Doch falls er keinen Anfang findet, werde ich ihm Fragen stellen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da fällt mir ein, dass Sie, die "&lt;a href="http://ostsee-zeitung-blog.blogspot.com/2008/04/in-eigener-sache-sturmfeld-erschienen.html"&gt;Sturmfeld&lt;/a&gt;" kennen, einiges über Holl wissen, gern manches mehr über ihn wüssten. Stellen Sie Ihre Fragen im Kommentar; das können Sie auch anonym tun. Ich werde sehen, ob ich Ihre Fragen in mein Gespräch mit Holl einbauen kann.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-1729930471552407976?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/1729930471552407976/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=1729930471552407976' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1729930471552407976'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/1729930471552407976'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/was-mchten-sie-ber-uwe-holl-wissen.html' title='Was möchten Sie über Uwe Holl wissen?'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4139724302504078067</id><published>2008-12-07T13:19:00.000+01:00</published><updated>2008-12-14T16:06:46.064+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grenzgebiet'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abendwind'/><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (7)</title><content type='html'>&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal  {mso-style-parent:"";  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} h1  {mso-style-next:Standard;  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  page-break-after:avoid;  mso-outline-level:1;  font-size:18.0pt;  mso-bidi-font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-font-kerning:0pt;  font-weight:normal;} h2  {mso-style-next:Standard;  margin-top:12.0pt;  margin-right:0cm;  margin-bottom:3.0pt;  margin-left:0cm;  mso-pagination:widow-orphan;  page-break-after:avoid;  mso-outline-level:2;  font-size:14.0pt;  font-family:Arial;  font-style:italic;} h3  {mso-style-next:Standard;  margin-top:12.0pt;  margin-right:0cm;  margin-bottom:3.0pt;  margin-left:0cm;  mso-pagination:widow-orphan;  page-break-after:avoid;  mso-outline-level:3;  font-size:13.0pt;  font-family:Arial;} h4  {mso-style-next:Standard;  margin-top:12.0pt;  margin-right:0cm;  margin-bottom:3.0pt;  margin-left:0cm;  mso-pagination:widow-orphan;  page-break-after:avoid;  mso-outline-level:4;  font-size:14.0pt;  font-family:"Times New Roman";} p.MsoNormalIndent, li.MsoNormalIndent, div.MsoNormalIndent  {margin-top:0cm;  margin-right:0cm;  margin-bottom:0cm;  margin-left:35.4pt;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} p.MsoList, li.MsoList, div.MsoList  {margin-top:0cm;  margin-right:0cm;  margin-bottom:0cm;  margin-left:14.15pt;  margin-bottom:.0001pt;  text-indent:-14.15pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} p.MsoList2, li.MsoList2, div.MsoList2  {margin-top:0cm;  margin-right:0cm;  margin-bottom:0cm;  margin-left:28.3pt;  margin-bottom:.0001pt;  text-indent:-14.15pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} p.MsoBodyText, li.MsoBodyText, div.MsoBodyText  {margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  text-align:justify;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} p.MsoBodyTextIndent, li.MsoBodyTextIndent, div.MsoBodyTextIndent  {margin-top:0cm;  margin-right:0cm;  margin-bottom:6.0pt;  margin-left:14.15pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} p.Betreffzeile, li.Betreffzeile, div.Betreffzeile  {mso-style-name:Betreffzeile;  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} p.Bezugszeichentext, li.Bezugszeichentext, div.Bezugszeichentext  {mso-style-name:Bezugszeichentext;  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";} @page Section1  {size:612.0pt 792.0pt;  margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;  mso-header-margin:36.0pt;  mso-footer-margin:36.0pt;  mso-paper-source:0;} div.Section1  {page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;  &lt;p class="MsoBodyText"  style="line-height: 150%;font-family:verdana;"&gt;&lt;span style="font-size:100%;"&gt;&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;Teil sieben der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;V.  Abendwind III&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es klopfte an der Tür und "Herein" und "Guten Abend" und die Stube ist erfüllt vom Abendwind und ich hellwach und meine große Freude und ich höre mein Herz überall im Körper schlagen und: "Marsha, du kommst heute nicht durch das Fenster?"'&lt;br /&gt;"Dies ist nicht das Badehaus."&lt;br /&gt;"Ich freue mich, daß du gekommen bist."&lt;br /&gt;"Dein Freund ist nicht da."&lt;br /&gt;"Er ist noch unterwegs. Es kann fünf Minuten oder fünf Wochen dauern."&lt;br /&gt;"Oder fünf Jahre? Du bist so konkret."&lt;br /&gt;"Ich weiß nicht, wo er ist und wie lange er fortbleibt. Er ist nicht hier."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir aßen und tranken und sie erzählte, sie werde aus der Stadt weggehen. Die Arbeit im Hotel sei nicht gut, weil die Männer sich dort aufdringlich benehmen würden. Ich sagte, sie könne bei uns bleiben, der Alte wäre einverstanden, und ich fände es schön, wenn sie zu uns käme.  "Ich werde es mir überlegen", sagt sie.  Wir tranken vom Pflaumenwein des Alten, und ich pfiff die alten Lieder. Sie war ganz still.&lt;br /&gt;"Ich möchte dich berühren", sage ich. Stille.&lt;br /&gt;"Ich werde dich berühren." Keine Reaktion. Was sollte sie auch darauf antworten? Sollte sie darauf antworten? Ich fasse ihre Arme, ihre Schultern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte etwas zwischen Zuwendung und Ohrfeige erwartet aber nichts, nichts.  Sie sitzt und ist wie Holz, wie geschliffenes Holz, sanfte Haut, warm und erstarrt.  "So etwas habe ich überhaupt noch nicht erlebt! Du hättest mir wenigstens eine Ohrfeige verpassen können. Macht es dir keinen Spaß, wenn ich dich berühre?"  Jeder Mensch braucht Zärtlichkeit und sie hatte sie sicher schon lange entbehren müssen. Warum dieses Nicht-Ablehnen und Nur-Dulden?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Hast du Angst, ich falle über dich her, wenn du mir zeigst, daß dir meine Berührung Spaß macht?"&lt;br /&gt;"Nein, davor habe ich keine Angst."&lt;br /&gt;"Dann solltest du mich auch berühren."&lt;br /&gt;      Es ist mir im Leben immer so ergangen, daß ich Dinge, die sehr wichtig für mich waren, vergaß und daß mir winzige Gesten, der Klang eines Wortes, ein Blick über Jahrzehnte nicht in Vergessenheit gerieten. Noch heute kann ich Erlebnisse mit diesen Erinnerungen aus mir hervorholen. So geht es mir auch mit dieser Berührung: Ich sehe ihre Hand sich meinem Gesicht nähern, der Handrücken berührt meine Wange und ist doch eigentlich keine Berührung, nur ein Sekundenhauch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Kannst du das noch einmal machen?"  Ja, sie kann es, und es ist wie die erste Berührung, zaghaft, die Spur eines Hauches.  Und ich streichele sie und sie, diese Lichtspur dunklen, offenen Haares läßt es zu, tut nichts dafür, nichts dagegen, bleibt wie geschliffenes Holz.&lt;br /&gt;"Irgendetwas an mir muß es doch geben, was du gut findest, sonst wärest du heute nicht hier."&lt;br /&gt;"Du kannst schön erzählen, und die Lieder, die du singst, gefallen mir", antwortet sie.  Verblüffung meinerseits: "Und das ist alles? Das kann doch nicht alles sein! Du bist zweimal zu mir ins Badehaus gestiegen, hattest genug Gelegenheit, mich zu betrachten. Hat mein Körper dich nicht interessiert?"&lt;br /&gt;"Nein."&lt;br /&gt;"Ich bin zwar kein Adonis aber auch kein Krüppel."&lt;br /&gt;"Es ist so, er hat mich nicht interessiert."&lt;br /&gt;"Und du. läßt dich von mir streicheln?"&lt;br /&gt;"Ja, das ist schön."&lt;br /&gt;"Meinst du nicht, daß das alles nicht recht zusammenpaßt? Wenn mir eine Frau gefällt und ich gefalle ihr, wird sein, was beide wollen und das, was einer nur will, wird nicht sein. Und es ist bestimmt ein Fehler, ein großer Fehler, mit seinen Gefühlen hinter dem Berg zu halten. Es gibt nur wenig Schlimmeres als zu bereuen, etwas nicht getan zu haben."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich streichele sie und sie berührt mich. Aus dem geschliffenen Holz werden zwei Arme, die mich halten und ein Mund voller Lust und ihr Haar duftet nach Wiesenkräutern. &lt;span style=";font-family:&amp;quot;;font-size:100%;"  &gt;&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4139724302504078067?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4139724302504078067/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4139724302504078067' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4139724302504078067'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4139724302504078067'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/12/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (7)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4318657904457250948</id><published>2008-11-30T18:14:00.000+01:00</published><updated>2008-11-30T18:35:00.781+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Grenzgebiet'/><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (6)</title><content type='html'>&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Teil sechs der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana; font-style: italic;"&gt;IV. Ich erlebe unfeierliche Feierlichkeiten, Abschnitt 2&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Die Parade zeichnete sich durch Fahrzeuglärm aus, dazwischen heraushörbar zerhackte Klänge von Marschmusik und die versteinerten Gesichter der Soldaten. Sicher, es hätte anders ausgesehen, wenn die Soldaten fröhlich gelacht und Blumensträuße geschwenkt hätten. Die versteinerten Gesichter waren mir lieber, entsprachen sie doch dem, was die Soldaten lernten: das Waffenhandwerk! (Ein schlimmes Wort: Handwerk ist immer etwas im Kleinen arbeitendes, materielle Werte hervorbringendes. Waffenhandwerk müßte massenweise Zerstörung und grenzenlose Menschenschlächterei heißen.)&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Der Demonstrationskrampf löste sich auf. Die Menschen strömten auseinander, um sich am Rande des Platzes wieder zusammenzufinden. Hier war Verkaufsstand an Verkaufsstand aufgebaut worden, und es wurden Waren verkauft, die alle einen gemeinsamen Namen trugen: Defizit. Nun war also das eigentliche Fest herangebrochen, und es bestand in einer, kleinen Kauforgie. Geduldig wie die Schafe, ging es mir wieder durch den Kopf. In langen Reihen, wie aufgefädelt, lauerten die Leute auf den festlichen Augenblick, etwas Defizitäres zu erkaufen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;An einem Stand gab es Unruhe; dort war es vorbei mit der Schafsgeduld. Eine Frau hatte die wart ende Menge ignoriert und war bis zum Stand vorgedrungen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Das, Ende ist dort hinten! Hier müssen alle warten, bis sie an der Reihe sind! Das ist ja eine Frechheit! Was nehmen Sie sich heraus?", tönte es hinter ihr. Und sie: "Ich muß gleich nach Haus! Im Stall die Kuh muß jeden Moment kalben."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Was geht uns Ihre Kuh an? Milch, kaufen wir im Laden."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Ich kann nicht lange anstehen. Unsere beiden Kühe werden heute kalben. Da muß ich doch im Stall sein!" rief sie nun.  Aber bevor aus der Kuh eine kalbende Herde wurde, schoben sie zwei Männer zur Seite.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;An einem anderen Stand eine ähnliche Szene: Eine junge Frau hatte sich an den Stand gedrängt und ''Ich habe einen Invalidenausweis. Ich darf nicht lange stehen," rief sie. Ein Mann rief zurück: "Zeigen Sie uns den Ausweis. Dann können Sie vorgehen." Und eine Frau fügte hinzu: "Besser noch, Sie legen sich ins Bett und schicken uns Ihren Mann. Der kann sich dann hinten anstellen."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Widerlich ist das," sagte ich zum Alten. "Wie mögen diese Menschen sich verhalten, wenn das tägliche Brot oder das Wasser eine Weile nicht für alle ausreichen würden?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Wir wollen weitergehen," antwortete er. Dazu hätte er mich nicht auffordern zu brauchen; was wir erlebt hatten, war schon nicht mehr feierlich, wie man in unserem Land sagt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Weiter, weiter, und seine Sinne waren wieder auf der Suche nach dem Morgenwind. Aus der Neugier auf seine große Liebe wurde mir ein Schmerz und der hieß: Was wird, wenn er ihr nicht begegnet; was wird, wenn er ihr begegnet.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Wir waren auf einem zweiten großen Platz angelangt. Hier fand statt, was die Einheimischen als Rummel bezeichneten: Es waren viele Karussells aufgebaut, grellfarbige Wagen und grellfarbige Kulissen. Zwischen den Karussells die Glücksbuden. Was verführte die Menschen, es als angenehm zu empfinden, in einen Wagen gepreßt im Kreis herumgedreht zu werden, dabei den donnernden, quietschenden, rasselnden Transportgeräuschen und der diese Geräusche übertönenden Musik und dem Staub des Platzes ausgeliefert zu sein? Was verführte die Menschen, ihr Glück herauszufordern, indem sie Zettel aus einem Kasten auswählten und enttäuschte Gesichter hatten, wenn auf dem auseinander  gefalteten Zettel das Wort 'Niete' stand, statt einer Glücksnummer? War es ein Glück, einen Stoffbären, einen Baukasten oder einen Salzstreuer zu gewinnen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Aber sie hatten, die Menschen, einen passenden Namen für diese Volksbelustigung gefunden: Rummel. Und das heißt in unserer Sprache nichts anderes als lärmender Betrieb oder Durcheinander. Wem kam es in einer der vielen Schießhallen in den Sinn, wie - nun, sagen wir - ungewöhnlich es ist, auf Blumen zu schießen, auch wenn es nur Papierblumen waren? So also feierte das Volk den Großen Volksfeiertag.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Weiter, weiter zum Stadtpark, auf dem Rasen, unter Kastanien, fanden wir Platz zum Ausruhen. Nicht weit von uns lagerte eine Gruppe junger Leute. Zwei von ihnen spielten Gitarre, die anderen lauschten den Klängen, und auch ich war schnell gefangen von den Harmonien. Schließlich schlief ich ein. Als ich erwachte, hörte ich keine Gitarrenklänge mehr. Einige Zivilisten mit grünen Armbinden und dem Landessymbol darauf waren damit beschäftigt, die Jugendlichen vom Rasen zu treiben. Zu mir kamen ebenfalls zwei der Männer: "Verschwinden Sie hier endlich, Sie Rasenschänder, oder sollen wir erst die Polizei holen?" Und in diesem Augenblick bemerkte ich, daß der Alte verschwunden&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;war.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Ich ging zum Parkweg. Auf zwei Bänken hatten sich die Jugendlichen niedergelassen. Als ich in ihre Nähe kam, riefen sie mich zu sich.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Der Opa der vorhin bei dir war, läßt bestellen, er sei schon losgegangen. Er sucht irgend etwas, und du kannst ihm dabei nicht helfen. Es kann länger dauern, sagte er, und du sollst schon vorausgehen. Den Weg würdest du kennen. Komische Sache, nicht?''&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Nicht komische, traurige Sache." Er läßt mich hier allein und geht seiner Wege. Wer weiß, was er vorhat? Falls es doch zu einer Begegnung mit seinem Morgenwind kam, sollte ich nicht dabei sein. Das war verständlich. Aber er hatte sich,während ich schlief, auf den Weg gemacht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Was sollte das Grübeln nützen? Nun, wo ich ohne Führer war, machte ich mich bald auf den Rückweg und war in der Abenddämmerung an der Hütte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Ja Freunde, das war mein Erlebnis Nordland gewesen, und es endete mit dem Verlust des Alten und damit, daß ich in der Hütte saß und den Kopf hängen ließ.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4318657904457250948?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4318657904457250948/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4318657904457250948' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4318657904457250948'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4318657904457250948'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/11/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias_30.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (6)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-66036426116441677</id><published>2008-11-23T15:01:00.000+01:00</published><updated>2008-11-23T15:21:33.956+01:00</updated><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (5)</title><content type='html'>&lt;style type="text/css"&gt;  &lt;!--   @page { margin: 2cm }   P { margin-bottom: 0cm; text-align: justify }  --&gt;  &lt;/style&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Teil 5 der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%; font-style: italic;"&gt;IV. Ich erlebe unfeierliche Feierlichkeiten&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;style type="text/css"&gt;  &lt;!--   @page { margin: 2cm }   P { margin-bottom: 0cm; text-align: justify }  --&gt;  &lt;/style&gt; &lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Wir hatten den Grenzfluß überquert und näherten uns in weitem Bogen von Norden der Grenzstadt. Es waren an diesem Morgen viele Menschen unterwegs: Jene, die feiern wollten, um so zu Genüssen aller Art zu gelangen, jene, die die Festtage nutzen wollten, auf dem Markt Waren zu verkaufen, um so in den Genuß zusätzlichen Geldes zu gelangen. Ja, Freunde, so unterschiedlich kann man sich Feiertagsgenüsse herbeischaffen.&lt;/p&gt;  &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Die Häuser im Norden der Stadt waren sehr grau. Die Menschen, die darinnen wohnten, waren wohl mit dem Grau nicht zufrieden, denn sie strichen die Fensterrahmen, grellweiß, um etwas Helles in des graue Grau zu bringen. Dadurch steigerte sich das Grau der Fassaden noch. Daß ihnen das nicht zuwider war!? Sahen sie doch, wenn sie aus ihren weißen Fenstern blickten an den Häusern gegenüber, was sie angerichtet hatten.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Im Gegensatz zum Nordteil der Stadt war das Zentrum vielfarbig hergerichtet worden. Rot, grün und goldfarben war alles, behängt mit Fahnen, Transparenten und riesigen Luftballons. Größer konnte der Kontrast zum grau-weißen Norden der Stadt nicht sein. Keine schlichte Feierlichkeit, sondern aufgesetzte Fröhlichkeit, kam es mir in den Sinn. Und während ich mit meinen Betrachtungen beschäftigt war, hetzte der Alte seine Blicke auf die Menschen.  Wir hatten das Zentrum schon fast durchquert, als er sagte: "Dort ist ein Cafe, in dem wir etwas essen können."&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Kurz nachdem wir sitzen, nimmt am Nebentisch ein junger Mann Platz. Er bestellt Eis mit Kirschen. Die Kellnerin vergißt den Teller für die Kirschkerne. Während der Mann die Kirschen ißt, bemerkt er das Versehen. Offensichtlich traut er sich nicht, um einen Teller zu bitten und behält die Kerne im Mund. Nun bestellt auch das Pärchen an seinem Tisch. Das ist eine Gelegenheit, um den Teller zu bitten. Jedoch der Mund ist voll. Es beginnt ihn zu würgen. Doch nun schlägt das Würgen um in ein Lachen. Er lacht laut los, die Kerne fliegen aus seinem sperrangelweit geöffneten Mund über den Tisch, auf seinen Gegenüber. Dadurch wird sein Lachen noch verstärkt zu einem brüllenden Lachen. Sein über und über bekernter Gegenüber wird rot vor Wut. Das Lachen erstirbt, und im gleichen Augenblick beginnt der Bekernte zu lachen. Er hatte erkannt, warum es so kommen mußte. Wir sind mit dem Lachen davongekommen, und wieder auf der Straße, laufen wir - immer noch amüsiert - weiter bis zum Ende des Stadtzentrums.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Der Alte: "Es ist doch wieder und wieder schwer vorauszusagen, wie sich Menschen verhalten, geraten sie in ungewöhnliche Lagen. Wahrscheinlich werden sie inzwischen gemeinsam einige Schnäpse trinken, und der Befleckte wird dem jungen Mann von seinen Kriegserlebnissen erzählen oder von seiner ersten Freundin, ungefähr so: Siehst du Junge, genau hier, wo jetzt der Kirschfleck ist, traf mich damals ein Granatsplitter. Und das kam so... Oder: Meine erste Freundin war eigentlich meine nullte, denn ich habe sie nie angefaßt. Wir trafen uns manchmal an einem Baum im Park; sie hockte unten im Gras, ich kletterte in den Baum, und wir erzählten über dies und das aus einer Entfernung von vier oder fünf Metern. Ich war gräßlich schüchtern.&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt; Er wird den Jungen sicher kaum au Wort kommen lassen. Aber ist so der Ausgang eines kleinen Malheurs nicht gut? Es hätte auch sein können, daß der Befleckte dem Jungen einige Tage später die Rechnung für die Reinigung oder für ein neues Hemd schickt."&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;"Es hätte auch so zugehen können", ergänzte ich, "daß der schüchterne junge Mann vor lauter Schüchternheit und Freude über den glücklichen Ausgang seiner Kirschkernspuckerei losgeplaudert hätte, ungefähr so: Ich habe schon so lange keine Kirschen mehr gegessen, und ich habe mich so gefreut, endlich wieder welche zu bekommen. Es ist doch schön, daß an Feiertagen viele seltene Waren unters Volk kommen. Da merkt man so richtig, daß Feiertag ist."&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;"Und der Besudelte wird antworten: Ja, ja, saure Wochen, frohe Feste. So muß es sein, sonst macht das Feiern keinen Spaß mehr. Und das ist dann wieder so typisch nordisch." Er sprach aber schon wieder ganz nebenher. Ihr wißt ja, Freunde, er war auf der Suche.&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Wir gingen auf anderen Straßen zurück zum zentralen Festplatz. Treu und geduldig wie Schafe standen auf dem Platz einige tausend Menschen und lauschten ergeben der Ansprache ihres lokalen Oberhauptes. Es sprach von dem wünschenswerten, friedlichen 'Nebeneinander mit den Nachbarnationen' und ich dachte: nicht friedliches Nebeneinander sondern Friedhofsstille zwischen den Nationen meint er. Als er von den 'Gefahren feindlicher Infiltration' sprach, mußten der Alte und ich schmunzeln, obwohl es uns eine Beleidigung hätte sein müssen. All seine Worte rochen nach Abkapselung, nach Isolation und es war ein schlechter Geruch. Später lobte der Redner den 'dynamischen Aufschwung der Wirtschaft' im Lande und es wurde unruhig in der Menge. (Ganz nebenbei, Freunde: Wie kann es einen Aufschwung geben ohne innere Kraft, ohne Bewegung; denn das  'dynamisch' ist der Physik entlehnt. Bei Aufschwung denke ich immer an den Sport; dort hat das Wort seine eigentliche Berechtigung. Also ist der 'dynamische Aufschwung' eine unglauwürdige Konstruktion im Zusammenhang mit dem Wort Wirtschaft!) Die Unruhe zeigte aber keine Zustimmung zu des Redners Worten an. Sie schwappte nicht bis zum Redner hinüber, oder dieser wollte oder konnte nicht den Inhalt seines Manuskriptes verlassen, sonst hätte er es der Masse heute erlassen, 'alles zu tun für den Frieden'. Ich fragte den Alten: "Was meint er mit 'alles'?" "Niemand weiß, was 'alles' ist. Hier wird ja allerhand getan für den Frieden. Zum Beispiel wird Rad gefahren für den Frieden. Ich kann mir vorstellen, genauso könnte man Bockwurst essen für den Frieden und - Scherz beiseite - Krieg führen, alles für den Frieden. Und auch das wäre lange noch nicht 'alles'. Man müßte den Redner einmal befragen!"&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;"Ich glaube, das werden wir uns lieber verkneifen." Nun schob sich die Zuschauerkulisse zurück, und es entstand zwischen ihnen and der Rednertribüne eine freie Fläche. "Die Parade "beginnt", sagte der Alte. "Alles wie seit Jahrzehnten. Sowohl das Volk als auch die Tribünen - die Menschen müssen das doch langsam satt bekommen, die alljährlich sich gleichenden Riten."&lt;/p&gt; &lt;p&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-66036426116441677?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/66036426116441677/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=66036426116441677' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/66036426116441677'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/66036426116441677'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/11/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias_23.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (5)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-3053923700978287573</id><published>2008-11-16T17:53:00.000+01:00</published><updated>2008-11-23T14:53:27.610+01:00</updated><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (4)</title><content type='html'>&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Teil 4 der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;III. Abendwind 2&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/span&gt;&lt;style type="text/css"&gt;  &lt;!--   @page { margin: 2cm }   P { margin-bottom: 0cm; text-align: justify }  --&gt;  &lt;/style&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Zwei Tage später:&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;/p&gt;Es wird Abend. Mit dem Abend steigt kühler Dunst aus den Wiesen. Der Alte und ich hatten Holz für den Winter gefällt, hatten kaum ein Wort miteinander gewechselt. Machten ihn die Gedanken an das Nordland wortkarg?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich sitze in der Badewanne, ein Glas Tee auf dem Hocker neben der Wanne, der Zigarettenrauch vom Selbstangebauten des Alten brennt auf der Zunge. War dem Alten die Arbeit zu schwer geworden? Seine Hände! Warum hatte ich heute nicht auf seine Hände gesehen?! Sie hätten es mir verraten. War ich schon wieder so sehr mit mir beschäftigt?&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;/p&gt;Ich muß mir gleich seine Hände anschauen. Ihr wißt doch, er hat feingliedrige Hände und solche Hände sprechen, wenn wir nur richtig hinsehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Abendkühle schleicht sich nun auch in das Badehäuschen und lockt aus dem Badewasser Dampf empor. Merkwürdig ist der Alte: Er kann sein Gesicht stumm machen, und es ist immer ein freundliches Gesicht. Mir dagegen kann jeder, der will, aus dem Gesicht meine Gedanken ablesen. Das meine ich, was meinen andere Menschen? Ich hatte niemanden dazu befragt. Ich werde mit dem Alten darüber sprechen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nein, nicht schon wieder! Und doch, das Badehausfenster knarrt. Nein, ich werde mich nicht umdrehen. Ich weiß doch, wie der Abendwind aussieht: Eine Lichtspur duftenden offenen Haares.&lt;br /&gt;"Du bist es, mit den dunklen, offenen Haaren."&lt;br /&gt;"Darf ich hereinkommen?"&lt;br /&gt;"Bitte, aber durch die Tür."&lt;br /&gt;"Laß mich durchs Fenster steigen. Vorgestern mußte ich es, heute würde es mir Spaß machen."&lt;br /&gt;"Also gut, komm herein, reiche mir den Tee und setze dich auf den Hocker. Und dann erklärst du mir, was das alles zu bedeuten hat."&lt;br /&gt;"Vorgestern hast du gesungen, als ich kam. Das klang so freundlich. Ich fühlte mich richtig eingeladen. Heute bist du brummig."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich finde dich ganz schon frech. Du steigst zum zweiten Mal zu mir ins Badehaus und ich soll vor lauter Freude darüber Hymnen singen? Warum machst du das alles?"&lt;br /&gt;Sie hat ja Bunte Augen, große bunte Augen. Sie schaut auf mein Teeglas, keine Antwort. "Möchtest du rauchen? Ja? Aber Vorsicht, es ist Selbstangebauter. Hier! Trink einen Schluck Tee."&lt;br /&gt;"Was ist das für ein Tee?"&lt;br /&gt;"Schwarzer und Pfefferminztee gemischt, nach dem Rezept eines alten Mannes, der wissen wird, was den Durst löscht."&lt;br /&gt;"Er schmeckt nicht besonders gut, der Tee."&lt;br /&gt;"Dir schmeckt er nicht, mir dagegen schmeckt er gut. Vielleicht verrätst du mir wenigstens deinen Namen."&lt;br /&gt;"Ich bin Marsha. Und du?"&lt;br /&gt;"Ich heiße Martin. Dein Name ist hier selten. Ich habe dich noch nie im Dorf gesehen. Also, wie ist das nun mit dir?"&lt;br /&gt;Ja, wie ist das nun mit dem Abendwind? Wo kommt sie her, wohin will sie, diese Lichtspur?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Hier ist mein Name bestimmt selten. Ich komme aus dem Nordland und bin erst seit vorgestern hier. Ich kam an diesem Haus vorbei, hörte dich singen und dachte, wer so singt, bei dem kann man sich ausruhen. Als ich zur Tür herein wollte, sah ich einen alten Mann kommen. Ich lief hinter das Haus, um nicht gesehen zu werden und stieg durchs Badehausfenster. So war das."&lt;br /&gt;"Aus dem Nordland also. Und du bist einfach so gekommen. Könnte es nicht sein, daß es für dein Kommen einen Grund gibt? Übrigens, der Alte Mann ist mein bester Freund und es gibt keinen Grund, vor ihm davonzulaufen, so ist das."&lt;br /&gt;"Sei nicht wieder brummig."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Deine Erklärung: Bist du sicher, das war alles, was du mir zu erzählen hast?"&lt;br /&gt;"Ich bin mir nicht sicher. Ich erzähle nicht gern von mir.&lt;br /&gt;Ach, dieser Abendwind! Marsha, Marsha, ein Badehausfenster zu durchsteigen, war dir ein Leichtes. Aber mir von dir zu erzählen, war dir eine zu hohe Hürde. Sie wird ihre Gründe haben, so schweigsam zu sein, und lieber sollte sie weiter so schweigsam bleiben, als mich, belügen. Also erzählte ich von mir, von den Streichen als Junge, aus der Schulzeit. Ich erzählte aus der Studentenzeit (Was macht ein Student, wenn er nicht studiert?).&lt;br /&gt;Ich will euch jetzt nicht mit meinem Leben behelligen, aber vielleicht läßt sich aus den Erinnerungen die eine oder andere Geschichte hervorschreiben, wenn ich mit dieser fertig bin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Du kannst schön erzählen. Es macht Spaß, dir zuzuhören. Erzähle mir noch eine Geschichte." "Es ist spät geworden, wir werden ins Haus gehen, zum Alten. Das viele Sprechen hat mich hungrig gemacht."&lt;br /&gt;"Ich werde gehen", sagte sie.&lt;br /&gt;"Wo willst du bleiben in der Nacht? Wo warst du in den vergangenen Nächten?"&lt;br /&gt;"Ich habe Arbeit im Hotel in der Stadt gefunden. Dort wohne ich auch."&lt;br /&gt;"Du kannst bei uns bleiben, wenn du willst."&lt;br /&gt;"Ich werde gehen."&lt;br /&gt;"Also willst du nicht hier bleiben?"&lt;br /&gt;"Ich werde gehen. Danke für die Geschichten."&lt;p style="line-height: 150%;"&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Ihr Gesicht war über mir,und ich spürte ihre Lippen in meinem Gesicht. Dann ging sie - ich denke, ihr wißt schon, wohin - natürlich zum Badehausfenster, und ich machte mir nicht die Mühe, ihr zu erklären, daß das Badehaus mit einer richtigen Tür versehen ist.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt; &lt;p style="line-height: 150%;"&gt;Der Alte saß auf der Bank vor der Hütte.&lt;/p&gt;"Seltsam, seltsam! Der Abendwind gelangt nur bis zum Badehaus. Die wenigen Schritte bis hierher können doch nicht zu viel sein."&lt;br /&gt;"Der Abendwind heißtMarsha und war nicht zu bewegen, ins Haus zu kommen. Sie ist, warum, weiß ich nicht, aus dem Nordland gekommen."&lt;br /&gt;"Aus dem Nordland also", waren die letzten Worte, die er heute abend sagte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese wenigen Worte hatten seine große Sehnsucht hervorbrechen lassen. Trotz der schweren Arbeit am Tage, trotz der schweren Gedankenlast, dieser Bürde, die zu einem guten Teil ich ihm aufgeschultert hatte, sah ich nur ein leichtes Zittern seiner Hände. Sein Gesicht war ernst. Es brach auch kein Wort aus ihm hervor, als mir beim Abwaschen kurz nacheinander zwei Teller in Scherben gingen. Merkt ihr, Freunde, auch ich hatte nicht meinen ruhigsten Abend, und daß diese Unruhe mit dem Abendwind und dem inneren Schlachtfeld des Alten zu tun hatte, brauche ich eigentlich nicht aufzuschreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte mir vorgenommen, heute abend wirst du ihm helfen, die Mühen des Tages zu vergessen, und nun war ich bei ihm und konnte nichts ausrichten. Es war einfach, mir anzusehen, daß Marsha Abendwind in mir eine schwer zu bändigende Unruhe hinterlassen hatte, und ich glaubte, der Alte könne ihre Lippen auf meiner Wange sehen. Und so meinte auch der Alte, mich mit meinen Gedanken allein lassen zu müssen. Wir beschwiegen uns und glaubten, auf diese Weise jeder seiner Erregung Herr zu werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gemach, Freunde, gemach. Wir werden bald sehen, wer Sieger wurde in diesem abendlichen Kampf, die große Sehnsucht oder die Vernunft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte immer geglaubt, daß mir bereits im Mutterleib zwei linke Hände herangewachsen waren, und ich hatte deshalb eine Scheu vor Arbeiten, die von meinen Händen Fingerfertigkeiten verlangten. Hier erst, beim Alten, lernte ich, daß meine Hände zu mehr taugen, als zum Bleistifthalten. Ich hatte das Ausmisten im Kuhstall gelernt, konnte Kühe melken; ich konnte mit Säge und Beil umgehen. Und ich hatte in den vergangenen Tagen das Mähen mit der Sense gelernt; wir ernteten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Wenn du so weitermachst, kannst du im nächsten Jahr selbst einen kleinen Hof übernehmen. In letzter Zeit sind einige Wirtschaften frei geworden und Acker liegt brach. Die Grenze treibt viele Leute aus dieser Gegend."&lt;br /&gt;''Mir scheint", antwortete ich,"mit den Händen bin ich jetzt flinker als mit dem Reden."&lt;br /&gt;"Was meinst du?"&lt;br /&gt;"Ich meine, meiner Hände Arbeit überzeugte dich, mir ausreichende bäurische Fähigkeiten zu bescheinigen. Aber ich konnte dich nicht überzeugen, mit mir ins Nordland zu gehen, du weißt, der Große Volksfeiertag."&lt;br /&gt;"Ich werde ins Nordland gehen, und ich nehme dich mit. Glaube aber nicht, daß ich es deinetwegen tue. Ich habe endlich erfahren - deshalb war ich häufig in der Stadt - daß sie schon lange wieder in der Grenzstadt lebt. Nun will ich hinüber, sie suchen."&lt;br /&gt;"Deine Entscheidung hat nichts mit mir zu tun?"&lt;br /&gt;"Nichts."&lt;br /&gt;"Und wie ist dir jetzt zumute?"&lt;br /&gt;"Wir müssen zusehen, daß wir mit der Ernte fertig werden. Unser Erntefest werden wir dann im Nordland feiern. Werden wir aber erwischt, haben wir vorläufig keinen Grund zum Feiern. Also an die Arbeit!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Trotz der Einschränkung waren seine Worte voller Vorfreude. Die Angst, seinem Morgenwind zu begegnen, schien wie in dieser Vorfreude aufgelöst. Nun, Freunde, ihr fragt nicht, wie mir zumute war? Ob ihr es wissen wollt oder nicht, ich schreibe es euch auf: In mir polterten die Gefühle durcheinander, wie die Steine im Fluss es taten. Endlich war es mir möglich, ein wenig zu erleben, was es mit diesem Nordland auf sich hatte. Aber schwer wog der Gedanke, was wird mit dem Alten werden, finden wir seine große Liebe nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sei es, wie es sei, ihr wißt jetzt, daß gerade eine große Sehnsucht über die Vernunft gesiegt hatte. Oh, ihr Vernünftigen unter meinen Freunden, warum wiegt ihr eure Häupter über so viel Unvernunft?&lt;br /&gt;Was ist denn die Vernunft? Ist sie etwas anderes, als sich selbst und damit stets auch anderen Menschen Zwang anzutun? Und ist dieses Zwang-Antun nicht so weit verbreitet in der zivilisierten Welt, daß es wie alles und jedes einen Namen bekam, der in unserer Sprache Vernunft ist? Verhöhnt diese Vernunft nicht unseren Geist und unsere Sinne? Sie macht aus Menschen Märtyrer; ja Freunde, auch so werden Märtyrer gemacht. Ich habe noch nie einen Menschen sterben sehen, aber ich glaube, diese Märtyrer werden zu jenen gehören, die weinend sterben. Wars der Alte, der so sprach? War ich es? Aber was tut das zur Sache?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-3053923700978287573?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/3053923700978287573/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=3053923700978287573' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3053923700978287573'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/3053923700978287573'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/11/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias_16.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (4)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6463730072896960354</id><published>2008-11-10T23:32:00.000+01:00</published><updated>2008-11-10T23:54:07.867+01:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Abendwind'/><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (3)</title><content type='html'>&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Teil 3 der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;III. Abendwind 1&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Zeit war vergangen, Wochen? Ich kann es nicht mehr sagen. Seit dem Ende der Zwistigkeiten mit den Frauen aus dem Dorf war Ruhe eingekehrt, Ruhe, die ich gesucht hatte, zum Nachdenken, zum Erinnern. Richtig, ich machte keine Pläne, meinte, alles was mir not tat zu haben. Niemanden vermißte ich von jenen, die ich vor meiner Flucht kannte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Es war heiß geworden. Ich hatte die am Morgen gefangenen Fische zum Braten vorbereitet. Das Braten wollte ich auch heute dem Alten überlassen. Ich saß in der Badewanne und pfiff die alten Lieder. Seltsam, die Menschen, mit denen ich Jahre und Jahre zu tun hatte, waren mir fremd geworden; einige Namen fielen mir schon nicht mehr ein, und ich hatte Mühe, mich an die Gesichter dieser Menschen zu erinnern. Die Musik dagegen kam von allein und es waren doch die alten Lieder. Ich hörte die Akkorde, Textfetzen waren da, und ich war wütend darüber, daß ich nicht gleichzeitig singen und pfeifen konnte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Draußen im Fluss rumorten die Steine auf dem Weg, die Welt kennenzulernen. Und sie büßten für ihre Neugier auf die große Welt mit ihrem steinernen Leben.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Überall, wo ich war, ließ ich ein Stück meines Lebens zurück; auch ein Grund, seßhaft zu werden. Hier bewahre ich den Rest meines Lebens, er geht mir nicht verloren.“ Hatte nicht so der Alte gesprochen? Und weiter gesagt: „Jeden vergangenen Tag habe ich so um mich, und mein Leben wird dadurch jeden Tag um einen Tag lebendiger?" Das waren mir nun keine mystischen Worte mehr. Ich hatte bisher nur nicht in der Badewanne gesessen, alte Lieder gepfiffen, die Steine poltern hören und dabei an die Worte des Alten gedacht.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Das ist doch noch nicht der Abendwind, denke ich, als ich hinter mir das Fenster des kleinen Badehauses knarren höre, und: Da ist jemand, und ich drehe mich um, und höre mich sagen: "Ich habe die Tür doch nicht abgeschlossen. Wie soll das gehen ohne Schloß und Schlüssel? Warum kommst du durch das Badehausfenster?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Psst, sing weiter, bitte.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;„Ich würde sagen, ich habe gepfiffen.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Du hast gesungen. Bitte, pfeif oder sing, als sei ich nicht hier.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Wieder war sie da, die Vergangenheit mit ihren Sprüchen: Du sollst einer Frau nichts abschlagen; es könnte das letzte Mal sein, daß sie dich um etwas bittet. Ich wüßte nicht zu sagen, was ich damals pfiff, oder sang ich? Ich spürte diese Frau hinter mir stehen und fragte mich nur: Warum steigt eine Frau zu mir durchs Badehausfenster? &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Und sie: "Du kennst schöne Lieder, die habe ich noch nie gehört. Entschuldige, ich wollte dir keinen Schreck einjagen." Wieder durch das Fenster, als hätte das Haus keine Tür! Nur noch die Lichtspur Ihrer dunklen, offenen Haare und alles war wie vor zwei Minuten und nichts war mehr wie vor zwei Minuten.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Warum steigt eine fremde Frau zu einem Mann durchs Badehausfenster, als wäre sie der Abendwind? Ist der Abendwind eine Frau und lügt uns nur unsere Sprache einen Herrn Abendwind vor? Glaubt mir jetzt schon, daß der Abendwind eine Frau Abendwind ist. Wer's nicht glaubt, muß weiterlesen; wer's so weiß wie ich, für den ist alles gesagt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Du ißt heute nicht richtig," sagte der Alte.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Das macht der Abendwind! Ich muß immer denken, daß der Abendwind eine Frau sein könnte. Was meinst du?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"So wie der Morgenwind eine Frau ist, muß es auch der Abendwind sein." &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Was für eine Frau ist der Morgenwind?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Warum fragst du nicht: was für eine Frau ist der Abendwind?" &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Wenn er eine Frau ist, weiß ich wie sie ist. Und wie ist das nun mit der Dame Morgenwind?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Der Morgenwind ist keine Dame. Er ist eine blonde Frau mit üppigem Leib und üppigen Lippen, grau-grünen Augen, mit einer hell-klaren Stimme. Wenn sie lacht, sind ihre Augen nicht zu sehen, sie wirft dabei den Kopf ein wenig in den Nacken und ihr Hals ist dann sehr schön. Man verliebt sich in sie und es gibt keine Rettung.“&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;So muß sie gewesen sein, die Frau, die ihn an diesen Fluss fesselt, die nach so langen Jahren seine einzige Sehnsucht ist, die Frau, von der er nie wieder hörte und die wiederzusehen seine große Angst ist.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Sagst du mir jetzt, was für eine Frau der Abendwind ist?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Der Abendwind ist eine Lichtspur dunklen Haares und kann durch ein Badehausfenster steigen. Ihre Stimme ist sanft und dunkel und sie hört gern alte Lieder."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Dir ist wohl heute die Vroni vom Kollak über den Weg gelaufen?"&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Vroni ist mir schon oft über den Weg gelaufen. Du solltest aber wissen, daß sie dunkelrote Haare hat. Aber für ein Mädchen, das ich nicht mag, guckt sie mir zu heißhungrig durch die Männerwelt. Sie habe ich heute nicht gesehen. Aber mal etwas anderes. Am nächsten Wochenende ist im Nordland der Große Volksfeiertag. Sollten wir nicht versuchen, ..."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Warum redete ich so? Wollte ich der große Verlocker sein? Dröhnte Mitleid in mir? Mußte ich mich als der große Entzauberer geben? Wollte ich an anderer Leute Glück herumschmieden? Oder wollte ich meine Neugier um eine geheimnisvolle Frau besänftigen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"... ein wenig Nordluft schnuppern?“ &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;„Nein, ohne mich und ohne dich." &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Es kann nicht viel passieren: Die Wachen am Fluss werden ihre Alkoholration im Leib haben und guter Dinge sein. Eine Kleinigkeit für dich und für mich auch, wenn du dabei bist."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Wir werden uns schlafen legen. Du hast zuviel Abendwind abbekommen, wenn er auch nicht Vroni hieß. Wie hieß der Abendwind eigentlich?" &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;"Er wird noch einen Namen bekommen. Gute Nacht."&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Er hatte nicht abgelehnt, hatte seine Entscheidung nur vertagt. Mein Gott, Junge, mische dich nicht in andere Leben ein! Aber war der Alte denn glücklich mit seiner Sehnsucht, seinen Träumen?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Alles, was er tat, tat er bedächtig. War das seine Art, seine ständige innere Unruhe zu bekämpfen? Oder bildete ich mir sie nur ein?&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family: verdana;"&gt;Alles war möglich, so wie immer alles möglich ist, wenn man auch nicht alles ertragen kann. Daß man nicht alles ertragen kann, ist wohl der Grund, daß man nicht alles erlebt.&lt;/span&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6463730072896960354?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6463730072896960354/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6463730072896960354' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6463730072896960354'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6463730072896960354'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/11/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (3)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6501925254198909417</id><published>2008-10-30T14:56:00.000+01:00</published><updated>2008-10-30T14:59:49.122+01:00</updated><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (2)</title><content type='html'>Teil 2 der Aufzeichnungen des Uwe Holl, der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;GRENZGEBIET&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aufzeichnungen des Martin W.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;II. Ich ermutige Dorffrauen und ernte dafür eine kleine Feindschaft, die sich in Sympathie verwandelt &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;   Am nächsten Tag sagte der Alte: „Ich werde heute in die Stadt gehen, habe dort Dinge zu regeln. Möchtest du mitkommen?“&lt;br /&gt;   „Nein, ich gehe lieber zum Fluss, angeln.“&lt;br /&gt;   „Dann kannst du am Dorfladen vorbeigehen, wir brauchen jetzt mehr Lebensmittel als ich bisher allein.“&lt;br /&gt;   Er schnallte seinen Rucksack über, nahm seinen Stock und ging den Weg nach Südwesten, weg vom Fluss. Also verlässt er doch den Fluss, der ihn hier festhält. Es werden wichtige Dinge sein, die er zu regeln hat.&lt;br /&gt;   Auf dem Dorfplatz lungerten zwei Hunde im Schatten der Treppe herum, die zum Laden hinaufführte. Am Vormittag hatten sich ihnen zwei schwarze Kühe zugesellt und es war eine seltene animalische Eintracht zwischen ihnen, von der brennenden Sonne aufgezwungen.&lt;br /&gt;   Aus dem Laden tönte eine schrille Frauenstimme: „Und das Eine will ich Ihnen sagen, Frau Herbst, mit der Vroni nimmt es noch 'mal ein schreckliches Ende. Diese Prügelei am Samstag beim Tanz soll sie ja auch angestiftet haben. So etwas hat es hier noch nie gegeben, dass Eine allen Jungen schöne Augen macht. Mein Vater hätte mich balbtot geprügelt.“&lt;br /&gt;   Ob das der Grund dafür war, dass diese keifende Alte in ihrer Jugend stets die Augen niederschlug, wenn ein Junge in ihre Nähe kam? Oder hatte sie den Jungen schöne Augen gemacht und jene hatten darin keinen Anlass gesehen, sich zu prügeln. Und nun war ein Mädchen herangewachsen, das schließlich die Aufmerksamkeit des ganzen Dorfes erregte. Und der Neid kannte keine Grenzen; eine alte Geschichte.&lt;br /&gt;   &lt;br /&gt;   Hinein in den Laden und ‚Eine wie die andere rund und bunt’, war mein erster Gedanke. Nur die Verkäuferin: lang, dünn, magere Wangen und ein blauer Kittel.&lt;br /&gt;   „Wo Sie Recht haben, haben Sie Recht“, sagte die Verkäuferin, wohl um die schrille Dicke zur Preisgabe von Einzelheiten zu bewegen. Drei Dicke und die Verkäuferin und plötzlich kein Wort mehr. Nur das Schilpen von Spatzen war zu hören, die auf dem Brotregal hockten, als ob sie die Unterhaltung der Frauen fortsetzen wollten.&lt;br /&gt;   „Und die Eier, die ich gestern kaufte, waren ja sehr frisch. Und das Eigelb war so gelb“, sagte eine der Frauen. Welch ein geheimnisvolles Geheimnis sie doch zu bewahren glaubten, als gäbe es kein offeneres als Dorftrinentratsch.&lt;br /&gt;   „Ja, und das Eiweiß war so weiß“, konnte ich mich nicht mehr bezähmen. So viel hochnäsige Verachtung, so viel Beleidigtsein und oh, erste Rache-Fünkchen blitzten mir aus acht Augen entgegen.&lt;br /&gt;   „Sie können Ihre Wünsche äußern, wenn Sie an der Reihe sind.“ Den dicken Frauen zugewandt, sagte die Verkäuferin: „So jung und so frech. Je weiter ihr Weg hierher ist, desto mehr glauben sie, sich gegenüber der heimischen Bevölkerung herausnehmen zu können.“&lt;br /&gt;Siehe, man kannte mich nach wenigen Tagen.&lt;br /&gt;   Wann kennt ein Mensch einen anderen? Vermeint ihr nicht, einen Menschen so ganz und gar genau zu kennen und kommt dann nicht der Tag, an dem es euch ebenso ungewollt über die Zunge kommt: ‚Nein, das hätte ich nie gedacht, dass er so etwas macht.’ Nie werden wir einen Menschen bis zum Grunde kennen, kennen wir uns doch selbst bisweilen nicht wieder.&lt;br /&gt;   Genau wie ich mich nicht wiedererkannte. Was hatte ich mich in das Gespräch der Dorfposaunen einzumischen, dazu noch so herausfordernd? Also Wiedergutmachung: „Selbstverständlich, meine liebe Frau Herbst, kein Wort von mir, bis ich an der Reihe bin.“&lt;br /&gt;   Zu dick aufgetragen, denn: „Ich bin hier die Verkäuferin und nicht Ihre liebe Frau Herbst, merken Sie sich das. Und noch etwas, es gibt noch andere Läden, wo Sie einkaufen können.“&lt;br /&gt;   Nein, kein Wort mehr, bis die drei Dicken eingekauft haben. Aber sie haben schon und die spatzen-durchschilpte Stille wurde nun auf beiden Seiten peinlich.&lt;br /&gt;   „Also, was wünschen Sie?“ Und die Waren landeten auf dem Tisch, als seien sie Bleiklumpen. Anders hätte ich es auch gar nicht erwartet. Vielleicht doch noch etwas zur Auflockerung der Gewitterwolken: „Nein, was Sie aber auch alles für Waren in Ihrem Geschäft vorrätig haben“, Geschäft, wie viel nobler klingt das doch als Laden, „eine richtige Augenweide!“&lt;br /&gt;   Richtig, der erste Sonnenstrahl blitzte von Frau Herbst herüber. Die drei Dicken schienen sich schon ausgeschlossen zu fühlen: „Hier gibt es alles das, was wir gern kaufen.“ Die Betonung des ‚wir’ war nicht zu überhören. ‚Hast du die Verkäuferin, hast du die anderen’, und so säuselte ich weiter: „Also nein, Sie haben ja sogar den berühmten Deoroller Deo-Ex im Regal zu stehen. Wie viel Stück haben Sie denn? 18? Nun, ich nehme neun. Bitte, schauen Sie nicht so. Ich bin ganz bestimmt nicht so frech und verrückt, wie Sie von mir denken. Ich glaube fast, Sie wissen nichts von der sagenhaften Beiwirkung von Deo-Ex?! Ganz im Vertrauen, aber bitte, sagen Sie es nicht weiter, aber warum bitte ich Sie zu schweigen; das können Sie - da bin ich ganz sicher - viel, viel besser als das pompöseste Grab. Ja, also, wissen Sie, mir ist es ja so entsetzlich peinlich vor Frauen, aber nun habe ich Sie neugierig gemacht und bitte Sie um Nachsicht, denn es ist eine intime, eine sehr intime Angelegenheit. Ich will Sie nicht länger auf die Folter spannen. Und Sie wissen wirklich nichts von irgendeiner Beiwirkung?“ &lt;br /&gt;   Nichts, nur große Frageaugen.&lt;br /&gt;   „Also, es ist nichts Besonderes: Dieses Deo-Ex ist einfach nur schamhaar-entfernend. Sie brauchen sich nie mehr zu rasieren.“&lt;br /&gt;  Es gibt nun einmal Menschen, die ich nicht ernst nehmen kann, die für mich eine Herausforderung sind, denen gegenüber ich frech, hochnäsig und schockierend auftrete. Oh, ja, schockiert waren Sie. Eiskalte Blicke, nahe dem absoluten Nullpunkt, kreuzten sich in der sommerheißen Luft, trafen mich aber nicht, weil sie sich auf das Regal mit den ominösen Deorollern zubewegten. Doch dann: "Jetzt aber 'raus, Sie schweinischer Kerl! Dass man sich so'was bieten lassen muss! Vergessen Sie nicht zu bezahlen. Umsonst gibt es hier nichts!"&lt;br /&gt;   Seht ihr, Freunde, nur Frau Herbst gab ihrer Entrüstung beredten Ausdruck, behielt aber den Blick für das Geschäft trotz der vielen Minusgrade. Das konnte doch nicht wahr sein: Die drei Dicken waren ganz rotgesichtig geworden und die eisige Kälte war schon von dümmlicher Neugier. Statt das Haupt dieser Tratschen zu gewinnen, hatte ich es mir mit ihm reichlich verdorben. Aber falls ich mich nicht täuschte, würden bald Deoroller verkauft werden.&lt;br /&gt;  Die Menschen sind, wie sie sind, wie sie gemacht wurden und wie sie sich selber machten. Glaubt mir, auch mir ist es nicht gegeben, Menschen zu ändern und könnte ich es, ich hätte Angst davor. Aber mir ist es auch nicht gegeben, geballter menschlicher Dummheit verständnisvoll zuzuschauen. Vielleicht bin ich gar nicht so verständnisvoll, wie ich es von mir denke. Das mag es gewesen sein, weshalb ich mich einige Tage später aufmachte, Wirkungen meines ersten Besuches im Laden nachzuspüren und wenn es Not tat, noch eins draufzusetzen.&lt;br /&gt;   Der Alte hatte geschmunzelt, als ich ihm von meinem Einkauf erzählte und mich dann gewarnt: „Es sind dumme Frauen, die aus Mangel an eigenem Leben in fremden Leben herumtreten und die sich anmaßen, diese fremden Leben mit ihrer Spießermoral zu wägen und stets für zu leicht befinden. Sie geben ihre Meinung unumwunden zum besten und das, was so unglaublich ist, passiert immer wieder: Sie finden Gehör und viele Leute meinen, das ist es, was ich auch über diese Menschen dachte; und glaube mir, die meisten dieser Leute hatten bisher über all die Beklatschten keinen Gedanken verloren. Ja, sie sind dumm, zu dumm, zu erkennen, wie armselig ihr Leben ist, aber sie sind eine Gefahr und ein gut Teil Unglück in der Welt ist ihnen zu verdanken.“&lt;br /&gt;   Hatte er recht? Natürlich hatte er recht! Aber der volle Magen am Abend nützt nichts gegen den Hunger am nächsten Morgen, und das soll heißen, eingekauft werden mußte wieder. Also, laßt uns gehen! Wir wollen endlich sehen, wie es den Deoarollern ergangen ist.&lt;br /&gt;   Es mußte die gleiche Zeit sein, wie bei meinem ersten Einkauf, denn die zwei Hunde lagen wieder im Schatten der Treppe und den Hunden hatten sich die zwei schwarzen Kühe hinzugesellt, nachdem ihr Stammplatz im Buswartehäuschen von der Sonne okkupiert worden war.&lt;br /&gt;   Ein „Guten Tag“ schallte mir entgegen. Frau Herbst sagte es und es klang sehr neutral, nicht freundlich, auch nicht abweisend oder angriffslustig. Ich wurde also zum Einkauf zugelassen. ‚Wo stehen die Deoroller? Verschwunden sind sie!’ Nur eine der Dicken war im Laden und siehe, ein leichtes Rosa geriet auf ihre Wangen. Das hätte ich ihr gar nicht zugetraut.&lt;br /&gt;   „Frau Herbst“, gleich eine winzige Provokation; wie weit darf ich gehen, bis sie sich herausgefordert fühlt, „ich brauche wieder das Übliche. Sie wissen schon.“&lt;br /&gt;   Nein, kein Einsprach. Die gefüllten Tüten gelangten auf den Verkaufstisch, ohne dass ich befürchten muss, sie zerplatzten. „Frau Herbst, sagen Sie bitte, die Deoroller sind wohl ausverkauft?" &lt;br /&gt;   „Ich weiß auch nicht, was plötzlich in die Leute gefahren ist. Die Roller standen immer herum, niemanden interessierten sie. Nein, diese neumodischen Dinge! Nun wollen plötzlich alle gleich riechen. Ich habe schon nachbestellen müssen.“&lt;br /&gt;   „Nicht, dass vielleicht die Beiwirkung Wirkung zeigte?"&lt;br /&gt;   „Jetzt fangen Sie schon wieder an damit! Sie sind ein unmöglicher Kerl. Sie werden es sich doch noch mit mir verderben.“&lt;br /&gt;   Aber der Dicken war auf meine Frage ein unwillkürliches, leises, rosarotes Kopfnicken entfahren, und ich brauchte nicht weiter zu fragen.&lt;br /&gt;   Ich packte meine Einkäufe ein und wandte mich mit einem ''Nichts für ungut, Frau Herbst" zum Gehen.&lt;br /&gt;   „Nichts für ungut“, hörte ich die Verkäuferin hinter mir. Das war mehr als eine Überraschung für mich. Ihr wäret sicher auch überrascht gewesen, denn klang das nicht wie eine Entschuldigung? Und das, wo ich sie doch hinters Licht geführt hatte. Ihr Verkaufstrieb hatte über meine Frechheit gesiegt.&lt;br /&gt;   ‚Nun, wollen wir es dabei belassen’, sagte ich mir ‚und keins mehr draufsetzen.’ Heute hatte sie es wirklich nicht verdient. Da kenne sich noch einer aus mit den Menschen und mit sich selbst! Aber können wir einen Menschen soweit kennen, dass es an ihm nichts mehr zu entdecken gibt? Hängt das nicht von zweierlei ab? Zum einen davon, dass der zu Entdeckende viele Ecken und Winkel hat, gefüllt mit geheimen Botschaften seines Lebens, aufzufinden durch ein Labyrinth von Gängen, die es auch erst zu entdecken gilt. Und je nach der Aufeinanderfolge der Entdeckungen bauen wir uns ein Bild dieses Menschen und es ist immer wieder ein neues Bild, wenn wir uns einen neuen Eingang in das Labyrinth verschaffen, weil Reihenfolge und Blickwinkel verändert sind. Zum anderen hängt die Dauer des Entdeckens vom Entdecker ab. Vor allem darf der Suchende nie glauben, alles entdeckt zu haben und er muß immer wieder einen anderen Eingang erspüren zu den Schätzen des Lebens. Und es muß ihm Spaß machen, unbändige Freude!&lt;br /&gt;Ach, ich höre euch, wie ihr sagt: Ja, Herr Lehrer. Glaubt mir, nichts liegt mir daran, euch zu belehren. Es waren die Gedanken des Alten und meine, und ich weiß heute nicht mehr, wer was sagte. Ich schreibe es auf, damit ich meine eigenen Worte beherzige und damit andere, die so bisher nicht dachten, sich ein verändertes Bild vom Kennenlernen zusammendenken können. Zu schnell haben wir ein Urteil über einen Menschen bei der Hand.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6501925254198909417?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6501925254198909417/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6501925254198909417' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6501925254198909417'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6501925254198909417'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/10/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias_30.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (2)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-4118287385016365616</id><published>2008-10-23T20:02:00.001+02:00</published><updated>2008-12-14T19:00:49.900+01:00</updated><title type='text'>Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (1)</title><content type='html'>&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Font Definitions */ @font-face  {font-family:"Trebuchet MS";  panose-1:2 11 6 3 2 2 2 2 2 4;  mso-font-charset:0;  mso-generic-font-family:swiss;  mso-font-pitch:variable;  mso-font-signature:647 0 0 0 159 0;}  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal  {mso-style-parent:"";  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} p.MsoHeader, li.MsoHeader, div.MsoHeader  {margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  tab-stops:center 8.0cm right 16.0cm;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} p.MsoBodyText, li.MsoBodyText, div.MsoBodyText  {margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  text-align:justify;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} p.MsoBodyTextIndent, li.MsoBodyTextIndent, div.MsoBodyTextIndent  {margin-top:0cm;  margin-right:0cm;  margin-bottom:6.0pt;  margin-left:14.15pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} @page Section1  {size:612.0pt 792.0pt;  margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;  mso-header-margin:36.0pt;  mso-footer-margin:36.0pt;  mso-paper-source:0;} div.Section1  {page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;  Wie versprochen, hier die Aufzeichnungen (Teil 1) des Uwe Holl , der sich in seinem Text Martin W. nennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-size:130%;"&gt;GRENZGEBIET&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Aufzeichnungen des Martin W.   &lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;I.    Ich befahre einen zweinamigen Fluss, erwache als Angler und höre eine Geschichte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;II.  Ich ermutige Dorffrauen und ernte dafür eine kleine Feindschaft, die sich in Sympathie        verwandelt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;III. Abendwind I und II&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;IV. Ich erlebe unfeierliche Feierlichkeiten&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;V.  Abendwind III&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;VI. Ich besteige einen Berg und stelle Fragen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://2.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SUVJstvM9DI/AAAAAAAAAAg/ISkSGlDV8Ug/s1600-h/Image001.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0px auto 10px; display: block; text-align: center; cursor: pointer; width: 320px; height: 202px;" src="http://2.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SUVJstvM9DI/AAAAAAAAAAg/ISkSGlDV8Ug/s320/Image001.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5279707170702423090" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;!--[if gte mso 9]&gt;&lt;xml&gt;  &lt;w:worddocument&gt;   &lt;w:view&gt;Normal&lt;/w:View&gt;   &lt;w:zoom&gt;0&lt;/w:Zoom&gt;   &lt;w:hyphenationzone&gt;21&lt;/w:HyphenationZone&gt;   &lt;w:donotoptimizeforbrowser/&gt;  &lt;/w:WordDocument&gt; &lt;/xml&gt;&lt;![endif]--&gt;&lt;style&gt; &lt;!--  /* Style Definitions */ p.MsoNormal, li.MsoNormal, div.MsoNormal  {mso-style-parent:"";  margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} p.MsoHeader, li.MsoHeader, div.MsoHeader  {margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  tab-stops:center 8.0cm right 16.0cm;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} p.MsoBodyText, li.MsoBodyText, div.MsoBodyText  {margin:0cm;  margin-bottom:.0001pt;  text-align:justify;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} p.MsoBodyTextIndent, li.MsoBodyTextIndent, div.MsoBodyTextIndent  {margin-top:0cm;  margin-right:0cm;  margin-bottom:6.0pt;  margin-left:14.15pt;  mso-pagination:widow-orphan;  mso-hyphenate:none;  font-size:12.0pt;  font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-font-family:"Times New Roman";  mso-fareast-language:AR-SA;} @page Section1  {size:612.0pt 792.0pt;  margin:70.85pt 70.85pt 2.0cm 70.85pt;  mso-header-margin:36.0pt;  mso-footer-margin:36.0pt;  mso-paper-source:0;} div.Section1  {page:Section1;} --&gt; &lt;/style&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;I.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;!--[if !supportEmptyParas]--&gt; &lt;!--[endif]--&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Es gibt einen Fluss, an dessen Oberlauf zwei Länder aneinander grenzen. Im Nordland heißt der Fluss Bleibdaheim, im Südland dagegen Immeranders. Mag sein, dass das Südreich ein Land voller Philosophen war, denen es der Satz: ‚Alles fließt.’ angetan hatte; mag sein, dass in den Menschen des Nordlandes von alters her die Angst vor Stromschnellen und Strudellöchern geschürt wurde. Mag auch sein, dass im Nordland Menschen am Wirken waren, die ihre Mitmenschen für etwas Besonderes aufbewahrten und deshalb niemanden abhanden kommen lassen wollten. Vielleicht hieß der Fluss im Norden auch Pleudoham und im Süden Imiranda. Niemand konnte sich unter diesen Wörtern etwas vorstellen und so wurden die Namen des Flusses veredelt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Als ich im Sommer diesen Fluss heruntergefahren kam, machte ich am Südufer Rast. Unter dicken Korbweiden legte ich mich zum Schlafen nieder. Wieder erwacht, sah ich zu meiner Rechten einen Alten sitzen: „Wird wohl schon kühl, Fremder? Ich bin beim Feuer machen, gleich ist dir wärmer. Setz dich her.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Du kennst dich gut aus. Hast auch gleich erkannt, dass ich kein Hiesiger bin.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ich bin oft hier und so kenne ich alle, die hier in der Nähe leben.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Auch die Leute vom anderen Ufer?“&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Na, breit ist der Fluss nicht, sehen kann ich auch; wie sollte ich die Leute aus dem Nordland nicht kennen. Und außerdem war ich oft genug am Nordufer. Also...“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;„Ich erhielt keine Erlaubnis, am Nordufer anzulegen. Durfte man früher einfach hinüber?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Es muss schon lange so sein, dass die Nordischen nichts von uns wissen dürfen. Niemand darf hinüber.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Aber du warst dort, oft, wie du sagtest. Und du bist nie ertappt worden?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Wer glaubt, etwas Unrechtes zu tun, wird mit Sicherheit dafür büßen, selbst wenn es nach den Gesetzen rechtens ist, was er tat.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Der Alte zündete einen Holzstoß an und sagte: „Dein Boot liegt sehr tief. So kommst du nur langsam voran.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Mir liegt daran, langsam voranzukommen.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Du suchst Urlauberruhe?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;Ich wies auf das Boot: „Weißt du, das Boot hat keinen Motor; ich lasse mich zur Mündung&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;treiben.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Oho, ein weiter Weg. Es könnte sein, dass dir die Zeit lang wird.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Die Sonne war untergegangen. Im Schein des Feuers sah ich seine starken, buschigen Augenbrauen, seine kräftige Nase und dunkel glühende Augen. Seine Hände dagegen waren feingliedrig. So redefreudig er nach den ersten Worten schien, so still war er nun.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;!--[if !supportEmptyParas]--&gt; &lt;!--[endif]--&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Ich hatte Zeit damals, viel gestohlene Zeit, weil ich sie nur für mich wollte, weil ich mich mit dieser Zeit aufgemacht hatte, allein zu sein, um neue Menschen zu suchen. In Unfrieden mit Bekannten und Verwandten hatte ich mich davongestohlen, hatte ich nicht den Mut gehabt, zu sagen: Ich verschwinde von hier, weil wir uns gegenseitig langweilen und ich hungrig auf andere Menschen geworden bin.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ich habe Hunger wie ein Wolf. Du könntest mir sagen, wo ich eine Kneipe finde.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Der Alte antwortete: „Du kannst mit zu mir kommen. Es ist nicht weit. Wenn&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;es dir bei mir nicht gefällt, kannst du immer noch eine Kneipe suchen.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Als wir das niedrige Häuschen betreten hatten, sagte ich: „Das Haus ist nicht sehr groß, aber es lässt sich hier sicher gut wohnen.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Die Hütte ist für mich allein viel zu groß. Ich bin einmal hier eingezogen, weil sie eine schöne Lage zum Fluss hat.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Der Fluss, an dem er sich tagsüber aufhält und in dessen Nähe er auch nachts bleibt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Es gefällt mir. Hier könnte ich länger bleiben.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Du kannst bleiben, solange du willst“, sagte der Alte, während er sich eine Pfeife anbrannte. Und dann: „Wenn du kein Urlauber bist, was bist du dann?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ich bin weggelaufen.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Du hast also die Flucht ergriffen. Dort, wo du zu Hause bist, weiß niemand wo du bist. Hier weiß niemand, wer du bist. Du bist allein?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Und du? Mir scheint, du lebst auch allein.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ja, sicher. Die Zeit, als ich nach Gesellschaft gierte, als ich glaubte, ohne Menschen um mich zu haben, wäre das Leben Unsinn, als ich meinte, Aufmerksamkeit erregen zu müssen, die Zeit ist vorüber. Wenn jemand glaubt, mich aufsuchen zu müssen, soll er kommen. Alle Menschen sind mir interessant genug, dass ich mit ihnen spreche und mir ihre Geschichten anhöre. Aber ich laufe niemandem hinterher.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Können sich Menschen nicht auch entgegenkommen?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Wo sollen sie sich treffen, auf halbem Wege? Woran merkst du, dass Menschen, denen du entgegengehen möchtest, dir entgegen kommen?“ &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Du sagtest, es besuchen dich Menschen, die dir Geschichten erzählen. Kommen sie dir nicht entgegen?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Meist treibt sie die Neugier her.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Mich hast du an dein Feuer und in dein Haus gebeten.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ich sagte schon, du kannst gehen, wann du willst.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Mich interessiert, warum du an diesem Fluss lebst. Ein Grenzfluss und besonders dieser hat immer etwas schamlos Trennendes, und ein viele Kilometer breiter Streifen zu beiden Seiten ist fast tristes Niemandsland. Die Menschen, die hier leben, scheinen wenig Interesse am Leben und Treiben in der ganzen übrigen Welt zu haben. Beinahe hätte ich gesagt, sie leben ohne Interesse an den Menschen, die nur wenige Meter jenseits des Flusses leben. Aber ich irre mich wohl. Dieses Interesse muss stückweise amputiert worden sein. Menschen zu hassen, ist vielleicht menschlicher, als sie nicht zur Kenntnis zu nehmen. Aber noch unmenschlicher ist es, sie nicht zur Kenntnis nehmen zu können. Was ich bisher von dir erfahren habe, lässt mich glauben, dass es auf der anderen Seite Menschen gibt, mit denen dich soviel verbindet, dass du hier geblieben bist, um in der Nähe zu sein, wenn die Möglichkeit da ist, hinüberzugelangen.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Du gehörst wohl zu jenen, die schnell mit einem Urteil bei der Hand sind? Das ist nicht gut. Aber ich glaube eher, du gehörst zu den Neugierigen. Du sagtest, du hättest keine Eile. Dann kannst du dich sicher noch etwas gedulden.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Tut mir Leid.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Dort hinten, das ist nun dein Bett.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;!--[if !supportEmptyParas]--&gt; &lt;!--[endif]--&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Wovon war ich erwacht? Waren es die Steine im Fluss mit ihrem Gegrummel? War es die Sonne? Das Vogelorchester? Es war wohl der Hunger, der durch den Duft von heißem Bratenfett sich in mir meldete.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Auf, auf, heute ist Angelwetter. Du bist doch Angler?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ja, das bin ich. Was brutzelt denn da?“ &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Es wird dir schmecken.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;Überlegt einmal, Freunde: Ihr seid an den heimischen Herd, an die heimische Kost gewöhnt. Ihr geratet durch Umstände in eine fremde Umgebung, werdet von einem alten Mann aufgelesen, und nach der ersten Nacht plagt euch der Hunger. Ihr bekommt Spiegeleier vorgesetzt, in denen der Speck glänzt, und aus einem großen Glas dampft euch Teeduft entgegen. Würdet ihr so gierig über das Essen herfallen, wie ich es tat? Ohne Hemmungen verschlang ich meine Portion, die neue Umgebung beeindruckte mich nicht: Offensichtlich fühlte ich mich wohl - nein, nicht wie zu Hause dort hatte ich mich schon lange nicht mehr wohl gefühlt - und die Aufforderung zum Angeln hatte ein gut Teil dazu beigetragen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;Nach dem Frühstück zogen wir an den Fluss, an eine Stelle, wo Weiden Schattenkühle verbreiten würden, wenn die Sonne stieg, und wo der Fluss eine kleine Insel aus seinem Lauf hervorgebracht hatte. Aus dem Rucksack kamen seltsame Gerätschaften zum Vorschein. Angelruten fehlten.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Angelst du ohne Rute?“, wollte ich wissen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Ohne Rute, wir brauchen keine. Du siehst, hier in der Bucht fließt das Wasser ganz ruhig. Tief ist es auch nicht. Nimm diese Gummischnur, wate durchs Wasser zur Insel, binde die Schnur an einen Stein, komm zurück und du wirst sehen, wie schnell wir unsere Fische fangen.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Von der Insel zurück, sah ich, dass der Alte die Haken beködert hatte, die an einer Hauptschnur hingen. Sie war an der Gummischnur befestigt und durch deren Elastizität konnten die Haken in jeder beliebigen Entfernung den Fischen vorgeführt werden. Sehr einfach war das alles und bald stellte ich fest, sehr erfolgreich war es auch.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Während wir von Zeit zu Zeit einen Fisch landeten, erzählte ich Paul - so hieß der Alte - von mir und von den Gründen meiner Flucht. Als ich geendet hatte, sagte er: „So ist das also mit dir. Weggelaufen bist du aus Neugier auf andere Menschen. Was hast du eigentlich getan gegen die Langeweile? Ich glaube, du vermochtest nicht, dir Räume zu gewinnen für dich allein, hast gedacht, ohne andere Menschen, die ständig um dich sein müssen, ist das Leben nichts wert. Das ist ein großer Irrtum. Jeder Mensch muss Zeit für sich allein haben, Zeit, in der er nur seiner Wege geht. Denke mal darüber nach.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Kann schon sein, dass ich mich zu sehr an Menschen gekettet habe, die sich wiederum an mich ketteten. Erzählst du mir von dir? Mich interessiert sehr, warum du hier lebst. Wie ist das mit dem Fluss?“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;„Also gut. Vertrauen gegen Vertrauen! Mich hält ein Liebesmagnet hier fest, und meine Liebe gehört auf die andere Seite des Flusses. Mit so vielen Sehnsuchtspolstern ausgestattet, dass sie als Liebesnahrung bis über meinen Tod reichen, werde ich diese Liebe nie loswerden. Ich bleibe hier, oder ich gehe hinüber. Etwas anderes geht nicht.“&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Ich hatte ihn gelockt, indem ich sprach und war nun erschrocken, dass er einem Fremden anvertraute, was ihn an diesem Fluss hielt.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;!--[if !supportEmptyParas]--&gt; &lt;!--[endif]--&gt;&lt;o:p&gt;&lt;/o:p&gt;&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Dies ist die Geschichte des Alten: Früher machten sich die jungen Leute aus dem Südland einen Spaß daraus, heimlich den Grenzfluss zu durchwaten und sich im Nordland umzusehen. Besonders die jungen Männer - unter ihnen Paul - verbrachten manches Wochenende im Nordland. Ihnen hatten es die Mädchen angetan, die besonders hübsch sein sollten und als unnahbar galten. Welch eine Aufgabe, welch ein Abenteuer!&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Alljährlich zur Sonnenwende wurde im Nordland eine Schönheitskönigin gewählt und - richtig, Freunde - genau diese und keine andere wollte Paul erobern. Eine Schönheitskönigin ist ein Mädchen, das tagelang nach seiner Wahl so dicht umlagert wird, wie ein weltbekanntes Gemälde in der Urlaubssaison. Während die meisten Leute eine Weile schauten, wie schön denn eine Schönheitskönigin ist und sich bald wieder handgreiflicheren Genüssen hingaben, verbrachte Paul seine Zeit in der Nähe des Mädchens. Früher oder später hätte er ihre Aufmerksamkeit erregen müssen; aber es kam ihm ein wenig der Zufall zur Hilfe. Einige junge Männer waren sich über der Frage ‚ist die Schönheitskönigin wirklich die Schönste weit und breit?’ uneins geworden, woraus sich in wenigen Minuten eine Massenprügelei entwickelte. &lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt; &lt;/span&gt;&lt;span style=""&gt;  &lt;/span&gt;Nun war Paul schon immer Prügeleien aus dem Weg gegangen und so auch jetzt. Und bei diesem Aus-Dem-Weg-Gehen nahm er die Schönheitskönigin bei der Hand und führte sie weit, weit abseits. Ohne Schaden dem Getümmel entronnen, atmeten beide auf und die Königin der Schönheit konnte nicht anders und lachte. Dieses Lachen nun war es, das Paul seine - sagen wir - angelsportliche Aufgabe vergessen ließ, weil es eine erste Liebesspur in ihn einrillte. Sie verabredeten sich für das folgende Wochenende, dann für das darauf folgende und so weiter. Es muss eine große Liebe daraus geworden sein.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Aber wie so oft, wenn eine große Liebe herangewachsen ist, bleiben die großen Nöte nicht aus: Ihr wisst doch, die Grenze. Trotz der großen Liebe war es ihnen nicht möglich, zusammenzuleben. Die Politiker des Nordlandes verschlossen sich und ihr Volk der großen Welt, worüber die Politiker des Südlandes so sehr beunruhigt waren, dass sie nicht zuließen, Menschen aus dem Nordland in ihrem Lande leben zu lassen.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;An einem Sonnabend war das Mädchen nicht in das Wäldchen vor dem Fluss gekommen und so war es geblieben. Paul fand später heraus, dass es verhaftet worden war ‚wegen unerlaubten Umgangs mit einer unerwünschten Person des Südlandes’, wobei dem Mädchen der Umgang nie erlaubt worden wäre. Von wem auch? Den Ausschlag aber gab das ‚einer nordischen Frau unwürdige sexuelle Verkehren vor der Ehe’. Von den Behörden seines Landes, diese durch die entsprechenden Behörden des Nordlandes dazu aufgefordert, wurde Paul verwarnt: Ihm wurde strenge Bestrafung angedroht für den Fall, er würde von ‚den zuständigen Organen der nordischen Staatsmacht auf deren Territorium aufgegriffen’.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;So lebte der Alte nun schon viele Jahre am Fluss, ohne sein Mädchen je wieder gesehen zu haben. In ihm brannte die Sehnsucht weiter, die Hoffnung und leise loderte schon seit einigen Jahren die Angst, sie nie wiederzusehen und die Angst, sie wiederzusehen. Das war die Geschichte des Alten. Und so lustig sie begann, so traurig ist ihr Ende.&lt;/p&gt;  &lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Seht ihr, Freunde, ihr ahnt, ein Mensch trägt eine seltsame Geschichte mit sich herum, und wenn ihr sie gehört habt, seid ihr Mitinhaber einer großen Not und beginnt zu überlegen, wie aus dieser Not eine Freude zu machen ist. &lt;/p&gt;  &lt;span style=";font-family:&amp;quot;;font-size:12;"  &gt;&lt;span style=""&gt;   &lt;/span&gt;Und so kam ich auf den Gedanken, mit dem Alten illegal das Nordland zu bereisen und nach seiner großen Liebe zu suchen. Ich dachte, das sei die einzige Möglichkeit, ihn von seiner großen Not zu befreien. &lt;i&gt;Aber kann man eines anderen Menschen Glück herbeifuhrwerken, wenn man sein eigenes nicht bemeistern kann?&lt;/i&gt;&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;p class="MsoBodyText" style="line-height: 150%;"&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-4118287385016365616?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/4118287385016365616/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=4118287385016365616' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4118287385016365616'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/4118287385016365616'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/10/die-aufzeichnungen-des-uwe-holl-alias.html' title='Die Aufzeichnungen des Uwe Holl, alias Martin W. (1)'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_YlZEuRkPfCA/SUVJstvM9DI/AAAAAAAAAAg/ISkSGlDV8Ug/s72-c/Image001.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-6126951239819436679</id><published>2008-10-19T13:09:00.000+02:00</published><updated>2008-10-19T14:37:43.581+02:00</updated><title type='text'>Mein erstes Seminar</title><content type='html'>Es hat geklappt. Ich habe mein erstes Seminar "Autobiografisches Schreiben" gehalten. Es war allerdings Zufall, dass eine Thüringerin auf das Angebot aufmerksam wurde, nachfragte und ihre drei Freundinnen überredete, fünf Tage lang auf Usedom Lebenserinnerungen aufzuschreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das war ein Quartett: Verlassen, einsam geblieben und zwei Witwen, jede 65 Jahre alt und Großmutter, meist vergnügt.&lt;br /&gt;Auch das war das Quartett: Eine Tonangeberin, eine Zurückhaltende, eine Widersprechende, eine Schöne und keine Meckerliese.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am ersten Tag stellte ich das Programm vor: Vormittags würden die Geschichten vom Vortag besprochen, nachmittags sollten die Frauen erfahren, wie Geschichten geschrieben werden können; wir legten fest, zu welchem Thema ab 17 Uhr geschrieben werden konnte. Niemand musste, alle taten es.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da jede Thüringerin viele Geschichten der Freundinnen kannte, wäre es nicht so schlimm gewesen, sie zum Vorlesen ihrer Geschichten zu bewegen, wäre da nicht noch Uwe Holl gewesen - Uwe Holl, kürzlich wegen versuchten Totschlags zu viereinhalb Jahren verurteilt und ab morgen in Stralsund im Gefängnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ich hatte ihn in Koserow angerufen, ihm vorgeschlagen, das Seminar zu nutzen. Er wollte nicht, keine Zeit und vier fremde Frauen, bewahre. Es wurde ein kurzes Telefonat. Dass ich weiß, was wir einander sagten, liegt an meinem Diktiergerät &lt;span style="font-style: italic;"&gt;(Sturmfeld-Leser kennen es schon.)&lt;/span&gt;.&lt;br /&gt;"Keine Zeit zählt nicht. Rentner haben immer Zeit", entgegnete ich. "Und die vier Frauen sind vielleicht die letzten, die Sie in den nächsten Jahren zu sehen bekommen."&lt;br /&gt;"In meinem Alter", murmelte er.&lt;br /&gt;"Das Seminar ist ein Geschenk."&lt;br /&gt;"Also gut, wenn es mir nicht gefällt, kann ich ja aufhören."&lt;br /&gt;&lt;span style="font-style: italic;"&gt;Typisch Holl&lt;/span&gt;, dachte ich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Er kam nach Heringsdorf, blieb bis zum Seminarende am Freitag, hielt sich aber nicht an den Themenplan und legte mir eine Geschichte hin, die ich gut fand, so gut, dass ich Sie Ihnen in nächster Zeit kapitelweise in diesem Blog vorstellen werde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Und was ist mit der elektronischen Bürgerzeitung?", fragen Sie. Gemach, zwei Interessierte hatten sich gemeldet, mit deren Probetexten ich jedoch nicht zufrieden war. Sie brauchen noch Anleitung. Die erhalten sie in den nächsten Wochen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Meine Empfehlung: Abonnieren Sie RSS-Feeds, damit Sie das Blog nicht vergeblich aufrufen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-6126951239819436679?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/6126951239819436679/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=6126951239819436679' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6126951239819436679'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/6126951239819436679'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/10/mein-erstes-seminar.html' title='Mein erstes Seminar'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-1269403896413910581.post-7907903052741984175</id><published>2008-05-22T16:15:00.000+02:00</published><updated>2008-05-30T17:25:04.052+02:00</updated><title type='text'>Pläne</title><content type='html'>&lt;p&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Liebe "Sturmfeld"-Leser,&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;schön, dass Sie meine Einladung neugierig machte zu schauen, was Uwe Holl mir noch zu erzählen hat. Doch muss ich erst seine Verurteilung abwarten; so haben Holl und ich uns geeinigt. Im Herbst werde ich ihn im Gefängnis besuchen. Sie können sich vorstellen, wie gespannt ich bin.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Ich habe ein neues Leben begonnen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach meinem Weggang von der Insel-Rundschau bin ich aus Koserow weggezogen. Ich wohne jetzt in Heringsdorf, im Dünenweg, fünf Minuten von der Promenade und damit fünf Minuten von meinen möglichen Kunden entfernt.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Urlauber sollen meine Kunden werden, jene, die ihren Verwandten und Bekannten Geschichten aus ihrem Leben hinterlassen möchten, aber zum Aufschreiben professionelle Hilfe suchen. Gerade bereite ich Faltblätter vor, die ich ab Ende September auf der Promenade verteilen werde. Wenn auf der Seebrücke Musiker Akkordeon spielen dürfen, darf ich lautlos Faltblätter verteilen.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Außerdem plane ich eine Bürgerzeitung für die Insel, eine reine Lokalzeitung, gefüllt mit Menschengeschichten. Alle anderen Nachrichten können die Insulaner im Internet finden. Dazu braucht niemand mehr die Insel-Rundschau; die hat irgendwann ausgedient.&lt;/span&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;span style="font-family:verdana;"&gt;Meine Lokalzeitung soll nur im Internet erscheinen. Doch die Arbeit kann ich allein nicht schaffen. Deshalb suche ich Hilfe. Wer gern schreibt und viele Leute auf der Insel kennt, kann sich bei mir melden, einfach per Kommentar.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Helfen Sie mir?&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/1269403896413910581-7907903052741984175?l=lothar-merten-blog.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/feeds/7907903052741984175/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=1269403896413910581&amp;postID=7907903052741984175' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7907903052741984175'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/1269403896413910581/posts/default/7907903052741984175'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://lothar-merten-blog.blogspot.com/2008/05/plne.html' title='Pläne'/><author><name>Lothar Merten</name><uri>http://www.blogger.com/profile/15243275507168899015</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
